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Karl-Heinz Becker erhält die Preuskermedaille

Der Oberbürgermeister zeichnete am Freitagabend noch weitere verdiente Ehrenamtler aus.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Wenn einer wie Zürner ist, dann nur Karl-Heinz Becker. Der 80-jährige Großenhainer ist das Gesicht des berühmten Landvermessers am Hofe Augusts des Starken. Karl-Heinz Becker spielt nicht nur den Skassaer Pfarrer, er setzt sich im Museumsförderverein auch mit Leib und Seele für das Andenken der Postmeilensäulen und den Nachbau des Zürnerschen Meilenwagens ein. Am Freitagabend wurde er neben anderen Ehrenamtlern von Oberbürgermeister Dr. Sven Mißbach mit der Kleinen Preuskermedaille geehrt.

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Karl-Heinz Becker (Mitte) wurde von Oberbürgermeister Sven Mißbach (r.) und Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch für sein Engagement im Förderverein des Museums, insbesondere als Darsteller von Landvermesser Zürner, geehrt.
Karl-Heinz Becker (Mitte) wurde von Oberbürgermeister Sven Mißbach (r.) und Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch für sein Engagement im Förderverein des Museums, insbesondere als Darsteller von Landvermesser Zürner, geehrt. © Anne Hübschmann
Die Probsts erhielten als erste Familie die Preuskermedaille für besondere Einsatzbereitschaft für den Großenhainer Fußballverein 1990 e.V. Sohn Sebastian (vorn) , Annett und Heiko Probst tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein.
Die Probsts erhielten als erste Familie die Preuskermedaille für besondere Einsatzbereitschaft für den Großenhainer Fußballverein 1990 e.V. Sohn Sebastian (vorn) , Annett und Heiko Probst tragen sich ins Goldene Buch der Stadt ein. © Anne Hübschmann
Karl-Heinz Rutsch, Horst Krüger, Siegfried Behla und Gudrun Kracht (v.l.) wurden stellvertretend für die IG Mahnmal Marienkirche geerhrt. Sie kümmern sich seit zehn Jahren um die Aufarbeitung von Opfergeschichten und um Entschädigung.
Karl-Heinz Rutsch, Horst Krüger, Siegfried Behla und Gudrun Kracht (v.l.) wurden stellvertretend für die IG Mahnmal Marienkirche geerhrt. Sie kümmern sich seit zehn Jahren um die Aufarbeitung von Opfergeschichten und um Entschädigung. © Anne Hübschmann
Elisabeth Baier ist eine Ausnahmesportlerin beim Rollsportverein. Die 16-jährige Gymnasiastin aus Ebersbach war bei der EM erfolgreich, trainiert nun für die WM in China und will Großenhain sogar bei Olympia repräsentieren.
Elisabeth Baier ist eine Ausnahmesportlerin beim Rollsportverein. Die 16-jährige Gymnasiastin aus Ebersbach war bei der EM erfolgreich, trainiert nun für die WM in China und will Großenhain sogar bei Olympia repräsentieren. © Anne Hübschmann

Etwa 200 ehrenamtlich Engagierte aus den Bereichen Soziales und Kirche, Natur und Tier, der freiwilligen Feuerwehr sowie Stadt- und Ortschaftsräte waren zum Tag des Ehrenamtes ins Kulturschloss gekommen. Höhepunkt der Veranstaltung, an der auch die sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Barbara Klepsch, teilnahm, war die Verleihung der Kleinen Preuskermedaille. Seit 2000 werden so Menschen ausgezeichnet, die aufgrund langjähriger, ehrenamtlicher Verdienste oder besonderer Einzelleistungen für die Stadt gewürdigt werden sollen.

Unermüdlich auch ohne steten Erfolg

Karl-Heinz Becker ist seit vielen Jahren im Förderverein des Museums Alte Lateinschule aktiv. Mit Gründung des Vereines 1996 wurde er dessen Mitglied und war viele Jahre Schriftführer. Als Leiter der Arbeitsgruppe Zürner setzte er sich aktiv und engagiert für die Errichtung einer Distanzsäule (Postmeilensäule) an der Dresdner Straße ein. Als Magister Adam Friedrich Zürner ist er vielen Großenhainern ein Begriff, da er bereits bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen in der Stadt und der Region den berühmten sächsischen Kartografen im historischen Kostüm verkörperte. Kai-Uwe Schwokowski würdigte als Vorsitzender des Fördervereins in seiner Laudatio Beckers unermüdlichen Einsatz, auch wenn er nicht immer von Erfolg gekrönt war.

