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„Ich bin mein größter Kritiker“

Biathlet Justus Strelow verpasst in Altenberg das EM-Ticket. Weitere sächsische Talente glänzen beim Deutschlandpokal.

Von Stephan Klingbeil
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Denkt jetzt schon an die nächste Saison – und will dann wieder angreifen: Justus Strelow.
Denkt jetzt schon an die nächste Saison – und will dann wieder angreifen: Justus Strelow. © Egbert Kamprath

Ein Wochenende zum Vergessen hat Justus Strelow von der SG Stahl Schmiedeberg beim Deutschlandpokal in Altenberg erlebt. Sachsens derzeit bester Biathlet und IBU-Cup-Starter belegte bei den Männern zunächst im Massenstart nur den achten Platz. Sechs Schießfehler leistete sich der 22-Jährige aus Hermsdorf im Erzgebirge in der Sparkassen-Arena in Zinnwald. Den Sieg sicherte sich Marco Groß vom SC Ruhpolding. Bei der Verfolgung einen Tag später lief es läuferisch zwar etwas besser für Strelow. Allerdings war der Rückstand, mit dem er ins Rennen ging, schon von Beginn an eine erhebliche Hypothek. Die sieben Fehler am Schießstand bedeuteten am Ende erneut lediglich Rang acht. Der Rückstand auf Tagessieger David Zobel (SC Partenkirchen) betrug satte 3:49.6 Minuten.

Damit stand auch fest: Strelow wird nicht an den Europameisterschaften kommende Woche im weißrussischen Minsk teilnehmen. Nur die beiden Bestplatzierten hätten noch auf dem EM-Zug aufspringen und das deutsche Team mit seinen sechs Startern komplettieren können. Für Strelow hätte vielleicht sogar eine Top-3-Platzierung gereicht, um nach Weißrussland fahren zu dürfen, denn Simon Schempp vom SV Uhingen wird womöglich nicht rechtzeitig fit für die EM. „Ich weiß nicht, woran es lag, ich habe einfach nicht getroffen. Es war zwar auch windig, aber das ist keine Ausrede, weil die anderen ja die gleichen Bedingungen hatten“, sagt Justus Strelow enttäuscht. „Es lief schon unglücklich für mich. Aber ich habe natürlich bis zum Schluss weiter gekämpft, habe zwischendurch nicht aufgegeben oder irgendwie den Kopf hängen lassen, obwohl schnell klar war, dass ich ein Wunder hätte brauchen müssen, um doch noch die EM-Qualifikation zu packen.“

Nachdem Strelow in dieser Saison erstmals das erhoffte Ticket für den IBU-Cup, die zweithöchste internationale Rennserie, ergattert hatte und beim zweiten Sprintwettkampf Anfang Dezember am Auftaktwochenende im schwedischen Idre gleich Bronze geholt hatte, war die EM-Teilnahme sein drittes großes Ziel in diesem Winter.

Noch nicht im Wettkampf-Modus

Der Sportsoldat, der in Oberhof trainiert, hatte jedoch nach seinem wohl lebensmittelbedingten Infekt während des IBU-Cup-Wochenendes vor rund vier Wochen im polnischen Duszniki Zdroj kein weiteres Rennen vor der finalen Qualifikation in der Sparkassen Arena in Zinnwald mehr bestritten. „Ich vermute, er ist einfach nicht richtig fit geworden“, sagt Peter Bachmann, Leitender Nachwuchstrainer am Bundesstützpunkt Altenberg. Die Anlage sei jedenfalls bestens präpariert gewesen. Die Veranstalter vom SSV Altenberg hätten angesichts der Schneemassen im Vorfeld einen tollen Job gemacht und für sehr gute Bedingungen gesorgt.

„Es war mein erstes Rennen seit dem IBU-Cup in Polen. Da war ich vielleicht noch nicht richtig drin im Wettkampfmodus“, sagt Strelow. Der Deutschlandpokal-Gesamtsieger vom Vorjahr wolle aber nicht den Kopf in den Sand stecken. „Das muss ich jetzt abhaken und nächste Saison neu angreifen“, so der Schmiedeberger Biathlet. „Ich weiß, dass es jetzt nicht besonders gut lief, ich bin mein größter Kritiker. Aber ich blicke nun optimistisch nach vorne. Mein wichtigstes Ziel, im IBU-Cup zu starten, hatte ich ja diese Saison auch erreicht.“

Bis zum Saisonende will Strelow noch an mehreren Volkssportläufen teilnehmen und hofft insgeheim auf die Minichance, vielleicht noch für die abschließenden IBU-Cup-Rennen Mitte März im italienischen Martell-Val Martello nominiert zu werden. Viel wahrscheinlicher sei ihm zufolge aber ein Start beim Deutschlandpokal-Finale in Ruhpolding, das zeitgleich stattfindet.

Zunächst will der Hermsdorfer aber beim Deutschlandcup ab dem 22. Februar im bayrischen Kaltenbrunn antreten. Die Rennen finden im Rahmen der Deutschen Jugendmeisterschaften statt. In Einzel, Sprint und Staffel messen sich dort die besten Biathlontalente Deutschlands.

Mit dabei werden auch mehrere Asse von den Stützpunkten Altenberg und Oberwiesenthal sein, unter anderem die erfolgreichen Jugend-WM-Starter Darius Lodl vom SV Hermsdorf und Hanna-Michéle Hermann (Schwarzenberg). „Zielstellung ist, dass wir wieder mit Medaillen nach Hause fahren“, sagt Trainer Bachmann.

Die Ergebnisse von der Nachwuchs-WM und vom Deutschland-Pokalwochenende jetzt in Altenberg stimmen ihn optimistisch, dass es mit Top-Platzierungen auch klappt. So gewann in Altenberg unter anderem Christoph Noack (Klotzsche) bei Massenstart und Verfolgung (Altersklasse Jugend II), Stahl Schmiedebergs Dominic Endler wurde Dritter im ersten Rennen und Vierter im zweitem (Jugend I). Luise Müller von Grün-Weiß Pirna (Jugend II) schaffte nach längerem krankheitsbedingtem Ausfall starke Ergebnisse mit Rang vier im Massenstart und Bronze im Verfolgungsrennen. Hermsdorfs Iven Hickmann wurde in der Verfolgung Fünfter.

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