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„Der Frust der Bürger wird immer größer“

Der Spreetaler Bürgermeister Manfred Heine berichtet über die Folgen der aktuellen B-97-Sperrung.

Baustelle auf der B-97
Baustelle auf der B-97 © Archivfoto: Yannick Witschas

Spreetal. Was nur als zusätzliche Sicherung für die instabil auf Tagebau-Kippenboden liegende B 97 gedacht war, hat nun Schäden nach sich gezogen. Nachdem sich die Straße beim Einbau von Drainagen gesenkt hat und gebrochen ist, ist die Sperrung um weitere Monate verlängert worden. Die offizielle Umleitung führt zwar über Bergen, Klein Partwitz, Bluno und Sabrodt. Aber wer sich auskennt, fährt durch Burgneudorf und Spreewitz. Der Spreetaler Bürgermeister Manfred Heine (parteilos) weist seit Jahren auf die dort maroden Ortsdurchfahrten hin.

Herr Heine, was bedeutet denn die Sperrung der B 97 für die Anwohner der inoffiziellen Umleitungsstrecke durch Burgneudorf und Spreewitz sowie für die Kreisstraße 9215?

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Aus meiner Sicht ist es eine Belastung, die man hätte im Vorfeld ein Stückchen lindern können. Auf der B 97 gilt bereits über Jahre reduzierte Geschwindigkeit. Man wusste schon bisher, dass der Kurvenbereich irgendwann eine Sanierung und damit eine Vollsperrung nach sich ziehen wird. Man hat aber bis dato in keinster Weise den schlechten Straßenzustand hinsichtlich der Umleitungsstrecken betrachtet und für den Notfall vorbereitet. Das ist ärgerlich für die Bürgerschaft und für uns als Gemeinde, weil wir das Ganze natürlich irgendwie abfangen müssen.

Was sagen Ihnen denn die Bürger angesichts der wochenlangen Sperrung?

Naja, man dachte, dass das Drama fünf, sechs Wochen bis zum Ende der Ferienzeit geht und dann vorbei ist. Das hat man toleriert und akzeptiert. Jetzt ist es natürlich der blanke Wahnsinn. Der Frust wird immer größer bei der Bürgerschaft.

Sehen Sie eine erträgliche Lösung für den ja angekündigten Fall einer Verdichtung der B-97-Straßentrasse mit dann erneuter Sperrung?

Es gibt ja zur Umleitung nur zwei Möglichkeiten, nämlich das Brandenburger Tor oder Burgneudorf – Spreewitz. Und wenn es nur diese beiden Möglichkeiten gibt, muss man natürlich den Straßenkörper so ausbauen, dass er dem Verkehr auch standhält. Das ist momentan nicht gegeben.

Das bedeutet für Sie die Forderung nach einer raschen Sanierung der Kreisstraße 9215 Burgneudorf - Spreewitz?

Ich traue mich fast gar nicht, weil ich auf der anderen Seite den zweiten Abschnitt der Spreestraße schon so weit vorangetrieben habe. Aber es wird so kommen, dass ich den Landkreis einfach auffordern muss, Überlegungen anzustellen, dass die Straße grundhaft saniert wird, damit wir das beim nächsten Fall mit dieser Dimension ein Stückchen lindern können.

Die B 97 zeigt uns, welche Langzeitfolgen der Bergbau haben kann, oder?

Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los. Insofern ist die Last, die durch den Bergbau entstanden ist, riesig. Die Folgen sehen wir jetzt. Sicherlich sind im Zuge des Strukturwandels viele Mittel bereitgestellt worden, um das Ganze heilen zu können. An der Stelle könnten wir also sofort damit anfangen.

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