merken
PLUS Hoyerswerda

Viele Ideen für das Bahnhofsgebäude

Mit einer Bürgerbefragung und einer Machbarkeitsstudie tastet sich die Stadt Bernsdorf an eine künftige Nutzung heran.

Für diese Gebäude am Bernsdorfer Bahnhof wird eine Nutzung gesucht.
Für diese Gebäude am Bernsdorfer Bahnhof wird eine Nutzung gesucht. © Foto: bauhoys

Bernsdorf. Nachdem er die Sanierung des historischen Bernsdorfer Rathauses und des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes der Oberschule zur allgemeinen Zufriedenheit bewerkstelligt hat, wurde der Hoyerswerdaer Planer Thomas Gröbe nun damit betraut, sich über die Zukunft des Bahnhofsgebäudes am Bahnhof Straßgräbchen-Bernsdorf Gedanken zu machen. Was dabei herausgekommen ist, das erfuhren die Stadträte in ihrer gemeinsamen Ausschusssitzung am Dienstagabend im Rathaus.

Für 50.000 Euro hat die Stadt Bernsdorf das seit Jahren leerstehende Bahnhofsgebäude samt des dazugehörigen 3.500 Quadratmeter großen Grundstücks im vergangenen Jahr erworben. Um Ideen zusammenzutragen, wie beides genutzt werden sollte, wurde von der Stadtverwaltung ein öffentlicher Aufruf an die Bürgerschaft gestartet. Mehr als 50 Zuschriften sind eingegangen, ließ Thomas Gröbe wissen. Darüber hinaus gab es einige Telefonate.

Anzeige
Raus in die Natur!
Raus in die Natur!

Sie sind noch auf der Suche nach einem neuen Ausflugsziel in der Region? Wie wäre es denn mit Großenhain?

Das Spektrum der Vorschläge war breit gefächert. Was den Außenbereich angeht, so reichten diese von einer E-Ladestation und Wasserstoff-Tankstelle über einen Außenwartebereich und der Realisierung einer Umsteigefunktion zwischen Bus und Bahn bis hin zu Fahrradstellplätzen. Im Gebäude selbst könnten zum Beispiel Lagerräume für die AG Dorfgeschichte Straßgräbchen und Räume für die AG Stadtgeschichte zur Verfügung gestellt werden oder für eine Tourist-Information und natürlich für einen Wartebereich. Auf der Wunschliste der Bürger standen auch ein Kiosk, ein Biergarten, eine Kneipe oder wenigstens ein Imbiss. Eine öffentliche Toilette gehört ebenso dazu wie eine Fahrradstation mit Verleih und Werkstatt. Ferienwohnungen für Eisenbahn-Nostalgiker sowie die Unterbringung einer Rettungs- und Polizeiwache waren weitere Vorschläge. Als neuer Standort für das Mehrgenerationenhaus mit dessen Angeboten kommt das Bahnhofsgebäude allerdings nicht infrage, wie der Planer betonte. Dafür wäre eine Fläche von 600 bis 700 Quadratmeter notwendig. Im Gebäude in der jetzigen Form sind es nur knapp 430 Quadratmeter, würden die oberen Geschosse abgetragen werden, blieben nur rund 230 Quadratmeter.

Thomas Gröbe hat sich natürlich auch den Gebäudekörper angeschaut. Mit dem Keller sei nichts anzufangen – zu flach, zu nass und voller technischer Gerätschaften. Der Rohbau an sich sei im guten Zustand. Das gilt auch für einige Räume im Innern, darunter die ehemalige Gastronomie. Die Decken dagegen seien verfault. Besonders schlimm ist der Zustand im Bereich der drei ehemaligen Wohnungen. Und überall dort, wo der Vorbesitzer etwas baulich ändern wollte, sei gravierender Schaden angerichtet worden. Was die Sanierung kosten würde, dazu sagte der Planer nichts.

Ausführlich widmete er sich dagegen den Nutzungsmöglichkeiten in Abhängigkeit von der Geschossigkeit. „Aus dem Erdgeschoss könnte man etwas wirklich Schickes machen.“ Er sprach von Gastronomie einschließlich Imbiss mit Gartennutzung und der Gastronomie zugeordneten Toiletten. Es wäre Platz für einen Aufenthaltsbereich im Fall einer Bahnhofsnutzung sowie für eine Polizeistation, einen Fahrradverleih und eine Gewerbeeinheit. Die Nutzung von drei Geschossen macht dagegen nach Ansicht von Thomas Gröbe nur Sinn, wenn es von den Vereinen gelebt wird als Zentrum des Gemeinbedarfs.

Für den Planer ist das zentrale Thema die Umsteigefunktion des Bahnhofs zwischen Bahn und Bus oder auch dem Auto. „Das muss das Ziel sein, nicht nur für Bernsdorf, sondern für die Region.“ Er sieht in der Bahn eine Alternative für die Pendler, die nach Dresden zur Arbeit fahren.

Bürgermeister Harry Habel (CDU) riet den Stadträten, dass Gehörte erst einmal sacken zu lassen. Im Übrigen erinnerte er daran, dass die Machbarkeitsstudie, die Stadt nichts kostet – der Freistaat bezahlt.

Mehr zum Thema Hoyerswerda