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Stadt verkauft Grundstück

Auf der Fläche am Jüdenberg will ein Investor aus Meißen Wohnhäuser bauen. Gehen dabei Parkplätze verloren?

Durch den Kauf der Arrondierungsfläche kann der Eigentümer über ein zusammenhängendes Areal verfügen. Er will hier in Wohnhäuser investieren.
Durch den Kauf der Arrondierungsfläche kann der Eigentümer über ein zusammenhängendes Areal verfügen. Er will hier in Wohnhäuser investieren. © Stadt Meißen

Meißen. 584 Quadratmeter umfasst eine kleine Fläche am Jüdenberg. Die Stadt verkauft sie – an den Eigentümer des benachbarten Grundstücks. Die acht anwesenden Stadträte im Verwaltungsausschuss stimmten am Mittwochabend diesem Geschäft zu. Die Kaufsumme, die in den städtischen Haushalt fließt, beträgt demnach knapp 61.000 Euro.

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Durch den Kauf vervollständigt Eigentümer Ronny Dürschke eine Fläche, auf der er in ein Bauvorhaben investieren will, wie die im Rathaus für Liegenschaften zuständige Sachgebietsleiterin Kati Meinig-Greiffenberg erläuterte. In der Fachsprache der Immobilienbranche nennt sich dieser Vorgang Arrondierung, die von der Stadt veräußerte Fläche Arrondierungsfläche. Die 15 Garagen, die sich auf dem Flurstück befinden, übernimmt der Käufer samt Mietverträgen, so Kati Meinig-Greiffenberg.

Ronny Dürschke, der vor einigen Jahren den Domherrenhof gekauft hatte, will auf seinen Grundstücken am Jüdenberg Wohnhäuser errichten. „Mit dem Verkauf geht eine Investitionsverpflichtung einher. Die Investitionsverpflichtung ist innerhalb von fünf Jahren durchzuführen“, heißt es im Beschluss. Nach derzeitigem Kenntnisstand der Verwaltung sollen 20 Wohneinheiten sowie 57 Pkw-Stellplätze entstehen, informierte Steffen Erhardt vom Bauverwaltungsamt. Die Mieter der 15 Garagen, deren Abriss vorgesehen ist, sollen Stellplätze angeboten bekommen.

Zwei Stellflächen für jede Wohneinheit

In der Debatte äußerte Jürgen Hampf (Bürger für Meißen/SPD) Bedenken, dass im Zuge der Bebauung der Gesamtfläche Pkw-Stellplätze wegfallen könnten, die vor allem tagsüber von denjenigen genutzt werden, die in der Stadt arbeiten. Von den 30 Stellplätzen, die sich auf dem an die Arrondierungsfläche angrenzenden Grundstück befinden, sind momentan 22 fest vermietet. Wie Steffen Erhardt erläuterte, sehen die Baupläne zwei Stellplätze für jede der 20 entstehenden Wohneinheiten vor. Mieten die künftigen Bewohner nicht alle verfügbaren Stellflächen an, stehen freie Parklätze für weitere Interessen zur Verfügung.

Thomas Kirste (AfD) fragte nach Park-Möglichkeiten in der Nähe, der durch das Bauvorhaben wegfallenden Stellflächen. Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) verwies darauf, dass die Parkmöglichkeiten, auf der dem Grundstück gegenüberliegende Straßenseite, bestehen bleiben. Und Kati Meinig-Greiffenberg fügte hinzu, dass keine der derzeit vermieteten Parkflächen wegfallen werde.

Ingolf Brumm (Linke) machte darauf aufmerksam, dass die von der Stadt veräußerte Fläche ursprünglich dafür genutzt werden sollte, um die Jahnhalle besser erreichen zu können. Dies sei vorgesehen und mit dem Investor vereinbart worden, entgegnete Kati-Meinig-Greiffenberg. Eine „kurze Verbindung zwischen Jüdenberg und Justusstufen“, ergänzte OB Olaf Raschke, soll im Zuge der anstehenden Bauarbeiten eingerichtet werden. (SZ/da)

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