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Start im Steinbruch-Museum verschoben

Eigentlich wollte die Einrichtung in Häslich zu Ostern in die Saison starten. Wegen des Lockdowns wird daraus nichts. Der Förderverein schmiedet trotzdem Pläne.

Marion Junge ist die Vorsitzende des Fördervereines Schauanlage und Museum der Granitindustrie in Häslich. Sie hofft auf neue Mitstreiter.
Marion Junge ist die Vorsitzende des Fördervereines Schauanlage und Museum der Granitindustrie in Häslich. Sie hofft auf neue Mitstreiter. © Matthias Schumann

Haselbachtal. Die Werkbahn steht still auf den Gleisen am ehemaligen Steinbruch Prelle. Die Werkstätten sind verschlossen. Nur der Uhu hat sein Quartier in den Felsen bezogen. Doch die äußere Ruhe am Steinbruch-Museum im Haselbachtaler Ortsteil Häslich trügt. Hinter den Kulissen wird gearbeitet. Der Förderverein Schauanlage und Museum der Granitindustrie bereitet die neue Saison vor - immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass aktuelle Corona-Bestimmungen Veränderungen bringen könnten.

Marion Junge aus Kamenz ist seit einem Jahr die Vereinsvorsitzende. "Die Schauanlage war jetzt mindestens fünf Monate geschlossen, zu Ostern wollten wir wieder starten. Doch die neuen Corona-Regeln, die jetzt für die Feiertage gelten, machen das nicht möglich", sagt sie gegenüber Sächsische.de. Es sollte ein vorsichtiges Öffnen im kleinen Rahmen sein - doch auch das ist nach aktuellem Stand nicht möglich.

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Gesucht: Bewerber für Bundesfreiwilligendienst

Die Vereinsverantwortlichen hoffen, dass irgendwann wieder ein bisschen Normalität einkehrt. Die Umsetzung der Pläne für das Jahr hängt aber nicht nur von den Corona-Zahlen ab, sondern auch davon, inwieweit die Vereinsmitglieder in der Lage sind, Führungen, Imbiss und so weiter auch abzudecken. "Wir sind alle Ehrenamtler, zum Teil noch berufstätig, da ist nicht immer genügend Freizeit vorhanden", sagt die Vereinsvorsitzende.

Ein Helfer ist bei allen geplanten Aktivitäten auf jeden Fall mit dabei. Er arbeitet derzeit im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes auf der Schauanlage Prelle, und das nicht nur bei Aktionen, sondern täglich. Zu tun gibt es eine Menge: Aufräumarbeiten nach dem Winter, die Sanierung des alten Büros, Arbeiten in der Werkstatt oder das Aufstellen neuer Bänke. "Diese verschwinden immer wieder mal, was wirklich sehr ärgerlich ist", sagt Marion Junge.

Der Verein könnte noch eine zweite Stelle im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdi) besetzen, die vom 1. April bis Ende September 2021 bewilligt ist. Dafür können sich Interessenten jetzt bewerben. Zu den Aufgaben des Bufdis gehören unter anderem die Absicherung der Öffnungszeiten des Granitmuseums sowie Tätigkeiten im Büro und auf dem Außengelände. Die Arbeitszeit ist auf 20 Stunden die Woche begrenzt.

An der Schauanlage entsteht ein Spielplatz

Ein weiteres Projekt des Vereins sind Bildungsangebote für Kindertagesstätten und Schulen. "Wir stellen Boxen mit verschiedenen Infomaterialien zu drei Themen zusammen. Lehrer oder Erzieher können dann bei uns anrufen und mithilfe der Boxen Projektangebote zusammenstellen", erzählt Marion Junge. Die Themenbereiche sind "Unterwegs auf dem Prelle-Naturlehrpfad", "Uhu und Naturschutz am Steinbruch" und "Ein Steinarbeiter erzählt". Bei Bedarf kann auch eine Führung durch ein Vereinsmitglied organisiert werden. "Bisher war die Resonanz noch nicht so groß, aber wir hoffen, dass die Bildungsprojekte für den außerschulischen Unterricht genutzt werden", sagt Marion Junge.

Außerdem soll zwischen der Schauanlage Prelle und dem Segway-Park ein öffentlicher Spielplatz entstehen. "An uns sind immer wieder Eltern herangetreten, die eine Betätigung für Kinder vermisst haben", erklärt die Vereinsvorsitzende den Grund für das Vorhaben. Der Bau liegt in den Händen der Gemeinde Haselbachtal. "Für uns ist es genauso wichtig wie für den Verein, dass dort ein Spielplatz entsteht", erklärt Bürgermeisterin Margit Boden (parteilos). 18.000 Euro kostet der Spielplatz, der unter anderem mit einer Kletterspinne und einem Klettergerüst ausgestattet sein wird. 14.000 Euro bekommt die Gemeinde dafür aus dem Leader-Programm des Heidebogens.

Verein braucht dringend weitere aktive Mitstreiter

Um ein Spielgerät für die kleinen Kinder kümmert sich der Verein selbst. Es soll in Form einer Lokomotive gestaltet sein. Das Gerät kostet 5.000 Euro, die der Verein über Spenden und Sponsorengelder beschaffen will. "Bisher sind 2.000 Euro zusammengekommen", sagt Marion Junge. Sie hofft, dass das restliche Geld in die Kasse kommt, vielleicht auch über einen Förderantrag beim Deutschen Kinderhilfswerk. Mit dem Bau des Spielplatzes will die Gemeinde noch im Frühjahr beginnen, ein Abschluss ist im Herbst dieses Jahres geplant.

Doch jetzt hofft man erst einmal, dass die Saison irgendwann starten kann. Neben den besonderen Höhepunkten - Himmelfahrt und Tag des Steinarbeiters im September - plant der Verein die Öffnung das Museums auf der Prelle an zwei bis drei Tagen in der Woche und an jedem vierten Sonntag im Monat - wenn es Corona erlaubt. "Aber das steht und fällt mit der Frage, ob wir genügend Personal haben", sagt Marion Junge. Und da könne sie nur darauf hoffen, dass neue aktive Mitglieder zum Verein stoßen. Sonst seien die Aufgaben kaum zu stemmen.

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