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Heidenauer organisiert Hilfe für Slowenien

Ingolf Augustin lebt und arbeitet vier Monate im Jahr in dem Land, das jetzt überflutet ist. Am Sonntag fährt er wieder hin. Diesmal mit Spenden.

Von Heike Sabel
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Ingolf Augustin ist Angler, betreibt eine Angelschule und ein Angelreiseunternehmen. Jetzt ist nicht an angeln zu denken, sondern der Heidenauer hilft Slowenien.
Ingolf Augustin ist Angler, betreibt eine Angelschule und ein Angelreiseunternehmen. Jetzt ist nicht an angeln zu denken, sondern der Heidenauer hilft Slowenien. © privat

Jeder hat sein Traumland, doch kaum einer verbringt dort so viel Zeit wie er gern möchte. Ingolf Augustin aus Heidenau hat nicht nur sein Traumland gefunden, sondern kann dort auch seinen Traumjob und sein Hobby ausüben. Jetzt aber steht Slowenien unter Wasser und braucht Hilfe.

Das Savinja-Tal, in dem er seine zweite Heimat gefunden hat, wurde am 4. August von einer katastrophalen Überschwemmung heimgesucht. Viele Menschen haben alles verloren, Straße, Wege, Versorgung zerstört. Hunderte Menschen haben um ihr Leben gekämpft und mussten mit Hubschraubern gerettet werden. Einige erst nach einem oder sogar zwei Tagen. Und mittendrin der Sportfischerclub Mozirje, in dem Augustin Mitglied ist. Am vergangenen Wochenende hat Augustin seine Spendenaktion gestartet. Am Sonntag wird er mit einem vollen Auto und dem bisher eingegangen Geld wieder nach Slowenien fahren.

Erinnerungen an das Elbehochwasser 2002

Im Auto hat er Reinigungsmittel und haltbare Nahrung wie Nudeln, Reis und Kekse. Er wird es einen zentralen Ort bringen, wo es an die verteilt wird, die es am dringendsten brauchen. Am Herzen liegt Ingolf Augustin auch das Vereinsheim, das sonst am und nun im Wasser steht. Aber die, die alles verloren haben, stehen an erster Stelle, sagt Augustin. Der 50-Jährige erinnert sich, wie es vor 21 Jahren in Heidenau, entlang der Elbe, der Müglitz und Kirnitzsch war.

Das Haus, das fast bis zum Dach im Wasser steht, befindet sich sonst an einem See, nun steht es mittendrin und ist nur eines von Tausenden überfluteten in Slowenien.
Das Haus, das fast bis zum Dach im Wasser steht, befindet sich sonst an einem See, nun steht es mittendrin und ist nur eines von Tausenden überfluteten in Slowenien. © privat

Slowenien hat er vor etwa zehn Jahren entdeckt. Er hatte sein Hobby zum Beruf gemacht, führt eine Angelschule und ein Angelreiseunternehmen. Fliegenfischen ist seine große Leidenschaft. Vier Monate im Jahr lebt und arbeitet Augustin in Slowenien. Die Pension, in der er dort wohnt, profitiert von seinen Reisegruppen, er von der Gastfreundschaft, aus der eine persönliche wurde. Eine Win-win-Situation. Und Augustin ist nicht der fremde Geschäftsmann, sondern engagiert sich auch ehrenamtlich, unter anderem in dem Sportfischerclub Mozirje.

3.000 Euro in wenigen Tagen gespendet

Dessen Hilferuf war auch Anlass für seine Spendenaktion. 3.000 Euro wollte er sammeln, der Betrag ist fast erreicht. 35 Spender hatten binnen weniger Tage zwischen zehn und 435 Euro gespendet. "Aber ich werde die Aktion auch nach dem Erreichen der Zielsumme noch laufen lassen", sagt Augustin. Es wird so viel Geld für den Wiederaufbau gebraucht, da kann es nie zu viel sein.

Seine Frau und seine drei Kinder unterstützen ihn. Der jüngste Sohn hat jetzt seine Ausbildung begonnen. "Wenn er fertig ist, ziehen wir runter", sagt Augustin und meint Slowenien. Dazu gehört er dort schon längst.