merken
PLUS Hoyerswerda

Marcus Beier soll neuer Awo-Chef werden

Stimmen die zuständigen Gremien zu, übernimmt der 39-jährige im November das Amt von Torsten Ruban-Zeh.

Marcus Beier heuerte vor acht Jahren in seiner Heimatstadt Hoyerswerda bei der örtlichen Arbeiterwohlfahrt an – und wird nun wohl ihr neuer Chef.
Marcus Beier heuerte vor acht Jahren in seiner Heimatstadt Hoyerswerda bei der örtlichen Arbeiterwohlfahrt an – und wird nun wohl ihr neuer Chef. © Foto: Awo

Hoyerswerda. Eine reichliche Woche nach der Wahl zum Hoyerswerdaer Oberbürgermeister haben die Vorbereitungen zur Nachfolge in drei Bereichen begonnen, in denen das künftige Stadtoberhaupt Torsten Ruban-Zeh (SPD) mit seinem Amtsantritt zum 1. November ersetzt werden muss. 

Am einfachsten funktioniert das im Stadtrat. Für den frei werdenden Sitz dort rückt laut dem Wahlergebnis aus dem vorigen Jahr von der SPD-Liste Günther Jahnel nach. Er sagt, er sei zwar vom Rathaus bisher noch nicht dazu kontaktiert worden, aber: „Ich bin ja mit der Absicht angetreten, das Amt auch auszuüben.“ Deshalb sei im Augenblick davon auszugehen, dass es dazu kommen werde. Beim Sportclub legt Torsten Ruban-Zeh mit dem 31. Oktober sein Ehrenamt als Präsident nieder. SC-Geschäftsführerin Daniela Fünfstück sagt, mit den Stellvertretern Thomas Delling und Bernd Nickler, Schatzmeister Michael Malz sowie Fachbereichsleiter Lars Bauer bleibe das Präsidium handlungsfähig. Eine Entscheidung dazu, wer Ruban-Zeh beim SC folgen wird, wird letztlich eine Delegiertenversammlung des Vereins treffen müssen. Laut Daniela Fünfstück ist Anfang November mit einer öffentlichen Erklärung des SC in der Angelegenheit zu rechnen.

Fahrrad
Rauf auf den Sattel
Rauf auf den Sattel

Fit unterwegs und immer auf der Suche nach etwas Sehenswertem? Auf unserer Themenwelt Fahrrad gibt es ganz viel zu entdecken!

Rund 700 Awo-Beschäftigte

Geht es beim SC um den mit mehr als 2.000 Mitgliedern größten Verein der Stadt, ist der künftige Oberbürgermeister beruflich aktuell als Geschäftsführer bei der örtlichen Arbeiterwohlfahrt (Awo) der Chef eines der größten Unternehmen mit Sitz in Hoyerswerda. Um die 700 Menschen sind bei der Awo Lausitz beschäftigt. Hier hat Ruban-Zeh offenbar rechtzeitig die Weichen in der bisherigen zweiten Reihe gestellt. Marcus Beier ist nicht nur sein Stellvertreter beim Awo-Kreisverband Lausitz e. V. und bei der Awo Lausitz Pflege- und Betreuungs gGmbH, sondern auch bereits der Geschäftsführer einer neuen Tochtergesellschaft. In der Awo Service GmbH sind die handwerklichen und hauswirtschaftlichen Bereiche zusammengefasst. „In Abstimmung zwischen der Geschäftsführung und dem Vorstand des Awo-Kreisverbandes Lausitz e. V. wurde die Frage der Übernahme der Geschäftsführung an mich herangetragen, und ich habe natürlich gern zugestimmt“, sagt Marcus Beier.

Der 39-Jährige ist in Hoyerswerda geboren und aufgewachsen. Im Jahr 1997 schloss er die zehnte Klasse an der damaligen 5. Mittelschule „Kühnichter Heide“ in der Ratzener Straße im WK VIII ab, ließ sich danach am Berufsschulzentrum „Konrad Zuse“ im WK X sowie bei Eurospar zum Einzelhandelskaufmann ausbilden. Später erwarb Beier im gymnasial-wirtschaftswissenschaftlichen Zweig des BSZ seine Fachholschulreife. Dazwischen lagen Jahre bei der Bundeswehr, vorwiegend im Fliegerhorst Holzdorf östlich von Jessen. Beier eignete sich dort Kenntnisse in der Personalverwaltung an und schlug die Unteroffizierslaufbahn ein. Er hat also ebenso wie sein bisheriger Chef Erfahrungen sowohl beim Militär wie auch im Handel.

Frisch erworbener Master

„Ich bin seit 2012 bei der Awo tätig, hauptsächlich im Verwaltungsbereich“, sagt Marcus Beier. 2015 wurde er erst stellvertretender Verwaltungsleiter und 2018 Verwaltungsleiter, nachdem er berufsbegleitend an der Staatlichen Studienakademie in Bautzen seinen Abschluss als Diplom-Betriebswirt erworben hatte – Spezialrichtung Finanzmanagement. Ganz frisch ist eine weitere Qualifikation, nämlich ein Master in Sozialmanagement, erworben erst in diesem Jahr an der Evangelischen Hochschule in Dresden. „Ich bin seit 2018 zusammen mit Herrn Ruban-Zeh an der Organisationsentwicklung beteiligt sowie verantwortlich für den kaufmännischen Bereich“, erklärt der wahrscheinliche neue Chef der örtlichen Arbeiterwohlfahrt.

Noch steht formal die Zustimmung der zuständigen Gremien zu seiner Berufung mit Datum zum 1. November aus. Vorstand und Aufsichtsrat werden Torsten Ruban-Zehs Nachfolge technisch Mitte Oktober regeln. Faktisch spricht allerdings nichts dagegen, dass es so kommt und der Vater zweier Töchter die Verantwortung für ein Unternehmen mit zuletzt rund 30 Millionen Euro Jahresumsatz übernimmt.

Mehr zum Thema Hoyerswerda