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Nach der Planung ist vor der Planung

Wieder einmal befasst sich Bernsdorf mit der Zukunft des Waldbades. Eine neue Studie ist beauftragt worden.

Das Bernsdorfer Waldbad ist ein Kleinod, das sich nicht nur bei den Bernsdorfern großer Beliebtheit erfreut,
Das Bernsdorfer Waldbad ist ein Kleinod, das sich nicht nur bei den Bernsdorfern großer Beliebtheit erfreut, © Foto: Ralf Grunert

Bernsdorf. Knapp 100 Jahre ist es her, dass aus einem wilden Badegewässer in einer gefluteten ehemaligen Kiesgrube das Bernsdorfer Waldbad wurde. Das geschah unter der Regie des 1920 gegründeten Wassersportvereins Bernsdorf. Peu à peu entstand daraus in den nachfolgenden Jahrzehnten ein Naherholungsgebiet, das sich schon seit tiefsten DDR-Zeiten großer Beliebtheit auch bei Dauercampern von außerhalb erfreut. Allerdings ist das Waldbad trotz aller Hingabe der verschiedenen Betreiber mittlerweile in die Jahre gekommen und in seiner Entwicklung mehr oder weniger stehengeblieben.

Daran möchte die Stadt Bernsdorf als Eigentümerin etwas ändern. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung die Erstellung eines „Entwicklungskonzeptes zur zukünftigen Ausrichtung des Bernsdorfer Waldbades“ beschlossen. Möglich machten das Leader-Fördermittel. Der Dresdner Heidebogen hatte dieses Projekt zur Förderung empfohlen, das Kreisentwicklungsamt des Landkreises Bautzen das Geld bewilligt. Im Oktober war der Bescheid über eine Maximalzuwendung von 80 Prozent im Bernsdorfer Rathaus eingegangen. Der Stadtrat gab nun den beizusteuernden Eigenanteil frei und beschloss auch gleich, das Architekturbüro Ilona Palme aus Kamenz mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Knapp 26.000 Euro (netto) kostet das. Der städtische Anteil beläuft sich auf rund 6.700 Euro. Im August 2021 soll die Studie vorliegen.

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Die Badbetreiber-Familie Gläßer weiß Bescheid, was die Stadt vorhabe, erfuhr Torsten Biallas (CDU) auf Nachfrage. Es werde selbstverständlich eine Zusammenarbeit mit den Betreibern geben. „Das war auch eine Bedingung für die Bewilligung der Fördermittel“, ließ Hauptamtsleiterin Gabriele Witschaß wissen. Bei alledem sollte darauf geachtet werden, dass der Charakter des Bades, wie ihn die Bernsdorfer wünschen, erhalten bleibt, merkte Torsten Biallas noch an. „Es wird eine Abwägung von Wünschen und Möglichkeiten erfolgen“, kündigte Gabriele Witschaß an. Und Bürgermeister Harry Habel (CDU) verwies auf den Gebäudebestand. Bei der Gaststätte „Zur Räuberhütte“ zum Beispiel müsse man sehen, ob diese noch zeitgemäß ist.

„Im Bernsdorfer Waldbad ist ein umfassender Sanierungs- und Modernisierungsstau entstanden“, so lautet die Feststellung in der Begründung zum Vergabebeschluss, in der es außerdem heißt: „Das Ergebnis der Studie soll eine mit der Stadt, den Betreibern und Nutzern, den weiteren Interessengruppen und mit dem Tourismusverband abgestimmte fachlich untersetzte Entwicklungskonzeption sein, die den Grundanforderungen an eine zeitgemäße touristische Infrastruktur entspricht.“

Diese Planung wurde 2009 von der Landschaftsarchitektin Christine Tenne aus Kamenz im Auftrag der Stadt Bernsdorf angefertigt.
Diese Planung wurde 2009 von der Landschaftsarchitektin Christine Tenne aus Kamenz im Auftrag der Stadt Bernsdorf angefertigt. © Abbildung: Büro Tenne

Ganz neu ist das allerdings nicht. Schon im Jahr 2009 hat Christine Tenne mit ihrem Kamenzer Büro für Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung ihre Vorstellungen über die künftige Gestaltung des Bernsdorfer Waldbades zu Papier gebracht. Bei der Vorstellung im Kreise der Stadträte fanden ihre Ideen Gefallen. So hielt die Landschaftsarchitektin bei der Gestaltung des Eingangsbereiches des Bades für dringend nötig. Gastronomie, Sanitäranlagen und Rezeption sollten im Bereich der Gaststätte konzentriert werden. Ein neu zu errichtendes Rezeptions- und Gaststätten-Gebäude veranschlagte sie mit rund 400.000 Euro. Auf einer größeren Freifläche könnte ein Abenteuerspielplatz errichtet werden, der sowohl von Badegästen, als auch von Besuchern von außerhalb genutzt werden sollte, weil es schade wäre, wenn er nur während des Saisonbetriebes zur Verfügung stünde. Umgestaltungsmaßnahmen seien auch im Dauercamping-Bereich nötig, so lautete ein weiterer Hinweis von Christine Tenne. Schließlich soll das Dauercamping dem Waldbad Geld einbringen. Eine Komplett-Umgestaltung des Waldbades hielt die Expertin nicht für notwendig.

„Hier handelt es sich um Planungen für die nächsten Jahre, für das nächste Jahrzehnt“, hat Bürgermeister Harry Habel schon 2009 gesagt. Dieses Jahrzehnt ist allerdings ohne gravierende Veränderungen im Waldbad vergangen, sieht man mal von den Betreiber-Wechseln ab. Und nun soll eine weitere Planung folgen ...

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