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„Das Leben ist zurück“

Hoyerswerdaer Einzelhändler atmen nach dem Ende der Corona-Testpflicht dank „u 35“ auf – und hoffen auf Dauer.

„Wir sind wieder da“ – die Hoyerswerdaer und ihre Gäste nehmen die Einladung, wie sie das Lausitz-Center über seinem Eingang vom Ehrenhain her platziert hat und auf der gut 100 Mitarbeiter der über 60 Fachpartner des Hauses Gesicht zeigen, gerne
„Wir sind wieder da“ – die Hoyerswerdaer und ihre Gäste nehmen die Einladung, wie sie das Lausitz-Center über seinem Eingang vom Ehrenhain her platziert hat und auf der gut 100 Mitarbeiter der über 60 Fachpartner des Hauses Gesicht zeigen, gerne © Foto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Es wäre kein besserer Zeitpunkt möglich gewesen: Das Lausitz-Center Hoyerswerda am Lausitzer Platz 1 hatte justament an dem Tag das Banner „Wir sind wieder da“ über dem Ehrenhain-Eingang platzieren lassen, als die Testpflicht fiel.

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Nun war Einkaufen, nicht nur von Lebensmitteln und sonstigen Grundbedarfen, wieder möglich – ohne sich vorher dem lästigen und doch Zeit, bisweilen auch Geld kostenden „Test“ auf Corona-Infektionen unterziehen zu müssen. Möglich gemacht hatte es die aktuelle Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates Sachsen vom 10. Juni, gültig ab 14. Juni, die bei einem Sinken der Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Tagen (nicht mehr: Werktagen) in Folge unter den Wert 35 ebenjene Testfreiheit festschreibt. Dass dieser Wert 35 des Robert-Koch-Instituts Berlin auch der „unbereinigte“, also ohne irgendwelche Nachmeldungen, ist, sei nur am Rande angemerkt für die, die die gleichfalls veröffentlicht werdenden „bereinigten“ Zahlen vor Augen haben – aber wenigstens in dieser Hinsicht gibt es ganz klare Ansagen des Gesetzgebers, was gilt.

„Das Nicht-mehr-Testen-Müssen hat uns sehr, sehr, sehr geholfen“, bringt es Center-Manager Dieter Henke auf den Punkt. Essenzieller: „Das Leben ist zurück.“ Auch wenn die Maskenpflicht bleibt.

Altstadt mit bisweilen anderer Sorge

Zurück ist es auch in der Altstadt, die ja noch härter betroffen war: Bei Foto Rümcke / Braut & Festmoden Hanschke an der Schloßstraße ist man erleichtert, dass die Foto-Sparte die Saison halbwegs gerettet hat – für die Mode-Abteilung sei sie weitgehend ruiniert, falls nicht noch Jugendweihen ein klitzekleines bisschen retten. Auf jeden Fall ist man froh, dass nun die Kunden test-frei einkaufen dürften. Beim benachbarten Schuhhaus Weser und beim Mode-Anbieter Zeeman gibt es gleichfalls Aufatmen; registriert man doch wieder deutlich zunehmende Besucherzahlen.

Ganz andere Sorgen treiben hingegen Little John Bikes im Fließhof um: Auch in Test-Zeiten war, zu danken der Werkstatt, kein Einbruch der Kundenzahlen zu verzeichnen. Nervig sei eher der ständige Hinweis auf das Maske-Tragen-Müssen bei Uneinsichtigen gewesen. Allerdings fürchtet man Engpässe bei der Ersatzteilversorgung – habe doch beispielsweise das Gangschaltungswerk Shimano in Fernost monatelang corona-halber gar nicht produziert. Aber noch könne man dank des weitverzweigten (ost)deutschen Filialnetzes immer etwas beschaffen: „Wir finden für unsere Kunden immer eine Lösung!“

P.S. zum Lausitz-Center: Ab dem heutigen Donnerstag, so hofft Dieter Henke, werden wieder alle Partner mit einheitlicher „Kernzeit“ von 9 bis 18 Uhr (sonnabends bis 16 Uhr) für die Besucher da sein; ab Montag ausgewählte Geschäfte von 8 bis 20 (Montag bis Freitag) beziehungsweise am Sonnabend bis 18 Uhr.

Auch in Sachen Mietpartner soll sich etwas verändern. Der Imbiss-Anbieter Ditsch wird das Center verlassen. Stattdessen zieht das Asia-Restaurant „Mr. Binh Dinh“ an den vormaligen Ditsch-Platz direkt am Mittleren Lichthof; kann für seine Gäste die Sitzplätze der Center-Lounge nutzen. Die dann gewesenen Binh-Dinh-Flächen am Eingang von Lausitzer Platz her wird ein Anbieter guter Damenoberbekleidung belegen – etwas in der „Größenordnung“ zwischen „Mode Express No. 1“ und „Bonita“; nur von der Zielgruppe her etwas jünger angesetzt als die Vorgenannten-„Damit sind wir weiter ohne Leerstand – wir haben uns also als Center auch in der Corona-Krise behaupten können“, ist Henke stolz und dankbar gegenüber den eigenen Mietpartnern – und vor allem den Kunden, die mit ihrer Treue dieses Durchhalten möglich gemacht haben.

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