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Tierheim Bischdorf ist "finanziell am Limit"

Durch die Corona-Pandemie sind der Einrichtung Einnahmen weggebrochen. Auf Facebook hat der Tierschutzverein Löbau-Zittau einen verzweifelten Aufruf gestellt.

Tierheim-Mitarbeiter Wolfgang Loske mit dem sechs Jahre alten Bobby.
Tierheim-Mitarbeiter Wolfgang Loske mit dem sechs Jahre alten Bobby. © Matthias Weber/photoweber.de

Bobby ist den Tierheimmitarbeitern ans Herz gewachsen. Rottweiler und Schäferhund stecken in dem etwa sechsjährigen Vierbeiner. "Er ist ganz lieb, braucht aber eine konsequente Führung", sagt Wolfgang Loske. Zweimal war Bobby bereits vermittelt. Doch der Rüde kam jedes Mal ins Tierheim zurück. In Bischdorf lebt er nun schon länger als drei Jahre. Wem der Hund gehörte, was er erlebte – das bleibt Bobbys Geheimnis. "Der Hund war damals jemandem in Neugersdorf zugelaufen, wir holten ihn ab", erinnert sich der Tierheim-Mitarbeiter. Ein Besitzer meldete sich trotz Suchaufruf die ganzen Jahre nie.

Bobby steht stellvertretend für eins von vielen Hundeschicksalen im Tierheim. Aktuell 36 Hunde warten auf Menschen, die ihnen ein sicheres Zuhause bieten. Tiervermittlung ist eine der Aufgaben der Einrichtung, aber nicht die einzige, wie Ramona Loske, Chefin vom Tierschutzverein Löbau-Zittau, sagt. Pensionstiere – auch Katzen – nehmen die Bischdorfer auf. Das spült auch dringend benötigtes Geld in die Tierheimkasse. "Durch die Corona-Regelungen ist der Tierpensionsbetrieb in diesem Jahr bereits zu 55 Prozent eingebrochen", berichtet die Tierschützerin. Denn in den Urlaub fahren die Leute nicht. Gerade die Urlauber gaben ihre Tiere gern zur Betreuung ab, weil sie wussten, ihre Vierbeiner werden rundherum in dieser Zeit mit allem Notwendigen versorgt. "Wir waren sonst immer vollständig ausgebucht", erzählt Ramona Loske. Das hat sich geändert.

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Ein vierstelliger Betrag fehlt

Zu viele Plätze bleiben frei. Nun fehlt durch die weggebrochenen Einnahmen ein vierstelliger Betrag in der Kasse. Und auch die Veranstaltungen wie der traditionelle "Tag der offenen Tür" im Mai können nicht stattfinden, bei denen das Tierheim in der Vergangenheit Spenden sammelte. Auf Facebook startete der Verein nun einen verzweifelt klingenden Aufruf. Darin heißt es: "Uns fehlen unsere Veranstaltungen so sehr! Ihr fehlt uns! Das, was jetzt jedes Tierheim bekommen soll, reicht nicht einmal für die Kosten eines laufenden Monats." Ramona Loske erklärt, dass damit weniger das Futter gemeint sei. Vielmehr muss die Einrichtung auch die Betriebsausgaben selbst stemmen. Wasser, Strom, Heizung – durch die immer noch kühle Witterung klettern diese Kosten. "Wir können ja nicht die Heizung einfach abstellen", so die Vereinsvorsitzende. Der Aufruf auf Facebook endet mit den Worten: "Vergesst uns nicht."

Im Moment, so bestätigt Ramona Loske, krebse man "finanziell am Limit." Aufgeben komme aber keinesfalls infrage. So will das Tierheim-Team zum Beispiel bei der Stadt Löbau erfragen, ob der Spendenlauf der Stadtwerke vielleicht im Juli stattfinden könnte. Bei diesem Lauf sei der Einrichtung auch immer Geld gesponsert worden. Für Juli ist zudem im Pavillon Neugersdorf eine Spendenveranstaltung geplant. Die Initiative Tierschutz Oberlausitz/Dreiländereck plant eine Benefiz-Veranstaltung mit Bands, leckerem Essen und mehr zugunsten der Tierschutzeinrichtungen in der Region. Ramona Loske hofft sehr, dass das stattfinden kann. Denn noch liegen die Inzidenzzahlen im Landkreis Görlitz um die 200er-Marke. Im Tierheim habe sich bisher kein Mitarbeiter mit dem Virus angesteckt. "Wir testen uns zweimal wöchentlich, halten die Hygieneregeln ein", sagt die Vereinsvorsitzende. Wer mit Hunden Gassi gehen möchte, kann das weiterhin tun, soll aber Maske tragen, wenn die Hunde am Tor abgeholt werden.

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