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Praktische Fahrprüfung mit neuem Verfahren

Die Neuerungen versprechen Verbesserungen, aber werden auch kritisch gesehen.

Auf dem Weg zur Fahrerlaubnis gelten jetzt neue Regelungen bei der Prüfung.
Auf dem Weg zur Fahrerlaubnis gelten jetzt neue Regelungen bei der Prüfung. © Archivfoto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Für gewöhnlich treten mit Jahresbeginn immer einige gesetzliche Neuerungen in Kraft. Ab dem 1. Januar gilt unter anderem die Optimierte Praktische Fahrerlaubnisprüfung (OPFEP). Damit wird in allen Führerscheinklassen ein neues Verfahren umgesetzt. Das hat auch in Hoyerswerda verschiedene Auswirkungen für die Führerscheinanwärter und die Fahrschulen, die allerdings derzeit aufgrund der geltenden Verordnungen geschlossen sind.

Wesentliche Änderungen, die sich für Fahrschüler ergeben, sind die längere Dauer der Prüfung und erhöhte Kosten. Aus Sicht des Prüfers muss nun ein neues elektronisches Prüfprotokoll ausgefüllt werden. Mit denen und daraus folgenden weiteren Änderungen wird zum einen ein bundesweiter Standard erwirkt und zum anderen wird für „mehr Objektivität in der Bewertung und eine verbesserte Rückmeldung“ gesorgt, wie es in einer Mitteilung der Prüfgesellschaft Dekra heißt, die die Änderungen vorstellt.

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Eine speziell entwickelte Software auf einem Tablet unterstützt künftig den Prüfer bei seiner Bewertung. Dennoch wird betont, dass er nicht in seiner Hauptaufgabe eingeschränkt wird, die „nämlich in der Beobachtung des Bewerbers während der Fahrt“ liegt, äußert sich Dr. Andreas Schmidt, Leiter Fahrerlaubniswesen bei der Dekra Automobil GmbH.

In der Klasse B, die zur Führung eines Pkw berechtigt, wird die Prüfung nun 55 Minuten statt bisher 45 Minuten in Anspruch nehmen. Dabei werden fünf Minuten längere Fahrtzeit aufgrund von mehr Fahraufgaben veranschlagt und die anderen fünf Minuten der Zeit für das Feedbackgespräch und die Einschätzung angerechnet. Das bedeutet, dass pro Arbeitstag eines Prüfers etwa zwei Prüfungen wegfallen, schätzt Steffen Hartmann, Leiter der Fahrschule Hartmann in Hoyerswerda, die neuen Zeiten ein. Daher sind in Summe weniger Prüftermine vorhanden als bisher. Doch er sieht noch weitere Nachteile in den veränderten Regelungen – besonders für die Fahrschüler. Denn die höheren Kosten kommen ebenfalls hinzu. Bisher wurden in der Klasse B knapp 90 Euro, nun fast 117 Euro verlangt. Das bedeutet eine Steigerung von knapp 30 Prozent. In der Lkw-Ausbildung waren es bisher um die 147 Euro und ab sofort etwa 176 Euro. Wenn die Prüfung also nicht auf Anhieb bestanden wird, geht das nun noch mehr ins Geld. Die Kostenerhöhung kommt durch die Anschaffung von Hard- und Software, sowie Schulung und Mehraufwand zustande.

Das elektronische Prüfprotokoll fasst die fünf Fahrkompetenzbereiche und die acht Fahraufgaben zusammen. Der Prüfer ist angehalten, überdurchschnittliche Leistungen und Fehler darin festzuhalten. Daraus ergibt sich, egal wie die Prüfung ausgeht, eine Auswertung, die Stärken und Schwächen aufzeigt. Der Fahrschüler erhält eine schriftliche Zusammenfassung, die online abgerufen werden kann.

Steffen Hartmann weist darauf hin, dass das helfen kann, aber er meist die Schüler nach den gemeinsamen Fahrstunden ohnehin gut einschätzen kann. Er sieht in den Neuerungen „nicht den großen Vorteil“, sondern eher die Faktoren höhere Kosten, erhöhte Durchfallgefahr, weniger Prüftermine, längere Wartezeiten.

Doch, wie es sich im Alltag bewähren wird, zeigt sich, sobald die Fahrschulen mit den Änderungen ausbilden und prüfen. Bis dahin sind das Vermutungen aufgrund langjähriger Erfahrung.

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