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Neuerungen bei der Volksbank Löbau-Zittau

Die Volksbank Löbau-Zittau schafft eine neue Abteilung und damit Arbeitsplätze. Der Chef sagt, was es damit auf sich hat - und wo es noch Rendite fürs Ersparte gibt.

Von Romy Altmann-Kuehr
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Die Bankkauffrauen Celine Teurich (rechts) und Stephanie Brauer arbeiten im Team Direkt in der umgebauten Filiale der Volksbank in Ebersbach.
Die Bankkauffrauen Celine Teurich (rechts) und Stephanie Brauer arbeiten im Team Direkt in der umgebauten Filiale der Volksbank in Ebersbach. © Matthias Weber/photoweber.de

Löbau/Zittau. Ein Stuhl, ein Telefon und ein PC - viel mehr brauchen die Bankkauffrauen Celine Teurich und Stephanie Brauer nicht mehr für ihren täglichen Arbeitsalltag in der Bank. Die beiden jungen Frauen gehören einer Abteilung an, die bei der Volksbank Löbau-Zittau ganz neu eingerichtet wurde.

Team Direkt nennt die hiesige Volksbank den neuen Bereich. Vergleichbar ist er mit einem Callcenter, in dem die Mitarbeiter am Telefon Fragen rund ums Bankgeschäft beantworten. Dafür wurde die Ebersbacher Filiale an der Hauptstraße komplett umgebaut. Hier haben die Kollegen nun ihren Sitz.

Der Unterschied zu einem reinen Callcenter: Im Team Direkt arbeiten ausgebildete Bankkaufleute. "Sie können also nicht nur einen Anruf entgegennehmen und weiter vermitteln, sondern viele Anliegen auch gleich klären. Sie sind fachlich dafür ausgebildet", so Karl-Anton Erath, Vorstand der Volksbank Löbau-Zittau.

Kunden sollen künftig erstmal anrufen

Im vergangenen Sommer begann die Volksbank mit dem Umbau. Bereits im Herbst ging das neue Team Direkt in den umgebauten Räumen an den Start. "Wir wollten dem Ganzen aber noch eine Anlaufphase geben, ehe wir das publik machen", erklärt Erath. Nötig gewesen wäre das nicht - von Anfang an habe alles reibungslos funktioniert, auch technisch.

Inzwischen sind sechs Mitarbeiter hier tätig. Zwölf sollen es im besten Fall werden. So viele Arbeitsplätze jedenfalls hat die Volksbank in den neuen Räumen eingerichtet. Es werde sicher noch eine Weile dauern, bis das Arbeitsaufkommen für die Kollegen so groß sei, dass alle Plätze besetzt werden können, sagt Erath.

Aber wenn umgebaut wird, dann vorausschauend und so, dass nicht in einigen Jahren gleich wieder erweitert werden muss, so die Devise. Die neue Struktur muss sich nun erst etablieren. Bislang sind viele Leute es gewohnt, mit ihren Anliegen direkt zur Bank zu gehen.

Künftig setzt die Volksbank darauf, dass die Kunden erst einmal anrufen. "Daran müssen sie sich aber auch gewöhnen", so Volksbank-Chef. "Egal, in welcher Filiale, bei welchem Mitarbeiter man anruft - ist er nicht da oder im Gespräch, landet der Anrufer in Ebersbach beim Team Direkt."

Die Kollegen dort können vieles klären und so kann sich der Kunde den Weg zur Bank oft sogar sparen. "Für alles andere wird ein Gesprächstermin in der Filiale vereinbart. Das vermeidet dort wiederum Wartezeiten auf das Beratungsgespräch", so Karl-Anton Erath.

Fonds, Edelmetalle, Bausparverträge

Dass die Bankgeschäfte nun vorrangig mit Terminvergabe erfolgen, habe aber nichts mit Corona zu tun - sondern mit dem niedrigen Zinsniveau. "Das ist unsere größte Herausforderung", so Erath. Denn die Menschen haben durchaus liquide Mittel, weiß der Bankvorstand.

Die meisten Ersparnisse allerdings liegen auf Konten, ohne einen Ertrag zu bringen, da es ja aktuell keine Zinsen mehr gibt. Zudem käme noch das Problem hinzu, dass viele Banken nun bereits Verwahrentgelt für diese Ersparnisse verlangen. Das Geld muss sinnvoll angelegt werden, ist der Bankvorstand überzeugt. Da gebe es durchaus eine Menge Möglichkeiten, die noch Rendite bringen.

Das gelte sowohl für private Sparer als auch für Firmengelder. Fonds nennt er als Beispiel. Oder auch Bausparverträge oder Edelmetalle. Diese Möglichkeiten dem Kunden nahezubringen, erfordere aber eine ausführliche Beratung und lange Gespräche.

Volksbank-Vorstand Karl-Anton Erath
sagt: Es gibt noch eine Menge Anlegemöglichkeiten mit Rendite.
Volksbank-Vorstand Karl-Anton Erath sagt: Es gibt noch eine Menge Anlegemöglichkeiten mit Rendite. © Matthias Weber/photoweber.de
Von außen alles wie immer - doch die Volksbank hat ihre Filiale in Ebersbach
innen komplett umgebaut.
Von außen alles wie immer - doch die Volksbank hat ihre Filiale in Ebersbach innen komplett umgebaut. © Matthias Weber/photoweber.de
Auch der Pausenraum für die Mitarbeiter wurde modern und gemütlich umgestaltet.
Auch der Pausenraum für die Mitarbeiter wurde modern und gemütlich umgestaltet. © Matthias Weber/photoweber.de

Ein anderes Beispiel, das Erath anführt: Die Bemessungsgrenzen für die Arbeitnehmersparzulage oder auch Wohnungsbauprämie haben sich geändert. "Mehr Menschen haben jetzt die Möglichkeit, das zu nutzen." Und auch damit ist viel Erklärungsbedarf verbunden. Insgesamt sei das Bankgeschäft sehr beratungsintensiv geworden.

Und solche Gespräche können die Mitarbeiter nicht nebenbei führen, wenn der nächste Kunde mit einem vergleichsweise kleinen Anliegen schon in der Türe steht. "Das ist für alle Seiten keine schöne Situation", so Karl-Anton Erath.

"Das ist ein Problem, das wir schon seit Jahren von unseren Mitarbeitern gespiegelt bekommen haben. Wir haben uns lange Gedanken über eine Lösung gemacht." Mit der neuen Struktur reagiert die Bank nun darauf und löst dieses Dilemma.

Beraterin auch weiterhin vor Ort

Eine sechsstellige Summe hat die Volksbank in den Umbau der Räume und die Ausstattung der neuen Arbeitsplätze investiert. Das Gebäude selbst hatte die Volksbank Löbau-Zittau Mitte der 1990er Jahre errichtet. Von außen hat es sich durch den Umbau nicht verändert.

Aber drinnen: Der Selbstbedienungsbereich mit den Automaten ist deutlich kleiner geworden. Denn der Platz wurde für die neuen Computer-Arbeitsplätze benötigt. Zudem gibt es nur noch einen Automaten, der zwei in einem ist: Kontoauszugsdrucker und Geldautomat.

Eine Bankberaterin für Privatkunden ist allerdings auch künftig vor Ort. Nach wie vor gibt es ein Beraterbüro in der Ebersbacher Filiale. "Die Kollegin betreut die Filialen Ebersbach und Oppach", erklärt Erath. Je nach Terminlage mit den Kunden ist sie an einem der beiden Standorte.