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Meißen

Aufregung um vermeintliche Kinderfänger

Bei Facebook wird von Unbekannten berichtet, die im Kreis Meißen Kinder ansprechen. Die Polizei gibt einen aktuellen Ermittlungsstand.

Dank der Ermittlungen der Polizei konnten Gerüchte über Kinderfänger in einem weißen Transporter jetzt entkräftet werden.
Dank der Ermittlungen der Polizei konnten Gerüchte über Kinderfänger in einem weißen Transporter jetzt entkräftet werden. © Symbolfoto: Marko Förster

Meißen/Nossen/KIipphausen. Auf der Internetseite der Pestalozzi-Grundschule Nossen meldet sich die Schulleiterin Carola Gröber zu Wort. Sie berichtet bereits Ende vergangener Woche davon, dass in Whatsapp-Gruppen darüber informiert wurde, dass ein Kind aus der Grundschule Nossen an einer Bushaltestelle angesprochen worden sei. Sie habe allerdings die Nachricht erhalten, der Vorfall hätte sich an einer Bushaltestelle in Starbach zugetragen. Das angesprochene Kind besuche die Grundschule Raußlitz. Die Polizei wurde über den Vorfall in Kenntnis gesetzt. 

Anfang dieser Woche kocht das Thema erneut in der Facebook-Gruppe Klipphausen hoch. Eine Meißnerin beschwert sich darüber, dass eine Warnung im Zusammenhang mit den Geschehnissen in Starbach gelöscht worden sei.  Die Meißner CDU-Landtagsabgeordnete Daniela Kuge verweist in ihrer Antwort auf die Polizei. Diese sei in solchen Verdachtsfällen der erste und richtige Ansprechpartner.

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Verdächtiger Kleinbus war der Schülerverkehr

Die Polizei Sachsen hat sich zu den Vorwürfen am Dienstag ausführlich geäußert. Die Hintergründe hätten aufgeklärt werden können. Nach Angaben der Beamten sind am 16. Oktober in Börnichen im Erzgebirge zwei Kinder von Unbekannten offenbar aus einem weißen Transporter heraus in gebrochenem Deutsch angesprochen worden. Die Kinder liefen daraufhin weg. Es kam in keiner Weise zu Gewaltanwendungen, noch kam jemand zu Schaden. An dem Transporter sollen sich den Angaben zufolge ein weißes und ein gelbes Kennzeichen befunden haben.

Im weiteren Verlauf der Ermittlungen wurde in den Revierbereichen Mittweida, Freiberg, Annaberg und Marienberg mehreren Hinweisen zu verdächtigen Fahrzeugen in dem Zusammenhang nachgegangen. Neben weißen Transportern kursierte auch ein verdächtiger roter Pkw in dem Zusammenhang in den sozialen Netzwerken. Dessen Insassen standen jedoch nie im Verdacht, Kinder angesprochen zu haben.

Bauarbeiter suchten den Weg

Im Ergebnis der Ermittlungen konnte der gesuchte weiße Transporter ausfindig gemacht und die Insassen kontrolliert werden. Es handelt sich dabei um Bauarbeiter, die derzeit im Erzgebirgskreis und Landkreis Mittelsachsen auf unterschiedlichen Baustellen tätig sind, u.a. im Raum Oederan und Annaberg-Buchholz. Die Arbeiter hatten sich an jenem Tag Mitte Oktober auf der Suche nach einer zugewiesenen Baustelle in Börnichen verfahren, irrten deshalb einige Zeit in diesem Bereich umher und sprachen dort Passanten wie auch Kinder an.

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Ebenso konnte ein weiterer Fall aufgeklärt werden, wobei Anfang November Kinder in Annaberg-Buchholz an einer Bushaltestelle aus einem Kleinbus angesprochen und zum Einsteigen aufgefordert worden waren. Wie sich in dem Fall schnell herausstellte, handelte es sich dabei um den organisierten Schülerverkehr.

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