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Hoffen auf baldigen Neustart der Firma

Eine App kann Personal-Training nicht ersetzen, das steht für den Hoyerswerdaer Fitnessstudio- Betreiber Enrico Raschke fest.

Der Personal-Trainer Enrico Raschke betreibt ein Fitnessstudio in Hoyerswerda. Er hofft auf einen baldigen Neustart für die ganze Branche.
Der Personal-Trainer Enrico Raschke betreibt ein Fitnessstudio in Hoyerswerda. Er hofft auf einen baldigen Neustart für die ganze Branche. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Seit März 2020 kämpft Deutschland mit Lockdowns und der Aufforderung an die Menschen, zu Hause zu bleiben, gegen die Corona-Pandemie. In den eigenen vier Wänden oder draußen ohne Sportgeräte ist Bewegung aber nur eingeschränkt möglich. Vielen Menschen fehlt ihr regelmäßiger Gang ins Fitnessstudio, weil diese wie Gaststätten und viele kleine Läden geschlossen bleiben müssen.

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„Die Einnahmen der Unternehmen sind bei null Euro, die Fixkosten laufen aber weiter.“ So beschreibt der Personal-Trainer Enrico Raschke die Situation. Seit dem 14. Dezember darf er in seinem Studio an der Heinrich-Mann-Straße in Hoyerswerda kein EMS-Training (EMS steht für Elektro-Muskel-Stimulation) und kein Fit-Cross-Training mehr durchführen. Er sagt: „Diese Anordnung der Politik schadet der Fitness-Branche und zugleich den Menschen, die ihre Alltagsroutine zur Erhaltung ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit verlieren.“ Wer allein zu Hause trainiert oder sich nach einem Sportprogramm aus dem Internet bewegt, habe niemanden, der ihn motiviert, das Training individuell gestaltet und auf die exakte Ausführung der Übungen achtet. „Das kann eine App nicht leisten“, weiß Enrico Raschke.

Er arbeitet gewöhnlich mit seinen Kunden im Personaltraining oder in Kleingruppen. „Das Ziel dabei ist, das Herz-Kreislauf-System zu trainieren, ein gesundes Gewicht zu erreichen und zu halten sowie Muskeln aufzubauen. Bewegung hält Menschen langfristig gesund. Ein starkes Immunsystem hilft mit, Infektionen mit gefährlichen Bakterien und Viren zu verhindern“, sagt er. Diese Prävention sei besser als teure medizinische Behandlungen und anschließende Rehabilitationsmaßnahmen, zurzeit aber aber nicht möglich.

Enrico Raschke führt sein Fitnessstudio seit fünf Jahren und hat sich Stammkunden erarbeitet. Mit diesen hält er derzeit über die sozialen Netzwerke Kontakt. Der Trainer ist froh, dass das Bundesministerium für Finanzen endlich eine Überbrückungshilfe III für kleine Unternehmen freigegeben hat, von der auch sein Fitnessstudio profitieren wird. Die LebensRäume als Vermieter zeigen sich in der jetzigen Zeit ebenfalls als kulanter Partner. Enrico Raschke hofft auf einen baldigen Neustart für seine Firma und die ganze Branche. Er weiß aber auch, dass er dann zuerst mit teuren Marketingmaßnahmen neue Kunden zum Sportmachen motivieren muss.

Der Unternehmer fordert eine offene Diskussion über differenziertere Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung unter Einbeziehung aller bekannten Fakten. Und er stellt sich die Frage: „Wenn Unternehmen mit Werkhallen, in denen viele Menschen gemeinsam arbeiten, produzieren dürfen, warum können sich diese Beschäftigten dann nicht im Fitnessstudio bei regelmäßiger Bewegung gesund erhalten?“

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