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Rückkehr in die Klassenzimmer

Offen ist die Frage nach der Dauerhaftigkeit des allgemeinen Präsenzunterrichts.

Deutschstunde in der Klasse 6d des Hoyerswerdaer Foucault-Gymnasiums, einer Sportklasse mit Lehrerin Anne Hentschel.
Deutschstunde in der Klasse 6d des Hoyerswerdaer Foucault-Gymnasiums, einer Sportklasse mit Lehrerin Anne Hentschel. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. An einer Wand des Léon-Foucault-Gymnasiums in Hoyerswerda hängen großformatige Bilder. Schüler haben Porträts gemalt – mit Masken abgedeckte Gesichter. Dass das wohl bestimmendste Thema unserer Tage auch und gerade an Schulen nicht vorbei geht, haben die letzten Monate deutlich gemacht.

So saßen die Foucault-Schülerinnen und Schüler der 6d nun im Deutsch-Unterricht, um Texte über ihre Erfahrungen mit der Pandemie zu verfassen. „Einsam“ sei es in den vergangenen Wochen beim Lernen daheim gewesen, sagt Klassensprecherin Leonie Senf, „aber man konnte sich die Zeit einteilen.“ Waren zuletzt in den weiterführenden Schulen nur die Mädchen und Jungen aus den jeweiligen Abschlussklassen anwesend, ist seit Montag wieder generell Präsenzunterricht.

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Das Empfinden scheint universell: „Die Schüler haben sich gefreut, wieder da sein zu können“, sagt Ilka Kügler von der Bernsdorfer Oberschule. „Sie sind froh, wieder in die Schule zu dürfen“, schildert Günter Kiefer vom Hoyerswerdaer Johanneum. „Das kann ich so bestätigen“, erklärt Uwe Blazejczyk vom Foucault-Gymnasium.

Freilich gelten nach wie vor Vorsichtsmaßnahmen, von denen das Abstandhalten und das Masketragen eingeübt sind. So war es schon, bis Mitte Dezember die Schulen schlossen – zum zweiten Mal nach der ersten Zwangspause von März bis Mai.

Neu ist, dass die Schulen sich am Dienstag Sars-CoV-2-Selbsttests abholen konnten. Am heutigen Mittwoch startet die Testpflicht, einmal in der Woche für Schülerinnen und Schüler, zweimal fürs Personal. Ilka Kügler kann das nicht so richtig nachvollziehen: „Sinn macht es ja eigentlich nur, wenn ich jeden Tag teste.“ Weitere Regel: Die Klassen sind wegen der Abstände geteilt. Es gibt Wechsel-Unterricht, jeweils eine Gruppe in der Schule und die andere daheim. Bei Foucaults und am Johanneum wird wochenweise gewechselt. In der Bernsdorfer Oberschule gilt das nur für Siebt- und Achtklässler. Dort steht so viel Platz zur Verfügung, dass Fünft- und Sechstklässler, die in der Schulform noch ankommen, sowie Neunt- und Zehntklässler, die schon die Prüfungen in Sichtweite haben, permanent in der Schule sind.

Für die Abiturienten beginnen die Prüfungen Ende April. „Sie sind schon zuversichtlich, dass sie ein ordentliches Abitur machen können“, sagt Günter Kiefer über seine Zwölfer – trotz der nun seit einem Jahr mehr als herausfordernden Umstände nicht nur für die Kinder, sondern auch für deren Eltern, die sich teils in der Rolle von Hilfspädagogen wiederfinden.

Allgemein wird nun in dieser Woche der Wissensstand ermittelt. Die Lehrerinnen und Lehrer wollen ergründen, wo sie ansetzen können und wo Nacharbeit erforderlich ist. „Erstaunlich gut“, sagt Lehrerin Anne Hentschel vom Foucault-Gymnasium, sei der Stand der Dinge in der 6d: „Man merkt, dass sie zu Hause ordentlich gearbeitet haben.“ Ob sich nun nächste Woche die andere Hälfte der Klasse ebenso unter Beweis stellen kann, steht jedoch in den Sternen. Bleibt es im Kreis Bautzen bei Inzidenzen von mehr als hundert, dann griffe auch in den Schulen die sogenannte Notbremse – mit Zuständen wie zuletzt. „Nicht so schön“ wäre das, sagt 6-d-Klassensprecher Henrik Herrmann: „Dann hätten wir uns ja nur eine Woche gesehen.“

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