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Leipzig

Demos gegen Gewalt in Nahost in Leipzig

Der Nahostkonflikt findet auch ein Echo in Deutschland: Hunderte Menschen gingen in Leipzig auf die Straße. In Berlin gab es Ausschreitungen.

Pro-palästinensiche Demonstranten und Unterstützer versammelten sich auf dem Leipziger Augustusplatz.
Pro-palästinensiche Demonstranten und Unterstützer versammelten sich auf dem Leipziger Augustusplatz. © Dirk Knofe

Leipzig. Mehrere hundert Menschen sind am Samstag in der Leipziger Innenstadt gegen die Gewalt im Nahen Osten auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Polizei nahmen an einer "Pro-Palästina"-Demonstration zeitweise bis zu 500 Menschen teil. Ihnen standen den Schätzungen zufolge etwa 200 Teilnehmer einer Kundgebung "Pro Israel" gegenüber.

Anfangs sei die Stimmung kurz aufgeheizt gewesen, zwischen beiden Seiten hätten sich einige Demonstranten Wortgefechte geliefert, sagte ein Polizeisprecher. Die Situation sei aber nicht weiter eskaliert und habe sich beruhigt.

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Ausschreitungen bei Demo in Berlin

Weniger friedlich verlief eine pro-palästinensische Demonstration in Berlin mit nach Polizeiangaben rund 3.500 Teilnehmern. Es kam am Samstag zu massiven Ausschreitungen. Aus den Reihen der Demonstranten, die sich angesichts der Gewalteskalation im Nahen Osten zu dem Protest versammelt hatten, wurden Steine und Flaschen auf die Polizei geschleudert, auch Feuerwerkskörper flogen gegen die Sicherheitskräfte.

Demonstranten schlugen auf Polizisten ein. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Ob Demonstrationsteilnehmer festgenommen wurde, konnte ein Polizeisprecher zunächst nicht bestätigen.

Die Polizei hatte den Protest wegen des Verstoßes gegen die Corona-Hygieneregeln für aufgelöst erklärt. Da sich Demonstrationsteilnehmer nicht an die Anordnung hielten, schritten die Beamten auf der Sonnenallee in Neukölln gegen sie ein. Aus der Demonstration wurden Rufe wie "Kindermörder Israel", "Frauenmörder Israel" und "Free Palestine" laut.

Zuvor war eine andere Demonstration mit rund 120 Teilnehmern vom Hermannplatz zum Rathaus Neukölln friedlich verlaufen. Am Nachmittag sollte es eine weitere Demonstration gehen. Gefordert wurde in einem Aufruf der Kampf für "ein freies Palästina, vom Jordan bis zum Mittelmeer", also auf dem heutigen Staatsgebiet Israels. Insgesamt waren 360 Polizisten im Einsatz.

Teilnehmer der Demonstration verschiedener palästinensischer Gruppen laufen mit Palästina-Flaggen durch Neukölln.
Teilnehmer der Demonstration verschiedener palästinensischer Gruppen laufen mit Palästina-Flaggen durch Neukölln. © dpa

Kundgebungen auch in anderen deutschen Städten

Auch in anderen deutschen Städten waren am Samstag Demonstrationen geplant. Anlass des Protestes war neben der eskalierenden Gewalt auch der Tag der "Nakba" (Katastrophe), den Palästinenser am 15. Mai begehen. Sie gedenken damit der Vertreibung und Flucht Hunderttausender Palästinenser im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.

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In den vergangenen Tagen hatte es in mehreren deutschen Städten antisemitische und anti-israelische Demonstrationen gegeben. Es wurden Israel-Flaggen angezündet, teils antisemitische Parolen skandiert. Der Schutz jüdischer Einrichtungen in Deutschland wurde inzwischen verschärft. (dpa)

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