Merken
Meißen

Ein Ständchen zum Dreikönigsfest

Auf der Steigerwiese in Deila stehen seit einiger Zeit Figuren. Wer hat die aufgestellt? Was hat es damit auf sich?

Von Jürgen Müller
 3 Min.
Joachim Zehme und sein Vater Berthold Zehme, der einst auch Pfarrer in Krögis war, geben zum Dreikönigstag ein Ständchen.
Joachim Zehme und sein Vater Berthold Zehme, der einst auch Pfarrer in Krögis war, geben zum Dreikönigstag ein Ständchen. © Claudia Hübschmann

Käbschütztal. Den Einwohnern von Deila und auch vielen, die durch den kleinen Ort in der Gemeinde Käbschütztal fahren, sind sie schon aufgefallen, die Figuren, die auf der Steigerwiese aufgestellt wurden. Sie zeigen christliche Szenen, Maria und Joseph und eine Kurrende. Doch was hat es damit auf sich, wer hat sie dahingestellt?

Es handelt sich um ein Projekt der Kinder- und Jugendbauhütte St. Egidien der evangelischen Werkschule Naundorf in Nordsachsen. „Unsere kleine Schulbaufirma hat schon verschiedene Kunstprojekte durchgeführt“, sagt Joachim Zehme. Der Oschatzer Bildhauer leitet das Projekt, das sich „Weihnachtsinsel“ nennt. Die Arbeit sei von den Einwohnern sehr gut angenommen worden. „Kinder fragten uns aber: Wo sind die Drei Heiligen Könige“, sagt Joachim Zehme. Pünktlich zum Dreikönigstag wurden diese Figuren nun auch angeliefert und aufgestellt. Sie wurden in der Schulwerkstatt hergestellt.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Doch warum gibt es das Projekt ausgerechnet in Planitz-Deila? Das hängt mit Jens Langer von der Landtechnik Barnitz zusammen. Der ehemalige Käbschütztaler Gemeinderat hat bei Berthold Zehme, dem früheren Pfarrer von Krögis und Vater von Joachim Zehme, einst das Posaunenspiel gelernt. Und er ist auch mit dem Diakon Mario Dietze, der in der Naundorfer Schule als Religionspädagoge tätig war, bekannt. Der wollte die Steigersäule in Planitz-Deila sanieren. Michael Dietze schlug ihm vor, für diese Arbeiten Joachim Zehme einzubinden.

Und so entstand schließlich auch das Projekt Weihnachtsinsel. „Es traf sich gut, dass wir gemeinsam mit der sächsischen Landeskirche ein Kapellenprojekt am Lutherweg durchführen. Es sollen Wegekapellen aus Holz aufgestellt werden. Eine ähnliche Kapelle steht auch auf der Steigerwiese. Damit können wir uns als Schule im öffentlichen Raum mit unseren Projekten präsentieren“, sagt Zehme.

Positiv, optimistisch und kreativ bleiben

„Wir wollten zum Drei-Königs-Fest auch mit Kindern als Sternsinger vorbeikommen. Leider ist das wegen Corona nicht möglich. Aber auch mit unserer Weihnachtsinsel wollen wir die Sternsingeraktion unterstützen. Wir möchten den Menschen das Leben mit Kunst versüßen, wollen, dass sie in dieser grauen Zeit positiv, optimistisch und kreativ bleiben“, sagt der Oschatzer, der auch den Lommatzscher Marktbrunnen gebaut hat. Passend zum Dreikönigstag kam er mit seinem 84-jährigen Vater nach Deila, und die beiden spielten ein Ständchen. Bis Lichtmess soll die Weihnachtsinsel stehenbleiben. Und keine Eintagsfliege bleiben. „Wir wollen das Projekt jetzt jedes Jahr hier durchführen“, verspricht Joachim Zehme.

Zu sehen ist die Weihnachtsinsel noch bis Lichtmess am 2. Februar.

Mehr zum Thema Meißen