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Panschwitz: Klosterstübel öffnet wieder

Zwei Jahre war die Gaststätte im Kloster Sankt Marienstern geschlossen. Ab Sonnabend sind Besucher willkommen. Ein prominenter Gast ist auch dabei.

Das Klosterstübel in Panschwitz-Kuckauer feiert am 3. Oktober Neueröffnung. Milena Vettraino kümmert sich künftig um Marketing und Planung des Restaurants. Küchenchef ist Domingo Colón III.
Das Klosterstübel in Panschwitz-Kuckauer feiert am 3. Oktober Neueröffnung. Milena Vettraino kümmert sich künftig um Marketing und Planung des Restaurants. Küchenchef ist Domingo Colón III. © Matthias Schumann

Panschwitz-Kuckau. Die schweren Holztische aus dem Klosterstübel brauchen eine Rundumerneuerung. Zwei Jahre hat kein Mensch daran gesessen, geschweige denn gespeist. Die ehemaligen Betreiber schlossen die Gaststätte in Panschwitz-Kuckau krankheitsbedingt. Nun stehen die Zeichen auf Neustart.

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Die Handwerker sind fleißig, schleifen alles auf Hochglanz. Die Küche ist noch nicht komplett. Alles muss schnell gehen dieser Tage. Am Sonnabend wird die Panschwitzer Traditionsgaststätte zu neuem Leben erweckt. Milena Vettraino wirbelt zwischen den Männern umher. Sie sieht sich nicht als künftige Wirtin, hat ihre eigene Philosophie dazu. "Ich bin eher eine Gastgeberin, das passt punktgenau", lacht sie.

Vom Sohn auf die Idee gebracht

Die 50-Jährige betreibt das Klosterstübel künftig gemeinsam mit ihrem Sohn und einer weiteren Partnerin. "Mein Sohn hat mich erst auf die Idee gebracht", sagt Milena Vettraino. Denn er lernte vor Jahren im Kloster den Beruf des Heilerziehungspflegers. "In seiner Freizeit jobbte er in der Gaststätte. Das hat ihm Spaß gemacht und er konnte in die Gastronomie hinein schnuppern, auch wenn er seinem Beruf treu geblieben ist", erzählt sie. Dass das Klosterstübel lange leer stand, machte viele traurig. Umso mehr freuen sich die Panschwitzer, aber sicherlich auch die Tagestouristen nun auf die Wiedereröffnung. 

Milena Vettraino ist keine Unbekannte in der Gegend. Vor Jahren war sie Intendantin des Sorbischen Nationalensembles Bautzen, später bei den Bad Hersfelder Festspielen sowie beim Moritzburger Festival engagiert. Und sie stammt aus der Gegend, ist selbst Sorbin. Auch wenn sie mittlerweile den italienischen Namen ihres Mannes trägt. "Ich habe um die Ecke in Cannewitz meine Wurzeln", erzählt sie.

Nach Reisejahren zurück in die Heimat

Nach Jahren des Herumreisens lebt sie nun schon Länger wieder in der Heimat. Als leidenschaftliche Hornistin kam sie in jungen Jahren viel herum. Seit 2019 leitet sie nun die Geschäftsstelle der Stiftung Semperoper, pendelt täglich zwischen der Lausitz und Dresden.

Dass fortan das Klosterstübel einen Großteil ihrer Energie fassen wird, passt für sie gut zueinander. "Ich werde mich um alle organisatorischen Belange kümmern", sagt die 50-Jährige. Jeder im Team habe seine Aufgabe, nur so verderben nicht zu viele Köche den Brei. Apropos Koch: "Wir haben definitiv den Besten gefunden", freut sich Milena Vettraino. Die rührige Geschäftsfrau hat Kontakte spielen lassen, herumgefragt. 

Zum Klosterstübel gehört neben einem Gewölbekeller und einer kleinen Stube auch ein großer Biergarten. Auch für den Roten Saal des Klosters nebenan haben die neuen Betreiber bereits Ideen.
Zum Klosterstübel gehört neben einem Gewölbekeller und einer kleinen Stube auch ein großer Biergarten. Auch für den Roten Saal des Klosters nebenan haben die neuen Betreiber bereits Ideen. © Matthias Schumann

Und sie fand Domingo Colón III. Der gebürtige New Yorker und die Stiftungsleiterin kamen sofort überein. "Da stimmte einfach die Chemie", sagt Milena Vettraino. "Ich bin Musikerin, er war früher Tänzer im Tanztheater", lacht sie. Und spätestens nach dem Probekochen wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Der 54-jährige Küchenchef mit puerto-ricanischen Wurzeln lebt seit Wochen in Panschwitz. Hat sich mit einigen Leuten vor Ort bekannt gemacht und fühlt sich wohl. "Ich bin nicht gekommen, um zu scheitern", sagte er zu Milena Vettraino zu Beginn ihres Kennenlernens. Das hat ihr imponiert... 

Wer nun aber exotische Speisen oder ähnliches auf der künftigen Karte vermutet, der irrt. "Wir bieten nach wie vor die traditionelle Küche an, allerdings neu interpretiert. Und natürlich verarbeiten wir frische Produkte aus den klösterlichen Teichen und Wäldern, auch von regionalen jungen Bauern." Auch ein spezieller Grill - ein Smoker - wird angeschafft, damit man vor allem kleine, feine Leckerbissen zum Mitnehmen anbieten kann. Und ein uriger Pizzaofen im Außengelände ist für das kommende Frühjahr in Arbeit.

Prominenter Gast tritt zur Eröffnung auf

Im angrenzenden Biergarten sitzt man gemütlich unter Walnussbaum und uralter Platane. "Das ist unser absoluter Lieblingsplatz", schwärmt Milena Vettraino. Und so wird es sicherlich auch den Gästen gehen. "Zuerst war ich traurig, dass es doch schon kühler und der Biergarten nicht mehr laufen wird. Aber dann haben wir uns gesagt: So heben wir uns noch ein Highlight fürs Frühjahr auf!" Dafür, dass sie erst im August das Konzept geschrieben hat und im September der Pachtvertrag unter Dach und Fach kam, ist schon sehr viel vollbracht.

Mit dem Klosterstübel mit 30 Plätzen, dem Gewölbekeller mit 50 Plätzen sowie der kleinen Stube mit nochmals 20 separaten Plätzen hat das Team gut zu tun. Die ersten Reservierungen, Familien- und Weihnachtsfeiern stehen im Planer. "Bei uns kann man sich in der Vorweihnachtszeit übrigens zum Plätzchenbacken anmelden. Auch Catering ist geplant und man kann unseren Koch mieten", freut sich die Chefin.

Am 3. Oktober wird Eröffnung gefeiert. Dafür reist ein guter Freund und Weggefährte an: Gunther Emmerlich ist ab 19.30 Uhr mit einer musikalischen Buchlesung zu Gast im Klosterstübel. Dafür sollte man Karten reservieren. Überhaupt soll es monatlich einen kulturellen Höhepunkt geben. Geöffnet ist vorerst Donnerstagmittag bis Sonntagabend.

Kartenreservierung für die musikalische Lesung: Telefon 0171 6571646 

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