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Schüler holen Politiker nach Ebersbach

Die zehn Direktkandidaten des Landkreises werden am Montag auf dem "Markt der Parteien" am Spree-Eck zu sprechen sein. Was den Wähler dort erwartet.

Diese Schüler veranstalten am Montag einen Markt der Parteien in Ebersbach.
Diese Schüler veranstalten am Montag einen Markt der Parteien in Ebersbach. © Matthias Weber/photoweber.de

Von Benjamin Pohl

In drei Wochen werden wieder Kreuze gesetzt, die Bundestagswahl steht an. Doch im Landkreis gibt es "soweit nur in Zittau und Görlitz Infoangebote zur Wahl", sagt Anton Zücker, Abiturient des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Löbau. Er und sechs andere Jugendliche organisieren deshalb am Montag, 6. September, einen "Markt der Parteien" am Ebersbacher Spree-Eck. "Der Mangel an Angeboten war für uns schon Reiz genug, etwas auf die Beine zu stellen", sagt der Abiturient. In Torgau gibt es eine solche Veranstaltung schon länger, das brachte ihn auf die Idee dies auch hier zu tun.

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Zur Bundestagswahl treten dieses Jahr ganze 47 Parteien an. „Wir haben aber nur die Parteien eingeladen, die regional verankert sind und einen Direktkandidaten für den Landkreis Görlitz aufstellen“ erläutert Zücker. Neben den sechs im Bundestag vertretenen Parteien AfD, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, DIE LINKE, FDP, SPD sind das auch vier kleinere Parteien: dieBasis-Partei, Freie Wähler, die LKR und das Internationalistische Bündnis. „Die Bürger können am Montag zwischen 15.30 und 18.30 Uhr einfach vorbeikommen und mit den Politikern persönlich sprechen.“ sagt Anton. „Bei den parteieigenen Veranstaltungen ist das auch möglich, auf dem Markt kann man sich aber gleich mit mehreren Parteien vertraut machen. Vor allem Jugendliche sollen von unserem Angebot angesprochen werden“ sagt Anton. Jeder dieser Direktkandidaten hat einen eigene Stand auf dem Markt.

Zusätzlich ist ein Infomobil der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung dabei. Dort werden allgemeine Fragen über Politik oder die Wahl selbst beantwortet. Für Interessierte stehen Broschüren und Bücher kostenlos zur Verfügung. "Kinder können dort zum Beispiel erfahren, was Politik überhaupt bedeutet und warum die Wahl in einer Demokratie so wichtig ist", berichtet der Mitorganisator.

Bereits eine Podiumsdiskussion hinter sich

Geholfen haben den Jugendlichen bei der Organisation Jürgen Heider von der Jugendberatung des Internationalen Bundes (IB) in Ebersbach und Jana Lambrich vom Verein Lebens(t)räume. Der Internationalen Bund führt auch die U18-Wahl in der Region durch. „Die Idee ist, dass Schüler zuerst auf dem Markt mit den Politikern sprechen und eine Woche später bei der U18-Wahl in den Schulen ihre Stimme abgeben.“ erklärt Anton Zücker. "Die Aufgaben haben wir direkt am Anfang eingeteilt", erzählt Jana Lambrich zum Organisationsablauf. Während sich die Gruppe um die Politiker kümmerte, klärte Jana Lambrich alles Nötige mit der Stadt ab. Für die Jugendlichen war die Kontaktaufnahme einfacher als gedacht. "Die Kandidaten haben auch alle direkt zugesagt", erzählt Anton Zücker.

Für die 17- bis 18-jährigen Schüler war es nicht die erste Veranstaltung zur Wahl. Bereits vor einem Monat haben sie eine Podiumsdiskussion mit den sechs Bundestagskandidaten am Geschwister-Scholl-Gymnasium veranstaltet. "Damals hat der Saal in der Schule nicht mal für alle Interessierten ausgereicht, so groß war der Ansturm." Die Jugendlichen selbst sind schon länger an Politik interessiert gewesen. Der Markt der Parteien sei aber nicht nur an Schüler gerichtet, sagt der Mitorganisator. Vor allem die Wahlberechtigten sollen den Markt am Montag als Entscheidungshilfe nutzen und sich ihre Meinung zu den Kandidaten bilden. Der Markt der Parteien ist von 15.30 Uhr bis 18.30 Uhr geplant.

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