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Schadstoffablagerungen im Dubringer Moor

Das Land Sachsen hat chemische Belastungen des Vincenzgrabens untersuchen lassen.

Der Vincenzgraben quert zwischen Scheckthal bzw. Dubring und Dörgenhausen das Dubringer Moor. Mitgeführte Schadstoffe lagern sich hier ab.
Der Vincenzgraben quert zwischen Scheckthal bzw. Dubring und Dörgenhausen das Dubringer Moor. Mitgeführte Schadstoffe lagern sich hier ab. © Foto: Gernot Menzel

Bei Zeißholz entspringt der Vincenzgraben, schlängelt sich auf reichlich zehn Kilometern Länge durch Scheckthal, durchs Durbinger Moor und Dörgenhausen, bevor er in Groß Neida in die Schwarze Elster mündet. Dass das Bächlein ein wahrhafter Umwelt-Patient ist, ist nicht neu. Der Wasserkörper-Steckbrief der Bundesanstalt für Gewässerkunde sagt: ökologischer Zustand – schlecht, chemischer Zustand – nicht gut, Fischbesatz – schlecht, Sauerstoff- und Salzgehalt – mäßig beziehungsweise „schlechter als nicht gut“.

2017 schrieb das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) Untersuchungen zur Belastung des Gewässers aus. Denn abgesehen von der Art der vorhandenen Schadstoffe gab es wenige exakte Angaben. „Bisher können die konkreten Quellen, Quellpfade und Quellstärken nicht benannt werden“, hieß es damals. Inzwischen ist das Wissen gewachsen. Ist der Zustand des Vincenzgrabens von seiner Quelle bis Zeißholz weitgehend naturnah, findet man in Richtung Scheckthal saures Wasser und darin zu viel Sulfat, Eisen, Nickel sowie Zink. Hinter Scheckthal kommt noch Cadmium hinzu. Ursachen benennt das LfULG nun sehr klar: „Die Hauptquellen für die vorgefundenen Belastungen sind der Braunkohlefolgesee Clara III und die beiden aktiven Grauwackesteinbrüche Lieske und Dubring II.“

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Auswirkungen unklar

Alles nicht schön, aber dass der Bach dann durchs Naturschutzgebiet Dubringer Moor fließt, ist ein echtes Problem. „Das Moor wirkt als Filter und hält einen Großteil der chemischen Substanzen, die der Vincenzgraben mitbringt, zurück“, schildert das Landesamt. So zeigen Messungen, dass sich 88 Prozent des Cadmiums und 77 Prozent des Sulfates im Moor ablagern. „Derzeit ist nicht bekannt, wann diese Filterwirkung aufgebraucht sein wird, wie sich die Stoffe innerhalb des Moorkörpers verteilen und sich möglicherweise auswirken“, sagt LfULG-Sprecherin Karin Bernhardt.

Hier hat man nun also denselben blinden Fleck wie bisher beim Vincenzgraben. Schließlich waren die Gefährdung des Moors, seiner Pflanzen- und Tierwelt nicht Gegenstand der Untersuchungen. Doch auch das Gewässer selbst hat noch nicht alle Einzelheiten preisgegeben, so Bernhardt: „Unsere Fachleute schätzen ein, dass die Aussagekraft des zweieinhalbjährigen Untersuchungszeitraumes hinsichtlich der gemessenen Werte nicht ausreicht, vor allem, weil der gesamte Untersuchungszeitraum durch teils intensive Trockenjahre geprägt war.“ Heißt: Offen ist die Frage, ob und wie sich mehr Regen und höhere Grundwasserstände bemerkbar machen.

Gezeigt hat sich jedoch, dass nicht nur das Moor Schadstoffe zurückhält, sondern dass sich die Teichwirtschaft Zelder positiv auf den pH-Wert auswirkt. Denn die intensive Bekalkung der Teiche und diffuser Zufluss von deren Wasser in den Vincenzgraben werden dafür verantwortlich gemacht, dass jener in Richtung Dörgenhausen deutlich weniger sauer ist. Bis zur Mündung lässt die Wirkung jedoch wieder nach.

Maßnahmen werden geprüft

Nun haben die Untersuchungen den offiziellen Namen „Vorhabens- und Sanierungsplan“. Daher sind auch Maßnahmen festgelegt worden, über die das LfULG aber noch nicht spricht. Grund: Umsetzungsfähigkeit und Genehmigungsfähigkeit seien noch nicht geklärt. Bezüglich des Moors sei jedoch klar, dass lange Trockenheit und ein Absinken des Wasserstandes im Gebiet es mehr bedrohten als die Schadstoffe: „Zum dauerhaften Erhalt muss möglichst das gesamte Wasseraufkommen des Einzugsgebietes verfügbar gemacht werden.“

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