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Sechs Hektar Platz für Ideen

Zu Hoyerswerdas Gewerbegebiet Tausend-Mann-Lager soll der Bebauungsplan geändert werden. Es gibt einen Interessenten.

Entsteht hier nach über einem Vierteljahrhundert die erste Neuansiedlung im Tausend-Mann-Lager?
Entsteht hier nach über einem Vierteljahrhundert die erste Neuansiedlung im Tausend-Mann-Lager? © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Viel Platz für Ideen gibt es im Westen der Stadt Hoyerswerda. Sechs Hektar Fläche sind im Gewerbegebiet Tausend-Mann-Lager noch frei. Und das im Großen und Ganzen unverändert seit 1994. Damals war ein Bebauungsplan aufgestellt worden, der hier aber nur „nicht störendes Gewerbe“ vorsah, also Lager, Büros, stille Firmen. Es wurde für ordentliche Straßen gesorgt, die Flächen werden turnusmäßig gemäht. Aber es hat sich ansonsten eben nicht viel getan.

Ein Teilareal dient an Wochenenden als Lkw-Parkplatz, nebenan loderte vor Corona stets zum 30. April zumindest in mehreren Jahren ein Hexenfeuer. Und man hat es gerade an den nicht so gut einsehbaren Bereichen immer wieder mit illegalen Müllablagerungen zu tun – von Gartenabfällen bis hin zu Bauschutt. „Das Gewerbegebiet umfasst eine Fläche von ca. 11 Hektar, zuzüglich der Flächen für Verkehrswege. Derzeit sind rund 5 Hektar belegt“, erläutert Wirtschaftsförderer Bernd Wiemer. Innerhalb des Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Tausend-Mann-Lager“ sind demnach derzeit sieben Firmen aktiv tätig. „So stellt beispielsweise eine Firma Industrie-Gummi-Beschichtungen her. Weitere Firmen nutzen die bestehenden Gebäude als Lagerhalle, Werkstatt, Betriebshof sowie Büroflächen. Dies sind beispielsweise Zelder Amphibienfahrzeuge oder Melde + Berthold. Die Tierpension Schreiber ist ebenfalls in diesem Gewerbegebiet angesiedelt“, so Wiemer weiter.

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Einst existierte hier auch die Fensterfirma Noga. Doch die ist lange passé.

Die Garagen befinden sich im Eigentum privater Bürger. Garagen sind in Hoyerswerda irgendwie immer gefragt. Aber auch da gibt es große Unterschiede im Tausend-Mann-Lager. Es gibt eingezäunte und gepflegte Komplexe, wo freiwerdende Garagen schnell einen neuen Besitzer finden, aber auch Reihen, in denen es eher wüst und verwildert aussieht und man nicht so recht weiß, wann das letzte Mal jemand in der einen oder anderen Garage überhaupt drin war. Was also stimmt nicht mit diesem Gewerbegebiet, dass es ein Vierteljahrhundert lang so großflächig brach liegt? Glücklicherweise hatte man sich bereits vor etlichen Jahren dagegen entschieden, es mit Solaranlagen zuzupflastern, wie es auf Teilen des benachbarten Gewerbegebiets Nardt geschehen ist, wobei es auch dort immer noch freie Flächen gibt.

Und es ist schon wieder ein halbes Jahrzehnt her, dass im Tausend-Mann-Lager die Erweiterung einer Firma mit großem Krach nach zweijähriger Verhandlung scheiterte. Es ging um den Vorwurf, dass sich Bauschutt und Fundamentreste im Boden befinden und um einen deshalb geforderten Preisnachlass beim Grundstückskauf, der nicht gewährt wurde. Der Unternehmer ist seitdem sauer auf die Stadt und die Stadt hat seitdem hier auch keinen weiteren Quadratmeter veräußert, keine zusätzlichen Steuereinnahmen generiert.

Laut Bernd Wiemer liegt jetzt aber eine Kaufabsicht für ein 1,6 Hektar großes Grundstück vor: „Eine in Hoyerswerda ansässige Firma möchte hier ein Unternehmen ansiedeln. Da der B-Plan 1994 nur für «nicht störende Gewerbe» aufgestellt wurde, muss die Stadt vor Ansiedlung dieses Unternehmens erst eine Änderung des B-Planes durchführen. Hierzu muss zunächst ein Lärmgutachten erstellt werden. Das Verfahren zur Änderung des B-Planes soll noch in diesem Jahr beginnen.“

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