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Neuer alter Platz für die Ofensammlung

Der zweite Umzug führt zu den Ursprüngen zurück. Ein Sammelsurium soll es dennoch nicht werden.

So präsentierte sich die Feuerstättensammlung in der Energiefabrik 2006. Unter anderem in diesen Raum soll sie zurückkehren. Der Kachelofen im Hintergrund funktioniert noch.
So präsentierte sich die Feuerstättensammlung in der Energiefabrik 2006. Unter anderem in diesen Raum soll sie zurückkehren. Der Kachelofen im Hintergrund funktioniert noch. © Foto: Uwe Schulz

Knappenrode. Als im Oktober die neugestaltete Energiefabrik Knappenrode wiedereröffnete, fragte sich mancher Besucher, der das Areal aus der Vergangenheit kennt: „Wo ist eigentlich die Ofensammlung hin?“ Da, wo eine Auswahl der besten Stücke der Feuerstättensammlung gut zehn Jahre lang in der Fabrik III zu sehen war, stand sie jedenfalls nicht mehr.

Umplanung während des Bauens

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Museumschefin Kirstin Zinke kann beruhigen: Die Sammlung ist noch da und soll auch wieder gezeigt werden. Es wird aber noch ein Weilchen dauern. Die Ausstellung wurde vor dem Umbau abgebaut, mit System zusammengepackt und eingelagert. Und sie sollte ursprünglich auch genau dort wieder zu sehen sein. Doch während der Bauarbeiten sei klar geworden, dass das nicht mehr so einfach geht, der Weg durch die neue Dauerausstellung nicht mehr funktionieren würde. Letztlich habe man sich entschieden, sie nicht in die neue Dauerausstellung zu integrieren.

Die Feuerstättensammlung des einstigen Berliner Schornsteinfegermeisters Bernd Müller war 1996 als Leihgabe nach Knappenrode geholt und zunächst im Ofensaal der Fabrik II gezeigt worden. Viele Öfen stammen tatsächlich aus Berlin, wo vor 100 Jahren auch mit Kohle aus der Brikettfabrik Werminghoff geheizt wurde. Im Dezember 2005, kurz bevor der Leihvertrag zwischen Museum und Sammler auslief, gelang mit einem finanziellen Kraftakt vieler Fördermittelgeber der Ankauf der einzigartigen Sammlung. Und Anfang 2009 zogen konservierte Exemplare in die thematisch neu aufgestellte Ausstellungsfläche am anderen Ende des Backsteinbaus in die Fabrik III, darunter Raritäten wie der Nachguss eines Figurenofens, ein Schützengrabenofen oder ein Notofen, gefertigt aus einer Fliegerbombe aus dem Ersten Weltkrieg. Auf deutlich größerer Fläche konnten immerhin mehr Objekte und zudem besser präsentiert werden. Und bei der einen Sammlung blieb es nicht. Es kam als Schenkung noch die Bosch-/Buderus-Sammlung hinzu.

Zurück in die Fabrik II

Jetzt soll es für die Feuerstättenausstellung wieder zurückgehen in die Fabrik II. Der Ofensaal ist freilich noch bestückt mit den Einbauten einer alten Ausstellung, die wieder entfernt werden müssen. Und auch sonst ist einiges zu tun. Doch in der Ecke steht noch immer der funktionstüchtige und zugelassene Kachelofen, der einst für die Ofenausstellung gesetzt worden war.

Bernd Müller begrüßt virtuell

Museumsleiterin Kirstin Zinke sieht die Ausstellung auf zwei Etagen. Im Erdgeschoss betritt man die Fabrik, sieht zur Linken die Brikettpressen und vor sich Stempel der Pressen. Die Besucher sollen hier virtuell vom Sammlungsbegründer Bernd Müller begrüßt und ins Thema eingeführt werden. Rechts soll es dann wie früher in die Ausstellung gehen. Nein, kein Sammelsurium, sondern laut Kirstin Zinke mit Themeninseln, also angelehnt an die zuletzt abgebaute Ausstellung. Über dieser Ausstellung soll das Schaudepot der Ofen- und Feuerstättensammlung einziehen. Durch eine Tür im Giebel ist es mit einem Hubwagen zu bestücken. In Gitterboxen, die wiederum in Schwerlastregalen stehen, sollen die Exponate zu sehen sein.

In der Museumswerkstatt sollen die Exponate der Sammlung, die bislang noch keiner konservatorischen Behandlung unterzogen wurden, nach und nach bearbeitet werden. Die ist dank Heizung und Wasseranschluss ganzjährig nutzbar und für die anstehenden Arbeiten ausgestattet.

Wenn alles so klappt, wie es soll, dann ist die Feuerstättenausstellung im Jahr 2022 erstmals wieder zu sehen. Das Jahresthema im Museum ist dann laut Kirstin Zinke „Kohle – was für ein Stoff!“ In diesem Jahr wird man sich mit dem Thema „Heimat“ befassen. Im September soll das Bildungs- und Begegnungszentrum „Transferraum Heimat“ eröffnen, untergebracht im ehemaligen Besucherzentrum, das sich nun vor dem eigentlichen Bergbaumuseum befindet. Veranstaltungen und Ausstellungen in der Energiefabrik sollen sich mit Lebenswegen und Lebensbildern, Zu- und Wegzügen befassen, in der zweiten Jahreshälfte beispielsweise auch mit den Persönlichkeiten Werminghoff und Petschek, mit den Ursprüngen der industriellen Kohleförderung verbunden.

Sorbische Trachtenträgerinnen

Im ersten Halbjahr soll die Ausstellung „Wenn du gehst“ zu sehen sein – 54 großformatige Fotos auf Fahnen, die die letzten sorbischen Trachtenträgerinnen zeigen.

Am hinteren Ende von Fabrik II soll die Ofensammlung 2022 wieder ihren Platz finden.
Am hinteren Ende von Fabrik II soll die Ofensammlung 2022 wieder ihren Platz finden. © Foto: Uwe Schulz
Schornsteinfeger Bernd Müller zeigt hier 2009 das Buch zu seiner Sammlung „Heiß geliebt“.
Schornsteinfeger Bernd Müller zeigt hier 2009 das Buch zu seiner Sammlung „Heiß geliebt“. © Archivfoto: Rainer Könen
Hier verließen bis 1993 die Briketts die Brikettpressen und letztlich nach rechts die Fabrik.
Hier verließen bis 1993 die Briketts die Brikettpressen und letztlich nach rechts die Fabrik. © Foto: Uwe Schulz

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