merken

"In Deutschland wäre die Strecke längst gesperrt"

Nicht nur Deutsche und Tschechen ärgern sich über den maroden polnischen Bahnabschnitt zwischen Hradek und Zittau. Auch Polen.

Der polnische Abschnitt zwischen Hradek und Zittau ist marode. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird über die Sanierung verhandelt
Der polnische Abschnitt zwischen Hradek und Zittau ist marode. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird über die Sanierung verhandelt © Foto: Matthias Weber

Einhellig haben tschechische, deutsche und sogar polnische Vertreter der Dreiländereck-Region die schleppenden Verhandlungen ihrer Regierungen um die Sanierung des polnischen Abschnitts der Bahnstrecke Zittau-Liberec kritisiert. "In Deutschland, so behaupte ich, wäre die Strecke längst gesperrt", sagte Christoph Mehnert, stellvertretender Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberlausitz-Niederschlesien, kürzlich bei einer Verkehrskonferenz in Zittau. Die  Verkehrsministerien der drei Länder würden seit Jahren verhandeln und hätten nichts erreicht, sagte Martin Puta, Chef der Region Liberec. "Wenn es uns nicht gelingt, solche Kleinigkeiten zu lösen, werden uns die Bürger auch nicht glauben, dass wir größere lösen können". Selbst Agniezska Zakes vom Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien betonte mit Verweis auf die Zentralregierung in Warschau, dass man in Breslau mit dem Zustand auch nicht glücklich ist.

Der marode Bahnabschnitt war bereits zur EU-Osterweiterung vor 15 Jahren nur mit 40 Kilometer pro Stunde befahrbar. Derzeit sind es 30. Die Tschechen haben ihren Teil der Strecke längst saniert, die Deutschen ihren kurzen bis zur Grenze auch. 

Anzeige
Regional - saisonal: Fleischerei Wagner stellt sich vor
Regional - saisonal: Fleischerei Wagner stellt sich vor

"Heimische Produzenten stellen sich vor" - die Volkshochschule Dreiländereck lädt Sie ein hinter die Kulissen der Naturparkfleischerei Wagner zu blicken.

Weiterführende Artikel

Weiter Schleichfahrten

Weiter Schleichfahrten

Die Verhandlungen über die Sanierung des polnischen Abschnitts der Zugverbindung Dresden-Oberland-Zittau-Liberec stecken fest. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Die Verhandlungen der drei Verkehrsministerien aus Berlin, Warschau und Prag haben vor mehr als zwölf Jahren begonnen. Im vergangenen Sommer war eine Einigung für Ende des Jahres angekündigt worden. Davon ist inzwischen keine Rede mehr. Die drei Seiten verhandeln über einen Staatsvertrag, der die generelle Sanierung und Betreibung des Streckenabschnitts beinhaltet, und über einen Finanzierungsvertrag. 

Mehr lokale Informationen: 

www.sächsische.de/zittau

www.sächsische.de/loebau

Wie marode die Strecke ist, kann man unter anderem an dieser Bahnschwelle erkennen.
Wie marode die Strecke ist, kann man unter anderem an dieser Bahnschwelle erkennen. © Foto: Matthias Weber