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Kind in Gorbitz bedroht: Anklage gegen Tatverdächtigen

Ende Juni soll ein 26-Jähriger mindestens einem Kind mit dem Tod gedroht haben. Neuesten Ermittlungen zufolge sei dabei aber keine Machete im Spiel gewesen.

Am Gorbitzcenter soll ein Mann aus Eritrea mindesten einem Kind mit dem Tod gedroht haben.
Am Gorbitzcenter soll ein Mann aus Eritrea mindesten einem Kind mit dem Tod gedroht haben. © Archiv/Rene Meinig

Dresden. Der Fall hat für Aufsehen gesorgt: Ein Mann soll Ende Juni am Dresdner Gorbitzcenter mindestens ein Kind mit den Worten "Ich schlachte dich" bedroht haben. Dabei zeigte er laut Staatsanwaltschaft eine Geste, als ob er ihm die Kehle durchtrennen wolle. Zwei Männer gingen dazwischen. Einen trat der Beschuldigte gegen den Oberschenkel und fügte ihm mit einem Messer unterhalb des Knies eine Wunde zu. Einen Tag später wurde der 26-Jährige aus Eritrea verhaftet. Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn. Ihm werden gefährliche Körperverletzung und Bedrohung zur Last gelegt.

Zunächst war davon die Rede, der Mann habe zwei Kinder mit einer Machete bedroht. Im Zuge der Ermittlungen habe sich der Verdacht aber nicht bestätigt, dass hier eine Waffe im Spiel war, so Jürgen Schmidt, Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft. Auch sei unklar, ob ein oder zwei Kinder bedroht wurden. Von den etwa 12- bis 13-Jährigen fehlt offenbar jede Spur. Sie hätten "nicht festgestellt" werden können.

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Fünf Zentimeter lange Schnittwunde

Bei der Tat am 28. Juni soll der Verdächtige die Männer, die dazwischen gingen, auch zu einer Schlägerei aufgefordert haben. Anschließend habe er den beiden Irakern gedroht, sie umzubringen und abzuschlachten. Bei der anschließenden Messerattacke erlitt einer von ihnen eine fünf Zentimeter lange Wunde. Es habe sich aber nicht um eine Machete, sondern ein eher kleines Messer gehandelt, so Schmidt weiter.

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Der Beschuldigte sei in der Vergangenheit bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten und auch schon einschlägig vorbestraft, teilte die Ermittlungsbehörde am Dienstag mit. Die Staatsanwaltschaft hatte ein beschleunigtes Verfahren gegen den Mann angestrebt. Aufgrund umfangreicherer Ermittlungen sei davon aber Abstand genommen worden, heißt es. Aktuell befindet sich der Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Von einem islamistischen Hintergrund gehe man eher nicht aus, hieß es Anfang Juli. Man gehe von einem persönlichen Motiv aus.

Das Dresdner Amtsgericht muss nun darüber entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird.

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