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Das Klangerlebnis

Spiritueller Text, Raumklang, Lichteffekte – und das jeden Tag in der Johanneskirche Hoyerswerda.

„Der Herr ist mein Hirte“ - das spirituelle Klangerlebnis gastiert für drei Monate in der Johanneskirche Hoyerswerda.
„Der Herr ist mein Hirte“ - das spirituelle Klangerlebnis gastiert für drei Monate in der Johanneskirche Hoyerswerda. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Auf Konzertentzug, fehlen exzellenter Sound und Lichteffekte? Dann gibt es in Hoyerswerda ab sofort Abhilfe. Und das an einem Ort, der einem nicht unbedingt dazu als Erstes einfällt – in der Johanneskirche in der Altstadt. Der schlichte, schöne Sakralbau hat schon unzählige Konzerte erlebt. Jetzt läuft hier alle 20 Minuten die Klang- und Licht-Installation „Der gute Hirte“ aus der Konserve. Denn an Live-Auftritte ist derzeit in geschlossenen Räumen kaum zu denken.

Und doch wird den Gästen ein besonderer Genuss geboten. Rund 30 Lautsprecher, die im ganzen Kirchenraum verteilt sind, und darauf abgestimmte Lichteffekte lassen den Psalm vom guten Hirten zu einem ganz besonderen audio-visuellen Erlebnis werden. Die Musik verbindet eher klassische Klänge mit moderneren sowie A-cappella-Passagen. Da kommen durchaus Assoziationen zu sehr aufwendigen Produktionen von Loreena McKennitt oder Roger Waters auf, wenn Anleihen an gregorianische Gesänge, Gospel und Reggae, Streicher und Dudelsackklänge zu einem Raumklangerlebnis verschmelzen, das Blöken von Schafen und Hundegebell mit integriert ist.

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Ein Text voller Zuversicht

Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Projekt hatte Norbert Binder, der es gemeinsam mit dem Pauluschor aus Königswartha umsetzte. „Als Ende September letzten Jahres abzusehen war, dass es bald nichts mehr wird mit Chorproben und -auftritten, habe ich überlegt, was man machen könnte.“ Es sollte etwas sein, was Mut macht und Zuversicht gibt in dieser für viele Menschen nicht einfachen Zeit. So sei er auf den Psalm 23 gekommen und habe dann angefangen, dazu Noten zu schreiben.

„Der 23. Psalm aus dem Alten Testament ist einer der bekanntesten Texte der Welt. Besonders in schwierigen Situationen führt er seit über 2.500 Jahren Menschen zu einer Zuversicht“, sagt Andreas Kecke, der bis zu seinem Wechsel nach Radeburg viele Jahre Pfarrer in Königswartha war. Dort habe er auch sehr intensiv mit Norbert Binder zusammengearbeitet. Denn der leitet nicht nur den Chor der Kirchgemeinde, sondern kümmert sich auch um die Bandprojekte, die es in jeder Klasse der von Andreas Kecke mitgegründeten Paulus-Oberschule gibt.

Der Radeburger Pfarrer kennt daher auch die jungen Sängerinnen und Sänger, die als Solisten in der spirituellen Klanginstallation zu hören sind. Er weiß deshalb auch, dass einige von ihnen bereits selbst durch den Tod eines Elternteils das finstre Tal durchwandert haben, von dem in dem Psalm die Rede ist, und dass sie dennoch nicht fürchten, weil für sie der Herr, ihr Hirte, bei ihnen ist.

Die Umsetzung des Projektes war für den Chorleiter unter den Pandemiebedingungen eine Herausforderung - nicht zuletzt auch eine technische. Geprobt wurde zu Hause, „die Aufnahmen entstanden dann ab November einzeln oder maximal gemeinsam mit einem Familienmitglied“, erzählt Norbert Binder. Das Problem dabei war: „Als Dirigent winkt man ab, und dann hören normalerweise alle gemeinsam auf zu singen.“ Das funktioniert bei Einzelaufnahmen natürlich nicht. Und so musste Binder die Kanäle aufwendig nachbearbeiten, auch, um Tonhöhen anzugleichen. Letztlich merkt man dies nur an ein, zwei Stellen.

60 Mitwirkende

Umso beachtlicher ist das Ergebnis des Projektes, an dem etwa zwei Drittel der rund 60 Chormitglieder mitgewirkt haben und das nach der Premiere in Königswartha in Radeburg zu erleben war. Nun also Hoyerswerda, eingebettet in das Boulevard-Projekt des Citymanagements. Täglich von 10 bis 17 Uhr und natürlich nur außerhalb der Gottesdienste. Der Eintritt ist frei, Spenden sind möglich. Ein Gästebuch liegt bereit.

Erstmals zu erleben war die Klanginstallation in der Johanneskirche beim KunstLandStrich am Sonntag. Bis zum 5. September wird sie hier zu hören sein. Die überschaubare Dauer eines Durchgangs der Installation macht es möglich, sie entweder von einem Platz aus oder gern auch aus verschiedenen Perspektiven in der Kirche zu erleben.

Farbiges Scheinwerferlicht taucht das Kircheninnere in sich immer ändernde Nuancen. Der Blick nach oben lohnt.
Farbiges Scheinwerferlicht taucht das Kircheninnere in sich immer ändernde Nuancen. Der Blick nach oben lohnt. © Foto: Uwe Schulz
Zwei von rund 30 Lautsprechern, die für ein exzellentes Raumklangerlebnis im Schiff der Johanneskirche installiert wurden.
Zwei von rund 30 Lautsprechern, die für ein exzellentes Raumklangerlebnis im Schiff der Johanneskirche installiert wurden. © Foto: Uwe Schulz

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