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Dynamo-Randale: Anklage gegen 20-Jährigen

Dem Mann wird unter anderem Körperverletzung in 182 Fällen vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft sei er erheblich vorbestraft.

Mitte Mai kam es am Rande des Dynamo-Aufstiegsspiels in Dresden zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.
Mitte Mai kam es am Rande des Dynamo-Aufstiegsspiels in Dresden zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. © Archiv

Dresden. Gut vier Monate nach der Randale beim Dynamo-Aufstiegsspiel hat die Dresdner Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 20-jährigen Deutschen erhoben. Ihm werden Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung in 182 Fällen und versuchte gefährliche Körperverletzung in zwölf Fällen zur Last gelegt, teilte die Ermittlungsbehörde am Freitag mit.

Die Vielzahl der vorgeworfenen Körperverletzungen ergebe sich durch die unterstellte Mittäterschaft, so Sprecher Jürgen Schmidt. Demnach würden die erfassten Taten allen zugerechnet, die mitgemacht hätten.

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Am 16. Mai kam es beim Spiel Dynamo Dresden gegen Türkgücü München zu gewalttätigen Auseinandersetzungen vorm Rudolf-Harbig-Stadion. Das Spiel aufgrund der Corona-Pandemie ohne Zuschauer statt. Auch öffentliche Ansammlungen waren an jenem Tag untersagt. Dennoch kamen mehrere Tausend Personen im Großen Garten zusammen und feierten. Dabei hätten sie jegliche Infektionsschutzregeln missachtet und gesetzeswidrig Pyrotechnik angezündet, so die Staatsanwaltschaft. Mehrere Tausend Polizisten waren im Einsatz.

Der Beschuldigte soll sich ab 14.25 Uhr im Bereich Großer Garten in einer Gruppe von mindestens zehn randalierenden Personen bewegt und Polizisten angegriffen haben. Darüber hinaus wird dem Mann vorgeworfen, eigenhändig in 13 Fällen Gegenstände gegen Polizeibeamte geworfen zu haben, darunter Glasflaschen, Holzbalken und eine Holzpalette. Mit seinen Würfen habe er Polizeibeamte verletzten und ihnen Schmerzen zufügen wollen, so der Vorwurf.

Untersuchungshaft seit Juli

Seit dem 22. Juli sitzt der 20-Jährige in Untersuchungshaft. Er habe sich zum Tatvorwurf geständig eingelassen. Der Beschuldigte sei erheblich vorbestraft und habe bei der ihm vorgeworfenen Tat einschlägig unter Bewährung gestanden. Das Dresdner Amtsgericht muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Bei den Ausschreitungen seien die Täter zum Teil als Gruppe geschlossen, aber auch einzeln handelnd gegen die Einsatzkräfte und Einsatzfahrzeuge vorgegangen. "Zudem wurde eine Journalistin verbal bedroht, an den Kopf geschlagen und ihre am Körper befindliche Kamera durch Faustschläge zerstört", so die Staatsanwaltschaft. Die Körperverletzungen hätten zu teils erheblichen Verletzungen wie Verbrennungen, offenen Schnittwunden, teilweisem Gehörverlust und bis zu zehntägigem Krankenhausaufenthalt geführt. Daneben sei eine Vielzahl von Schnittverletzungen und Hämatomen an den Armen und Händen der Polizeibeamten verursacht worden. Der durch die Ausschreitungen entstandene Sachschaden, unter anderem an 30 Dienstfahrzeugen, betrage rund 30.000 Euro.

Im Zusammenhang mit der Randale haben Polizei und Staatsanwaltschaft mehrere Fahndungswellen mit insgesamt 80 Gesuchten eingeleitet. Mehrere von ihnen haben sich inzwischen gestellt.

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