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Elektrisierte Duo-Schwalbe wieder da

Der Hoyerswerdaer Andrzej Serwecinski ist E-Pionier: Er erfand die Elektro-Schwalbe. 2020 gab es einen Rückschlag – und jetzt ein gutes Ende.

Michael Klärner, Bachelorstudent des Maschinenbaus und IURS-Stipendiat, am Steuer der wiederaufgefundenen Schwalbe Duo; hier noch mit Mittelmotor.
Michael Klärner, Bachelorstudent des Maschinenbaus und IURS-Stipendiat, am Steuer der wiederaufgefundenen Schwalbe Duo; hier noch mit Mittelmotor. © Foto: Robert Schneider

Hoyerswerda. Serwecinski hat schon einige DDR-Mopeds vom Verbrenner- auf den E-Antrieb umgerüstet. Ein Modell kann man (wenn es denn Corona zulässt) im Hoyerswerdaer Natz/KulturFabrik im Bürgerzentrum an der Braugasse 1 besichtigen. Glanzstück aber ist die/das Schwalbe Duo, ein Dreirad, zu DDR-Zeiten als Fahrzeug für Menschen mit Handicap begehrt.

Serwecinski tat sich mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus – Senftenberg (BTU) zusammen. Dort forschen und bauen internationale Studenten des Studiengangs Maschinenbau unter Leitung von Prof. Dr. Sylvio Simon (zugleich Vorsitzender des Instituts für Umwelttechnik und Recycling Senftenberg e. V. -IURS-) an der Schwalbe als dankbarem Basis-Objekt für Versuche zur E-Mobilität.

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Totalverlust in Einzelteilen drohte

Groß waren daher Empörung und Betroffenheit, als im vergangenen Jahr das Duo gestohlen wurde. Ein Wiederauffinden schien aussichtslos. Ein klassisches Duo kostet heutzutage auf dem Oldtimermarkt einige tausend Euro – aber dieses Exemplar, ein Unikat, würde man eben so wenig wie eine 100-Kilogramm-Goldmünze im Ganzen veräußern können – es sei denn, an einen Liebhaber, der das Stück für immer aus der Öffentlichkeit verschwinden lässt. Daher war zu befürchten, dass die Diebe das Fahrzeug zerlegen und versuchen würden, die Einzelteile, die auch zu anderen Mopeds der Suhler „Vogelfamilie“ (Spatz, Star, Habicht, Sperber) passen, zu verhökern. Das wäre das Ende des E-Duos gewesen. Wenig Hoffnung ... Aber es kam anders: TAGEBLATT veröffentlichte einen Fahndungsaufruf; später zogen andere Medien nach – und daraufhin meldete sich ein Sammler bei der Polizei: Er glaube, ihm sei das besagte Stück zum Kauf angeboten worden. Die Polizei fand auf Grund dieses Hinweises die Schwalbe in einem Senftenberger Garagenkomplex. Kriminalhauptkommissar Mathias Baumgärtner vom Kriminalkommissariat der Polizeiinspektion Oberspreewald-Lausitz überbrachte der BTU die gute Nachricht – und das Moped.

Die jugendlichen Täter hatten wohl versuchen wollen, mit dem Erlös ihren Drogenkonsum zu finanzieren. Sie hatten das Fahrzeug daher nicht nur unversehrt gelassen, sondern sogar noch geputzt, um es verkaufsattraktiver zu machen.

Die Schwalbe steht jetzt sicher in Senftenberg. Wenn es „nach Corona“ wieder möglich sein wird, soll das Duo bei einem Tag der offenen Tür zum Thema „E-Mobilität“ gezeigt werden; zur Probefahrt bereit stehen. Dann könnte die Schwalbe schon wieder anders aussehen: Statt des jetzigen, den Fahrgast-Raum einengenden Mittelmotors sollen künftig die Hinterräder von einem Radnabenmotor angetrieben werden – wie einst beim Lohner-Porsche.

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