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Musiker denken an verstorbene Mitstreiterin

Janny Krahl vom Spielmannszug Oberlichtenau starb vor einem Jahr. Geblieben sind viele Erinnerungen an eine besondere Frau.

Janny Krahl vom Spielmannszug Oberlichtenau steckte voller Lebenslust und Optimismus. Vor einem Jahr starb sie. Bei ihren Mitstreitern ist sie unvergessen.
Janny Krahl vom Spielmannszug Oberlichtenau steckte voller Lebenslust und Optimismus. Vor einem Jahr starb sie. Bei ihren Mitstreitern ist sie unvergessen. © Archivfoto: PR/Sandra Freudenberg

Oberlichtenau. „Mit jedem Tag der vergeht, lebst du weiter - in meiner Erinnerung. Hab' all die Bilder mit dir gespeichert - in meiner Erinnerung. Alles endlich, alles verglüht, geht so schnell, eh du dich versiehst. Ich hab' dich hier, ich trag' dich bei mir - in meiner Erinnerung.“ Diese Zeilen aus einem Lied der Bautzener Band Silbermond sind vielen Menschen bekannt. Den Mitgliedern des Spielmannszuges Oberlichtenau (SZO) sprechen sie seit dem 2. Januar 2020 aus dem Herzen und wollen seither einfach nicht verstummen.

"An diesem Tag am Anfang eines turbulenten Jahres musste leider Janny Krahl von uns gehen – viel zu früh und noch immer unbegreiflich", so Janet Kunath vom Spielmannszug. Janny Krahl hatte noch nicht einmal das 40. Lebensjahr erreicht, als sie an einer schweren Krankheit starb. Der Schmerz darüber sitzt noch tief und selbst jetzt, ein Jahr danach, fehlen den Musikern aus Oberlichtenau die Worte.

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Janny Krahl war seit ihrer Kindheit dem Spielmannszug verbunden, zunächst nur als Tochter des damaligen musikalischen Leiters, später auch selbst als Mitglied. In der Nachwuchsformation spielte sie Lyra und Flöte, bevor sie sich im Marsch- und Drillkontingent auf dem Saxophon ganz wie zu Hause fühlte. Doch einfach nur Musikerin zu sein, genügte ihr nicht. Dafür war sie viel zu energie- und ideengeladen.

Gänsehaut bei Lausitzhallen-Besuchern

So engagierte sie sich bald im Bereich Marketing des Vereins, wobei sie neben ihren Ideen auch ihre Erfahrungen und Kenntnisse aus ihrem Studium zur Sport- und Eventmanagerin einbrachte. In den letzten Jahren war Janny Krahl beim SZO unter anderem im Bereich Fördermittel tätig. "Ihrem unermüdlichen Engagement hat der Verein beispielsweise zahlreiche Instrumente zu verdanken und konnte durch ihr intensives Mitwirken das wohl größte Projekt in seiner Geschichte realisieren: den Sportplatzbau am Sport- und Freizeitzentrum", blickt Janet Kunath zurück.

Mit der Geburt ihrer beiden Kinder zog sich Janny zwar als aktive Saxophonspielerin größtenteils zurück, blieb dem Marsch- und Drillkontingent aber als Sängerin nicht nur bei den Weihnachtskonzerten treu. Wie einzigartig und kraftvoll ihre Stimme war, bewies sie schon beim ersten Galakonzert des Spielmannszuges im Kulturpalast in Dresden im Jahr 2002. Unvergessen bleibt ihre wunderbare Interpretation von Led Zeppelins „Stairway to Heaven“, die sie gemeinsam mit dem Marsch- und Drillkontingent im April 2019 in der Lausitzhalle in Hoyerswerda aufführte. Mit ihrer Stimme und ihrer unglaublichen Bühnenpräsenz rockte sie die Halle und hinterließ bei den Zuhörern Gänsehaut. Es sollte eines ihrer letzten Lieder zusammen mit dem SZO werden.

Interessiert an Sport, Kultur, Natur und vielem mehr

Neben ihrer Liebe zur Musik, die sie mit ihrem Ehemann teilte, war Janny vielseitig interessiert. Sport, Natur und gesunde Ernährung zählten ebenso zu ihren Leidenschaften wie Kultur und das Entdecken der Welt. Janny liebte das Leben und liebte es zu leben. "Ihre Energie und Lebensfreude zu beschreiben, ist schwer, denn für einen Menschen wie Janny Krahl, ihr Wesen und ihre Art gibt es eigentlich nicht genug Worte auf dieser Welt", so beschreibt Janet Kunath die Verstorbene. Mit ihr sei jedes Gespräch ein bisschen intensiver, jedes Lachen ein stückweit herzlicher und lauter und jeder Raum ein wenig bunter gewesen. Sie war sehr zielsicher und charakterstark und gleichzeitig herzlich und sensibel.

Ihr nahezu grenzenloser Optimismus war eine Inspiration für ihre Mitmenschen und gibt ihnen nun die Kraft, den Weg ohne sie weiterzugehen. "Ihr Weggang hinterlässt eine Lücke, die zu schließen unmöglich scheint und vielleicht auch gar nicht beabsichtigt ist, denn Janny war und ist einzigartig", so die Mitstreiter vom Spielmannszug. Janny hat einen Mann und zwei Kinder hinterlassen und zahlreiche Menschen, denen es eine Ehre ist, dass sie Teil ihres Weges sein durften. (SZ)

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