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Die Bücherei als Treffpunkt

Mladen Vukovic hat die Leitung von Hoyerswerdas Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek übernommen.

Mladen Vukovic
ist der neue Leiter der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek in der
Hoyerswerdaer
Bonhoefferstraße.
Mladen Vukovic ist der neue Leiter der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek in der Hoyerswerdaer Bonhoefferstraße. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Kein halbes Jahr hat das Gastspiel von Annemie Klein als Leiterin von Hoyerswerdas Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek gedauert. Der Chef der städtischen Zoo, Kultur und Bildung gGmbH, Arthur Kusber, sagt, manchmal passe es eben nicht. Offiziell seit dem Monatsbeginn hat nun Mladen Vukovic die Führungs-Rolle in der Bücherei inne.

Er ist nach dem Niederländer Eugéne Bruins im Zoo die zweite Führungskraft der ZooKultur mit ausländischen Wurzeln. Denn der 36-Jährige ist bosnischer Kroate. Er hat sich in Sarajevo zum Diplom-Bibliothekar ausbilden lassen. Nach Hoyerswerda kam er über Stationen in Hamburg und Rosenheim. Ein komplettes Jahr lang hat er sich einarbeiten lassen und legt nun offensichtlich ganz schön los. „Ich komme mit dem Geldbeschaffen gar nicht hinterher; so viele Ideen hat er“, beschreibt es jedenfalls Arthur Kusber.

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Vukovic setzt auf neue Angebote für neue Klienten. Zur Nutzung der etablierten Onleihe, also der Möglichkeit des E-Book-Downloads, kommen für Bibliotheks-Mitglieder nun die Offerten der Streamingdienste filmfriend.de und freegalmusic.com. Überdies soll die Bibliothek als Treffpunkt etabliert werden, etwa mit Brettspielabenden oder einem Buch-Klub.

Kooperation mit Schul-Bücherei

In Kooperation mit der „Bürgerwiese“-Reihe der KulturFabrik geht‘s auch ins Stadtgebiet. Vukovic spricht von Bücher-Picknicks. Im frisch eingerichteten „Neuerwerbsraum“ für aktuelle Zukäufe im Bestand wird in den nächsten Tagen noch eine bequeme Sitzbank aufgestellt. In einer Ecke des Raums findet sich schon eine Computerspiel-Konsole.

Durch eine Kooperation mit dem benachbarten Léon-Foucault-Gymnasium beziehungsweise dessen Bibliothek ist sozusagen auch der Bestand gewachsen. Denn den Nutzern der schulischen- und der städtischen Bücherei steht neuerdings wechselseitig auch die jeweils andere Einrichtung zur Verfügung. Praktischerweise hat ein neu eingestellter Medienpädagoge jeweils eine halbe Stelle hier wie dort.

Weitere Neuerungen betreffen eher bauliche Aspekte. So hat die Wohnungsgesellschaft als Vermieter der Bibliothek während derer Covid-19 geschuldeter Schließung von März bis Mai eine modernere Lüftung einbauen lassen. Und das Land Sachsen ließ Fördergeld für einen neuen Ausleih-Tresen springen. Nicht nur war der alte in die Jahre gekommen und verschlissen. Die nun installierte Maßanfertigung ist auch höhenverstellbar, so dass die Bibliothekare bei Bedarf im Stehen arbeiten können – was den Rücken schont.

Weitere Veränderungen sind im Gespräch. Teils hatte sie schon Annemie Klein auf die Tagesordnung gesetzt. Dazu gehört etwas, das sich RFID nennt. Es geht um die Nutzung von Funketiketten samt Lesegerät. Dank der Technik müsste nicht mehr an jedem Medium bei Entleihung und Rückgabe separat jeder einzelne Barcode gescannt werden. Auch Mladen Vukovic ist ein Fan dieser technischen Lösung. Sie schaffe, sagt er, mehr Zeit, sich mit anderem zu beschäftigen, namentlich mit den Wünschen der Nutzer. Und perspektivisch wäre mit RFID auch ein Selbst-Buchungsplatz denkbar. Das Bibliotheksmitglied könnte also auch selbst scannen.

Doch trotz aller Technik: Bücher werden natürlich auch weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Im „Neuerwerbsraum“ finden sich zum Beispiel verstärkt zwei Genres, bei denen die Bibliothekare steigendes Interesse der Hoyerswerdaer feststellen. Das eine sind Comics, das andere ist Science-Fiction-Literatur.

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