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Große Sorgen um Berufsabschluss

Auszubildende aus dem Kreis Meißen kritisieren ein Berufsschulzentrum in Dresden. Dieses verweigert eine schriftliche Stellungnahme.

Schüler am Beruflichen Schulzentrum für Gesundheit und Sozialwesen Dresden blicken voller Angst auf das Ende ihrer Ausbildung. Einige von ihnen kommen aus dem Elbland.
Schüler am Beruflichen Schulzentrum für Gesundheit und Sozialwesen Dresden blicken voller Angst auf das Ende ihrer Ausbildung. Einige von ihnen kommen aus dem Elbland. ©  André Wirsig

Dresden/Meißen. Freude über Ausfall von Unterricht? Das war gestern. Schüler des Beruflichen Schulzentrums Karl August Lingner beschweren sich darüber, von dem BSZ für Gesundheit und Sozialwesen in Dresden während der Corona-Pandemie mit ihren Problemen alleingelassen worden zu sein. "Es ist zum Beispiel vorgekommen, dass Schüler nach zwei Stunden Fahrt morgens ankamen und Lehrer fehlten. Sie wurden einfach auf ihre Arbeitsstellen geschickt", so heißt es in einer der Meißner SZ-Redaktion vorliegenden und namentlich gekennzeichneten Schilderung. Im Betrieb hätten sich die Verantwortlichen über diese Reaktion sehr erstaunt gezeigt und dieses Verhalten kritisiert.

Als späterhin die Schulen schließen mussten, sei der Schlamassel noch größer geworden. Aufgaben hätten die Schüler entweder gar nicht, dann wieder nur spärlich oder auf der anderen Seite in einem nicht zu bewältigenden Übermaß erreicht. Offenbar mangelte es an einer internen Kommunikation der Lehrkräfte. Hilfe oder Konsultationen seien nicht angeboten worden. Vielmehr wurde auf Selbststudium und Eigeninitiative verwiesen. Die Schüler seien schließlich "alt genug". In der Folge gibt es Berichte von schlechten Zwischenprüfungsergebnissen, die unter dem Durchschnitt vergleichbarer Einrichtungen in Sachsen liegen sollen.

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"Ich habe jetzt große Angst um meinen Abschluss", erzählt eine Betroffene, zumal sie durch frühere Jahrgänge von hohen Durchfallquoten erfahren habe. Die Vorbereitung auf Prüfungen verlaufe ähnlich chaotisch wie der Fernunterricht in den vergangenen Monaten. Mitschüler hätten davon berichtet, keinen Platz in einem der wichtigen Vorbereitungskurse erhalten zu haben. Sie sollten offenbar wieder alles im Selbststudium erledigen.

Schriftliche Antworten als Erpressung gewertet

Mit Verweis auf diese ernsten Sorgen hat die SZ-Redaktion Meißen am 11. Februar insgesamt sechs Fragen - welche alle oben genannten Vorwürfe abdecken - an die Schule gemailt. Am 18. Februar antwortete Schulleiterin Manuela Rühle: "Vielen Dank für Ihre Informationen zu möglichen Verbesserungen bzw. Nachjustierungen. Wir werden den angesprochenen Aspekten in unserem Haus nachgehen und uns auch mit der Landesärztekammer in Verbindung setzen, um mögliche Unklarheiten bezüglich der Abschluss- und Zwischenprüfungen sowie der Vorbereitungskurse auf die Prüfungen zu beseitigen."

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Per Mail hakte die SZ am 19. Februar und 24. Februar nach, wann mit Antworten zu rechnen sein könnte. Es erfolgte seitens der Schule keine Reaktion. Nach mehreren Versuchen, die Schulleiterin Manuela Rühle telefonisch zu erreichen, teilte am 4. März eine Mitarbeiterin des BSZ mit, dass "die Angelegenheit" aus Sicht der Schule erledigt sei. Weitere Antworten auf die SZ-Fragen werde es nicht geben. Auf nochmaligen Mailkontakt hin lehnte es anschließend Schulleiterin Rühle ab, die Fragen schriftlich zu beantworten, und bewertete dieses Anliegen wörtlich als "Erpressungsversuch".

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