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Wasserwerk Boxberg wächst

Der Neubau, der auch Ortsteile von Spreetal versorgen wird, ist die größte Investition des WZV Mittlere Neiße – Schöps.

Gut zu wissen für die Bürger der WZV-Mitgliedsgemeinden: Die Arbeiten auf der Baustelle des neuen Wasserwerks Boxberg kommen gut voran.
Gut zu wissen für die Bürger der WZV-Mitgliedsgemeinden: Die Arbeiten auf der Baustelle des neuen Wasserwerks Boxberg kommen gut voran. © Foto: Constanze Knappe

Boxberg. Gut im Zeit- und Terminplan liegt der Bau des neuen Wasserwerks in Boxberg . Darüber informierte Petra Brünner, Geschäftsführerin des Wasserzweckverbands (WZV) „Mittlere Neiße – Schöps“, jetzt die Bürgermeister der acht Mitgliedsgemeinden in Boxberg. Der WZV ist auch für die Trinkwasserversorgung/Abwasserentsorgung der Spreetaler Ortsteile Burg, Burghammer, Burgneudorf, Neustadt/Spree und Spreetal zuständig; für Spreewitz und Zerre organisiert er nur die Abwasserentsorgung.

Nachdem der ursprünglich für April geplante symbolische Spatenstich wegen der Corona-Beschränkungen ausfallen musste, wurde Anfang Juni der Grundstein gelegt. Es wurden die Fundamente gesetzt und Anfang Juli die sechs Filterkessel – jeder sechs Meter lang, fünf Meter breit und über 18 Tonnen schwer – eingesetzt. Drumherum wurde die Halle gebaut. Sie ist jetzt so weit fertig, dass mit dem Einbau der maschinellen Technik begonnen werden kann. Parallel dazu wird gerade der östliche Reinwasserbehälter saniert. Anschließend wird das Wasser aus dem Westbehälter abgelassen und dieser ebenfalls saniert.

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Probebetrieb im nächsten Jahr

Das Wasserwerk in Boxberg wird nach seiner Inbetriebnahme 35.000 Menschen mit Trinkwasser in hoher Qualität versorgen. Dafür sollen pro Jahr etwa 500.000 Kubikmeter Wasser aus dem Bärwalder See und weitere 1,5 Millionen Kubikmeter aus dem unterirdischen Abstrom des Sees entnommen werden. Dafür wurden 36 Meter tiefe Brunnen gebohrt. Schon bald sollen die ersten Pumpversuche beginnen. Das ist nach Aussage von Petra Brünner allerdings „erst möglich, wenn Strom vorhanden ist“. Am letzten Mittwoch hatte ein Schwerlasttransport die Trafostation für die Wasserfassung geliefert. Die neue zwei Kilometer lange Rohwasserleitung vom See zum Wasserwerk ist zu 80 Prozent fertig. „Mitte nächsten Jahres soll das neue Wasserwerk in den Probebetrieb gehen. Nach jetzigem Stand der Dinge sieht es so aus, dass wir das auch schaffen“, erklärte Petra Brünner auf Nachfrage von TAGEBLATT. Nach der Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks wird das alte in Boxberg abgerissen und die alte Filtratfassung bis 2023 zurückgebaut.

Alles in allem sind fast zehn Millionen Euro für die Großinvestition veranschlagt, wobei der Bergbausanierer LMBV die Kosten für Wasserfassung und Rohwasserleitung komplett übernimmt und darüber hinaus etwas mehr als die Hälfte für den Neubau des Wasserwerks bezahlt.

In diesem Jahr stehen Ausgaben von 5,8 Millionen Euro für Wasserwerk, Wasserfassung und Rohwasserleitung zu Buche. 2021 sind weitere 4,27 Millionen Euro geplant. Wie Petra Brünner die Bürgermeister informierte, steht die Finanzierungsvereinbarung mit der LMBV. Zwei Millionen Euro kommen vom Bergbausanierer.

Das Wasserwerk Boxberg samt Wasserfassung und -leitung ist zwar 2021 die größte Investition und noch dazu von absoluter Priorität, nicht aber das einzige Vorhaben.

Hand in Hand mit Stadtwerken

Der von den Bürgermeistern der WZV-Mitgliedsgemeinden einstimmig beschlossenen Investitionsplan 2021 bis 2025 sieht Ausgaben in Höhe von 24,2 Millionen Euro vor. Darunter beispielsweise die Trinkwasserleitung in Kringelsdorf für 644.000 Euro in 2021/22. In den Plan neu aufgenommen wurde die Erneuerung weiterer Trinkwasserleitungen im Verbandsgebiet, unter anderem im Zusammenhang mit dem Bau der Ortsdurchfahrt Sagar. Dafür sind nach Aussage von Petra Brünner 2021 zwei Millionen Euro vorgesehen sowie in den darauffolgenden vier Jahren jeweils vier Millionen Euro. Der WZV möchte die Möglichkeiten des Strukturanpassungsgesetzes nutzen. Bis zur nächsten Woche wird der erste Fördermittelantrag gestellt, hieß es in der Verbandsversammlung.

Für den Abwasserbau sieht der Investitionsplan bis 2025 Ausgaben von knapp 3,9 Millionen Euro vor. Allen voran die Druckleitung Klitten – Uhyst mit einem Pumpwerk am Strand von Uhyst. Für die Fertigstellung des 2018 begonnenen Vorhabens sind im nächsten Jahr noch einmal 230.000 Euro vorgesehen. Die ersten vier Lose sind bereits abgehakt, so Petra Brünner. 2022 soll für 2,7 Millionen Euro die Kläranlage Boxberg erweitert werden. Ein entsprechender Fördermittelantrag liegt der Landesdirektion vor. Für den Ersatzneubau von Schmutzwasserpumpwerken wurden 700.000 Euro eingestellt.

Mittlerweile beendet sind die Erschließungsarbeiten für das neue Wohngebiet an der Straße der Freundschaft in Boxberg.

„Bei den Zahlen, die wir bewegen, sind das richtig große Aufgaben“, kommentierte der Verbandsvorsitzende und Boxberger Bürgermeister Achim Junker (CDU) den Investitionsplan des WZV. Dieser wird ergänzt durch Investitionen der Stadtwerke Weißwasser: im Bereich Trinkwasser 330.000 Euro unter anderem für Hausanschlüsse und Destriktzähler und im Bereich Abwasser 105.000 Euro besonders für Hausanschlüsse in Boxberg, Krauschwitz und Klitten. SWW-Geschäftsführerin Katrin Bartsch lobte die „sehr gute Abstimmung“ zwischen Stadtwerken und Verband. „Es ist ein anspruchsvolles Werk und deshalb ganz wichtig, miteinander Hand in Hand zu arbeiten“, sagte sie.

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