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Weniger Besucher im Corona-Jahr...

... und dennoch ein Sommer-Hoch

Das „Liebespaar unterm Regenschirm“ wurde 1963 von Jürgen von Woyski geschaffen. So lange ungestört wie jetzt war das Paar im Zoo aber noch nie.
Das „Liebespaar unterm Regenschirm“ wurde 1963 von Jürgen von Woyski geschaffen. So lange ungestört wie jetzt war das Paar im Zoo aber noch nie. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Es war im Jahresverlauf längst absehbar und mit dem zweiten Lockdown im November besiegelt. Doch jetzt liegen die Zahlen vorn Zoo & Schloss Hoyerswerda für das Jahr 2020 offiziell vor: Insgesamt wurden 113.468 Besuche gezählt. Im Vergleich zum Jahr 2019 sank die Anzahl der Besuche somit um 19 %, bzw. in Zahlen um rund 27.000 Besuche.

Wie die Zoo-, Kultur und Bildung gGmbH mitteilt, konnten der Zoo Hoyerswerda an 107 Tagen und das Schloss & Stadtmuseum an 142 Tagen im Jahr 2020 coronabedingt nicht besucht werden. Zahlreiche Veranstaltungen der beiden zusammengehörenden Einrichtungen mussten ausfallen, darunter auch der besucherstarke Stadtkindertag und die Tierische-Halloween-Party genauso wie das Familienfest Historica und der weihnachtliche Hofzauber am Weihnachtsmarkt-Wochenende. Die Bildungs-und Erlebnisangebote der Zoopädagogik waren nur stark eingeschränkt nutzbar und die Projekte der Museumspädagogik fanden gar nicht statt.

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Während der Zoo Hoyerswerda seit dem viertem Mai wieder öffnen konnte, musste das Museum Hoyerswerda vorerst geschlossen bleiben. Fast einen Monat länger war das Schloss & Stadtmuseum Hoyerswerda für Besucher nicht zugänglich. Mit Engagement feilten die Mitarbeiter an einem umfangreichen Hygienekonzept, um das Museum auch in vollem Umfang und mit allen interaktiven Mitmach-Stationen erlebbar zu machen. Ausstellungseröffnungen, Führungen, Feierlichkeiten, Vortragsreihen und andere Veranstaltungen waren im vergangenen Jahr ebenfalls nur begrenzt oder gar nicht möglich.

Wenn man die Besucherzahl mit denen der letzten Jahre vergleicht, relativiert sich der Verlust. Das Jahr 2019 war mit 140.123 Besuchern das stärkste Jahr des vergangenen Jahrzehnts. Dabei hatte man schon das Jahr 2018 mit 125.629 Besuchern als das bis dahin besucherstärkste Jahr gefeiert. Zumal die Zoos im deutschsprachigen Raum im Gegensatz zu früher auf ein einheitliches Zählsystem umgestellt hatten, Dauerkartennutzer nicht mit einem völlig zu hoch angesetzten Besuchswert eingerechnet wurden. Im Jahr 2017 zählten Zoo und Schloss beispielsweise nur 106.456 Gäste.

Der Fakt, dass im Jahr 2020 viele Menschen Urlaub im eigenen Land machten und auch das Seenland davon stark profitierte, bescherte in den Sommermonaten bis in den Oktober hinein dem Zoo Hoyerswerda in vergleichsweise kurzer Zeit viele Besucher. Aber auch sonst ist man recht kreativ.

„Wir haben dennoch Wege gefunden, um Geschichtsinteressierten die Schätze unseres Museums zu zeigen. So wurden in sozialen Medien ausgewählte Objekte unter der Rubrik „Museum digital“ präsentiert. Die Resonanz, die wir anhand der Kommentare und Reichweite messen konnten, kann sich sehen lassen. Auch wenn «Museum digital» unsere Arbeit in Zukunft weiter begleiten wird, können Bilder und Texte den Anblick eines authentischen Objektes sowie das Erlebnis eines Besuches bei uns natürlich nicht ersetzen“, fasst Kerstin Noack, Leiterin des Schloss & Stadtmuseums, das Jahr 2020 zusammen.

Und so beginnt das neue Jahr wie das alte geendet hat: mit Einnahmeausfällen und einer ungewissen Perspektive. Dennoch können sich Besucher im Jahr 2021 auf neue Anziehungspunkte in Zoo und Schloss Hoyerswerda freuen. So wird unter anderem die Anlage der Servale erweitert und die Kolkraben bekommen eine komplett neue Voliere. Eine Sonderausstellung im Schloss, geplant für den Herbst 2021, beschäftigt sich mit dem Thema „Was ist erhaltenswert?“ Dabei steht die Frage im Fokus, welche Gegenstände es wert sind, bewahrt zu werden und was historische Sammlungen auszeichnet. Diese Sonderausstellung begleitet den aktuellen Prozess des Depotumzugs.

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