Erstmalig Familie geehrt

Erstmals wurde in diesem Jahr zudem eine Familie mit der Kleinen Preuskermedaille ausgezeichnet. Seit Jahren setzen sich die Probsts in unterschiedlichen Funktionen im Großenhainer Fußballverein 1990 e.V. für die Förderung dieses Sportes ein. Heiko Probst ist unter anderem als Vorstandsmitglied, Schiedsrichter und Übungsleiter aktiv. Außerdem ist er Referent für Freizeit- und Breitensport beim Kreisverband Fußball Meißen e.V. Er organisiert in dieser Funktion Fußballturniere für Menschen mit geistiger Behinderung. Anett Probst übernimmt vor allem organisatorische Aufgaben hinter den Kulissen des GFV. Sohn Sebastian Probst fungiert als Übungsleiter der B-Jugend und als Schiedsrichter in der Kreisliga sowie Landesklasse. Die Laudatio für Familie Probst übernahm Steffen Kührt vom GFV 1990, der die Drei für die Auszeichnung nominiert hatte.

Einmalig in der Bundesrepublik

Über ihre Auszeichnung freuten sich auch die anwesenden Mitglieder der Initiativgruppe (IG) Mahnmal Marienkirche Großenhain. Seit ihrer Gründung 2005 arbeitet die IG die persönlichen Schicksale von Betroffenen aus dem Kirchenbezirk Großenhain auf, die Opfer von Diktatur und politischer Gewaltherrschaft wurden, unschuldig in Lagerhaft oder in Gefängnisse kamen und deren Schicksale bis heute oft nur lückenhaft bekannt oder gänzlich ungeklärt sind. Im Turmraum der Marienkirche entstanden aufbauend auf der Arbeit der IG ein Mahnmal sowie ein Raum des Gedenkens mit Gedenkbüchern. Im Rahmen der ehrenamtlichen Arbeit der IG-Mitglieder konnten bislang die Schicksale von über 2 500 Menschen aufgearbeitet, den Opfern Rehabilitierung und den Familien Gewissheit gebracht werden. Pfarrer Eckhard Klabunde, Rektor des Pastoralkollegs Meißen der Landeskirche Sachsens, würdigte die Leistungen der IG-Mitglieder in seiner Ansprache.

Vorbild in Leistungsbereitschaft

Die jüngste Preisträgerin des Abends war die erst 16-jährige Elisabeth Baier. Seit 2005 trainiert die junge Speedskaterin im Großenhainer Rollsportverein e.V. Im vergangenen Jahr wurde sie bei den Europameisterschaften in Österreich insgesamt dreimal Vize-Europameisterin. In der Europa-Cup-Serie belegte sie voriges Jahr einen dritten Platz in der Sprint- und den zweiten Platz in der Langstreckenwertung. Mit der Kleinen Preuskermedaille würdigte der Stadtrat die sportlichen Erfolge der jungen Athletin, die damit zugleich ein Vorbild für Disziplin, Leistungsbereitschaft und Fairness im Sport ist. Die Laudatio für sie hielt die Bürgermeisterin der Gemeinde Ebersbach und Vizepräsidentin des Kreissportbundes Meißen, Margot Fehrmann.

In seiner Begrüßungsansprache betonte Oberbürgermeister Dr. Mißbach die Wichtigkeit des Ehrenamtes vor allem im ländlichen Raum. Ohne freiwillig Engagierte in Vereinen, Organisationen und Gruppen würde es vielerorts an Freizeitangeboten für Jugendliche, Erwachsene und Senioren mangeln. Rettungsdienste und Feuerwehren wären in Not- und Krisensituationen nicht einsatzfähig, und Kunst und Kultur, die Sportförderung, der Natur- und Umweltschutz sowie die Traditions- und Heimatpflege würden nur noch dort stattfinden, wo sich Kommunen dies personell und finanziell leisten könnten, so der Oberbürgermeister. Wichtig sei deshalb, das Ehrenamt in all seinen Facetten anzuerkennen, zu stärken und zu fördern.

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Großenhain- und Zabeltitz-Information, Museen, Bad, Schloss, Kino, Diakonie-Laden und Kirchspiel sind Partner.

Dies gelinge auch durch die Sächsische Ehrenamtskarte, die in Großenhain ab diesem Jahr bei ausgewählten Kooperationspartnern eingesetzt werden kann. Ehrenamtlich Tätige erhalten sie bei der Stadtverwaltung. Inhabern dieser Karte werden sachsenweit Vergünstigungen und Nachlässe gewährt. Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch überreichte die ersten Ehramtskarten in Großenhain an die Preisträger der Preuskermedaille. Anschließend trugen sich Karl-Heinz Becker, Familie Probst, die IG Mahnmal-Mitglieder und Elisabeth Baier ins Goldene Buch der Stadt ein.