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Leubener Narren hoffen noch

Der Faschingsklub hat für Januar und Februar sechs Veranstaltungen geplant. Absagen will man aber noch nicht.

Die Funkengarde des Leubener Faschingsklubs bei einem Auftritt im vergangenen Jahr. Ob 2021 Fasching gefeiert werden kann, steht noch nicht fest.
Die Funkengarde des Leubener Faschingsklubs bei einem Auftritt im vergangenen Jahr. Ob 2021 Fasching gefeiert werden kann, steht noch nicht fest. © privat

Nossen. Der Leubener Faschingsclub gehört zwar zu den kleinsten im Landkreis Meißen, aber zu den traditionellsten. 1971 wurde er gegründet, vor allem für einen guten Zweck. Mit einer Faschingsveranstaltung sollte Geld für einen Kindergartenbau gesammelt werden.  Zwei Jahre später brachte ein  Maskenball im  Lommatzscher Volkshaus, dem heutigen Schützenhaus, 17.000 Mark  zum Bau des Kindergartens.

Normalerweise feiern die Leubener im Gasthof Lossen. Das war auch für diese Saison geplant. Doch die Auftaktveranstaltung im November wurde abgesagt, musste wegen Corona ausfallen. Für nächstes Jahr sind gleich sechs Veranstaltungen vorgesehen. Am 30. Januar, 6. und 13.  Februar soll es jeweils eine Abendveranstaltung in Lossen geben.  Die Senioren sollen am 31. Januar feiern, die Kinder am 7. Februar. Der Weiberfasching ist für den 11. Februar angesetzt. 

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Fast immer ausverkauft

Ob die Narren wie geplant feiern können, steht aber derzeit wegen der Coronamaßnahmen in den Sternen. Wie die Lommatzscher haben die Leubener aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben. "Wir warten ab, wie sich die Corona-Lage entwickelt und entscheiden dann, ob die Veranstaltungen stattfinden können oder nicht", sagt Frank Pfennig, der seit 2009 Präsident des Vereins ist.

Normalerweise trifft sich der Elferrat jeden Dienstag, um das Programm zu besprechen und die Büttenrede auszuarbeiten. Das Programm hat es schließlich in sich, dauert bis zu viereinhalb Stunden, einschließlich zahlreicher Tanzeinlagen. Im Moment sind derartige Treffen wie die des Elferrates aber nicht erlaubt. "Es hängt jetzt alles von der Politik ab, ob wir Fasching feiern können oder nicht", sagt Pfennig. Bis Mitte Dezember soll eine Entscheidung fallen, ob die Veranstaltungen stattfinden können oder nicht. 

Ordnungsgeld für Discjockey-Spruch

Der Verein, der in seine 49. Saison geht, war schon immer etwas anders. Ein Prinzenpaar gibt es nicht, auch ein Umzug wird nicht durchgeführt. Stundenlange Prunksitzungen wie in den rheinischen Hochburgen gibt es nicht, stattdessen viel Tanz. Und in Leuben legt man auch Wert darauf, dass Fasching gefeiert wird und nicht Karneval.

Gegen den Strom marschierten die Leubener schon zu DDR-Zeiten. So brachte 1988 der Spruch des Discjockeys “Lieber Katherina Witt auf dem Eis, als ein Panzer auf dem Gleis” ein Ordnungsstrafverfahren ein. Der Verein musste 100,85 Mark zahlen.

Über zu wenig Zuspruch können sich die Leubener im Gegensatz zu manch anderem Faschingsverein nicht beklagen. Die Veranstaltungen des Vereins sind nicht nur in und um Leuben bekannt und beliebt. Gäste kommen beispielsweise auch aus Riesa, Meißen und  Dresden. Die Veranstaltungen sind fast immer ausverkauft.  

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