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Neueinweihung mit großen Emotionen

Die Grundschule Am Markt Laubusch ist ein Gemeinschaftswerk der Stadt Lauta und der Gemeinde Elsterheide.

Am Montag, dem 6. September, kurz nach 7 Uhr wurde das symbolische Band zur Eröffnung der Grundschule Am Markt Laubusch von Schulleiterin und Bürgermeister durchtrennt.
Am Montag, dem 6. September, kurz nach 7 Uhr wurde das symbolische Band zur Eröffnung der Grundschule Am Markt Laubusch von Schulleiterin und Bürgermeister durchtrennt. © Foto: Gernot Menzel

Laubusch. Alle drei Festredner bei der feierlichen Neueinweihung der Grundschule Am Markt in Laubusch haben ihre geplante Redezeit um das Doppelte überschritten. „Das, was gesagt wurde, musste aber auch gesagt werden“, befand der Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark in seinem Grußwort. „Denn hier ist etwas Großes entstanden, etwas Gutes getan worden.“ Vize-Landrat Udo Witschas sprach von einem „Beispiel für funktionierende interkommunale Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg“ und erinnerte an „staunende, respektvolle und vielleicht auch etwas neidische Blicke“ bei einer Begehung der Schulbaustelle am Rande einer Bürgermeisterkonferenz im Frühsommer. „Da habt ihr nichts falsch gemacht.“ Diese Worte galten dem Lautaer Bürgermeisters Frank Lehmann und dessen Elsterheider Amtskollegen. Denn die Sanierung des Schulgebäudes ist nun mal ein Gemeinschaftswerk von Lauta und der Elsterheide. Der Elsterheide deshalb, weil deren Dörfer eine historische Beziehung zum Schulstandort Laubusch haben und das Gros der heutigen Schüler in der Elsterheide lebt.

Kurz nach seinem Amtsantritt als Bürgermeister im Jahr 2015 sei der damalige Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke mit dem Vorschlag an ihn herangetreten, zu prüfen, ob die seit 2006 nicht mehr genutzte Schule am Markt in Laubusch der neue Grundschulstandort werden könnte, schilderte Frank Lehmann zurückblickend. Im Herbst 2015 habe Lauta daraufhin gemeinsam mit der Elsterheide begonnen, einen „in die Zukunft gerichteten Weg für den Grundschulstandort Laubusch zu beschreiten“. Im Mai 2016 fiel im Lautaer Stadtrat die Entscheidung für die Schule am Markt. Einen Monat später schlossen beide Kommunen eine Vereinbarung zur Beteiligung an den Investitionskosten. „Die Gemeinde Elsterheide hat sich freiwillig bereit erklärt, die Hälfte der nach Abzug aller Fördermittel verbleibenden Kosten aus ihrem Haushalt zu finanzieren.“ Es handelt sich um eine Summe von 1,257 Millionen Euro. Den gleichen Betrag steuert auch Lauta zur Sanierung bei, die nach aktuellem Stand 10,195 Millionen Euro kosten wird. „Wir hoffen, dass wir etwas darunter bleiben“, übte sich Lautas Bürgermeister in verhaltenem Optimismus und ließ wissen, dass „in einigen Wochen auch die noch zu erledigenden Restarbeiten getan sein werden“. Wiederholt betonte Frank Lehmann, dass die Realisierung dieses Bauvorhabens „ohne erhebliche Förder- und Drittmittel“ nicht möglich gewesen wäre. Extra-Applaus von den im Kulturhaus zur Festveranstaltung versammelten Gästen bekam er, als er sich zum zweiten Mal die Nase geschneuzt und dazu entschuldigend bemerkte hatte: „Irgendwo wollen die ganzen Emotionen auch hin ...“

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Das beeindruckte Sachsens Kultusminister Christian Piwarz. „Man konnte Ihrer Rede anhören, mit wie viel Herzblut Sie bei der Sache sind“, sagte er. Beeindruckt war er auch von der Form, wie die Neueröffnung der Grundschule begangen wird. „Eine ganze Festwoche ist Ihnen das wert. Das zeigt auch, welchen Stellenwert Schulen im ländlichen Raum haben.“ Eine Bausumme von rund zehn Millionen Euro sei zwar nicht wenig Geld, so der Minister. Das Resultat kann sich aber sehen lassen. „Die Schule ist ein bemerkenswertes Beispiel, was gelingen kann, wenn sich viele unterhaken und etwas gemeinsam machen.“

Schulleiterin Monika Simmank war die Erleichterung deutlich anzusehen, als sie sagte: „Gott sei Dank, es ist geschafft.“ Diese Feststellung bezog sie nicht nur auf die Baumaßnahmen an sich, sondern auch auf den langen Weg bis zur Entscheidung, dass es im Ortsteil Kolonie wieder eine Schule geben wird. Sorgen hatte ihr und vielen Laubuschern 2014/2015 ein Verkaufsschild am leerstehenden Schulgebäude gemacht. „Dankbar können wir sein, dass sich kein Käufer fand.“ Es wäre aus ihrer Sicht auch undenkbar gewesen, in diesem am 18. Oktober 1923 eingeweihten Schulzweckbau eine andere Nutzung zu planen. Froh ist Monika Simmank auch, dass die Prognose im 2016 erstellten städtebaulichen Entwicklungskonzept, wonach es im Schuljahr 2021/2022 rund 100 Schüler in Laubusch geben würde, nicht eingetreten ist. Tatsächlich sind es 178 Schüler, die jetzt unter modernsten Bedingungen lernen. „Wir haben die Kreidezeit hinter uns gelassen und sind zur Digitalisierung übergewechselt“, formulierte es die Schulleiterin. Anstelle von Tafeln gibt es in allen Fachunterrichtsräumen digitale Touch-Displays.

„Wir haben das Richtige getan“, betonte Bürgermeister Frank Lehmann. Er lud alle Kritiker und Skeptiker dieser Investition in die Zukunft ein: „Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass dieser Schulstandort über Generationen gesichert bleibt.“

Das Akkordeonorchester der Musikschule Fröhlich musizierte bei der Festveranstaltung im Kulturhaus-Saal.
Das Akkordeonorchester der Musikschule Fröhlich musizierte bei der Festveranstaltung im Kulturhaus-Saal. © Foto: Gernot Menzel
Schulleiterin Monika Simmank mit einem Gemälde, das die Schule am Markt zeigt – ein Elsterheider Geschenk.
Schulleiterin Monika Simmank mit einem Gemälde, das die Schule am Markt zeigt – ein Elsterheider Geschenk. © Foto: Gernot Menzel
Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (rechts) war vom Schulhaus und dem Umfeld angetan.
Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (rechts) war vom Schulhaus und dem Umfeld angetan. © Foto: Gernot Menzel

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