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Reimann-Roman und Krabbelgruppe

Zweite Hoyerswerdaer Bürgerwiese am Sonntag in Hoyerswerda mit Taufe des Kulturschiffs „Jednota“.

Der Chor der Oberschule singt auf der Bürgerwiese.
Die Kulisse gibt das Kulturschiff „Jednota“, „Einheit“, ab. Das ist auch bei den nächsten Bürgerwiesen dabei.
Der Chor der Oberschule singt auf der Bürgerwiese. Die Kulisse gibt das Kulturschiff „Jednota“, „Einheit“, ab. Das ist auch bei den nächsten Bürgerwiesen dabei. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Endlich wieder Feste feiern und sich begegnen! Diese Freude über die Rückkehr zur Normalität war bei allen Teilnehmern der zweiten Bürgerwiese der KulturFabrik (KuFa) Hoyerswerda zu spüren. Stefan Mölke hat sie an seine Kindheit im Wohnkomplex (WK) I mit Fußballspielen zwischen den Häusern erinnert.

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Kulturschatztruhe wird gefüllt

Der Chor der Oberschule Hoyerswerda konnte nach ersten erlaubten Proben die Bürgerwiese mit einigen Popsongs eröffnen. Der Blickfang hinter den Schülern war aber ein großes, neu gebautes Holzschiff mit bunter Fahne, das später „K.S. Jednota“ (Kulturschiff Einheit) getauft wurde. „Jednota ist das sorbische Wort für Einheit“, erklärt Christian Völker-Kieschnick, der derzeit stellvertretend das vom „Gebietsbezogenen Integrierten Handlungskonzept“ GIHK finanzierte Projekt Stadtteilanker-Bürgerwiesen organisiert. Dieses soll Einheit und Zusammenarbeit aller Vereine und Institutionen in Hoyerswerda stärken. Die hölzerne Kulturschatztruhe des Schiffes wird in jedem besuchten Wohngebiet mit einem typischen Gegenstand bestückt. Für den WK I ist das der Hoyerswerda-Roman „Franziska Linkerhand“ von Brigitte Reimann, sagt Christian Völker-Kieschnick. Natürlich ist das kein Buch zum Lesen, sondern eins aus Holz. Teilnehmer der Jugendwerkstatt der Diakonie St. Martin haben es genau wie das ganze Schiff angefertigt. Bis zum Projektabschluss im September 2021 wird das Kulturschiff jetzt auf jeder Bürgerwiese präsent sein.

In Harz und in Wasser

Dr. Katharina Elle aus Neschwitz mit ihren in Epoxydharz eingegossenen, filigran aussehenden Insekten und Blüten sowie Stadtakteure, zu denen der Modellbauclub und der Zoo in Hoyerswerda gehören, haben sich im WK I vorgestellt. Die Leiterin der Zooschule Hoyerswerda, Silke Kühn, hat Besuchern an ihrem Stand erklärt, wie Insektenhotels gebastelt werden – und, ein weiterer nützlicher Tipp für Hobby-Gärtner, dass größere Mengen Kaffeesatz Schnecken von Beeten fernhalten. Nach dem Corona-Lockdown kann Silke Kühn endlich wieder Vollzeit arbeiten, denn viele Kindergartenkinder und Schüler aus dem südlichen Brandenburg machen jetzt mit von ihren Einrichtungen her Ausflüge in den Zoo. Der Sonnabend, an dem in Hoyerswerda Schuleingang gefeiert wird, ist mit drei Führungen ausgebucht. Seit kurzem dürfen die beiden Schülergruppen der Zooranger ihr Projekt „Ökozonien“ weiter vorantreiben und die Teenager bereiten ein Terrarium für einen Axolotl vor – einen mexikanischen Schwanzlurch aus der Familie der Querzahnmolche (Ambystomatidae), der ohne Metamorphose sein gesamtes Leben als Kiemen-Atmer vor allem im Wasser verbringt. Sein Name entstammt einer aztekischen Sprache und bedeutet etwa so viel „Wassermonster“. Alexander von Humboldt brachte im August 1804 den ersten Axolotl nach Europa. Nun hat er es also (fast) auch nach Hoyerswerda geschafft.

Ab dem 7. Juli in der KuFa

Astrid Kuhn von der Familienbildungsstätte Bischofswerda, die das Regionalteam Hoyerswerda leitet, hat ebenfalls die nun wieder möglichen analogen Angebote ihrer Einrichtung vorgestellt. Ab dem 7. Juli um 10 Uhr beginnt in der KuFa die Krabbelgruppe für Kinder neu, die noch nicht die Kindertagesstätte besuchen. Bei diesen regelmäßigen Treffen haben die Kleinen erstmals Kontakt mit ihresgleichen. Eltern können miteinander über alle Fragen der Kindererziehung reden und Astrid Kuhn ist als Gruppenleiterin und Ansprechpartnerin vor Ort. „Wer teilnehmen möchte, muss sich anmelden“, mahnt sie.

Jetzt kann sie auch ihre Arbeit mit Eltern und Kindern in Kitas sowie Schulen erneut aufnehmen, und das Regionalteam Hoyerswerda plant im Herbst in der hiesigen Stadtbibliothek „Brigitte Reimann“ an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße 6/7 einen Lesetag für Vorschulkinder.

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