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Das grüne Firmengelände

Weg von ganz viel Versiegelung, hin zu blühenden Flächen: Ein neues Projekt hilft Firmen und Kommunen bei der Umsetzung.

Das Firmengelände vom Tiergesundheitszentrum in Nossen ist bewusst naturnah gestaltet.
Das Firmengelände vom Tiergesundheitszentrum in Nossen ist bewusst naturnah gestaltet. © Claudia Hübschmann

Nossen. Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt. Ein Projekt des Elbe-Röder-Dreiecks, dessen Name steif und kompliziert klingt, aber die Idee dahinter und vor allem die Umsetzung zu tollen Ergebnissen wie bei der Konos Papierfabrik in Nossen führen kann. Unabhängig von dem Projekt hat das Unternehmen sein Firmengelände mit Fokus auf Naturnähe, Artenvielfalt und Wohlfühlen der Mitarbeiter bereits umgestaltet. Jetzt, Mitte September, lässt sich nur erahnen, wie es auf den Wildblumenwiesen geblüht und gesummt hat.

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Augen auf beim Küchen-Kauf
Augen auf beim Küchen-Kauf

Wer auf der Suche nach einer neuen Küche ist, sollte Wert auf professionelle Beratung und Planung vor Ort legen, zum Beispiel bei Hülsbusch in Dresden und Weinböhla.

Die Flächen stehen kurz vor der Mahd. Beratung und Hilfe bei der Umgestaltung hatte sich die Firma beim Landschaftsarchitekturbüro Ateliergrün aus Krögis geholt. Aus normalen Wiesen im Eingangsbereich wurden Wildwiesen, rund 20 Bäume sind gepflanzt – darunter sogenannte Zukunftsbäume wie die Japanische Zelkove und die Purpurerle. Im hinteren Bereich ist ein kleiner Park mit Sitzgelegenheiten entstanden. „Vorher war hier Wildwuchs, es sah nicht besonders schön aus“, sagt Uwe Lorenz, Qualitätsmanager bei Konos.

Um Kommunen und Unternehmen für eine Umgestaltung zu begeistern, hat Sebastian Wünsch, der neue Regionalmanager Natur und Umwelt beim Elbe-Röder-Dreieck, gemeinsam mit dem Krögiser Landschaftsarchitekturbüro Ateliergrün zu einer Besichtigung von beispielhaften Firmengeländen eingeladen. Biodiversität im ländlichen Bereich ist dabei ein Schlagwort des Projektes, das noch bis Mitte nächsten Jahres läuft. „Aktuell haben wir in Sachsen eine Temperaturerhöhung von 1,6 Kelvin zum Vergleichszeitraum 1960 bis 1990“, sagt Wünsch. Zudem gebe es 16 Prozent weniger Niederschläge. „Wir können alle im Rahmen unserer Möglichkeiten etwas tun, deshalb gibt es unser Projekt.“

Wildblumenwiese auf dem Konos-Firmengelände in Nossen.
Wildblumenwiese auf dem Konos-Firmengelände in Nossen. © privat
Konos hat sein Firmengelände in Nossen umgestaltet.
Konos hat sein Firmengelände in Nossen umgestaltet. © privat
Im hinteren Bereich des Konos-Firmengeländes gibt es Sitzgelegenheiten im Grünen.
Im hinteren Bereich des Konos-Firmengeländes gibt es Sitzgelegenheiten im Grünen. © privat

Welche Möglichkeiten es gibt, soll in weiteren Veranstaltungen Anfang November und Dezember erklärt werden. Themen seien Etablierung von artenreichen Blühflächen, Fassadenbegrünung, Regenwasserrückhaltung und insektenfreundliche Beleuchtung.

„Wir möchten vor allem Firmen ansprechen, die über sehr viele Gebäude und Freiflächen verfügen“, sagt Jana Lipper vom Ateliergrün. Es gebe so viele Möglichkeiten der Umgestaltung wie Flächen entsiegeln, Dachbegrünung oder das Anlegen eines Feuchtbiotopes. Letzteres hat das Tiergesundheitszentrum Nossen bereits vor Jahren umgesetzt. So geht kein Regenwasser in der Kanalisation verloren, es wird in einer Zisterne aufgefangen oder versickert auf den Wiesen beziehungsweise läuft in den Naturteich, erklärt Jörg Lantzsch von Ateliergrün.

Ein großes Thema seien auch die sogenannten Zukunftsbäume, die dem veränderten Klima gewachsen sind. Oder sollten einheimische Gehölze bevorzugt werden. So fressen beispielsweise viel weniger Insekten an fremdländischen Bäumen, „aber sie sorgen auch für eine CO2-Bindung und Kühle“, sagt Wünsch. Es gebe eine Studie aus Großbritannien, wonach nur zwölf Insektenarten an der Robinie fressen. Zum Vergleich nennt Wünsch die Eiche, bei ihr sind es 600. Aber gerade für Imker sei die Robinie inzwischen eine Hauptertragssorte. „Früher war das nicht so, da konnten die Bienen Wiesen in der freien Landschaft nutzen.“

Das Ziel der Veranstaltungsreihe sei, Kommunen und regional ansässige Unternehmen über die Themen Naturnähe, Artenvielfalt und Biodiversität zu beraten, konkrete Maßnahmen verständlich vorzustellen und deren Umsetzung zu fördern. Zudem können im Rahmen des Projektes kommunale beziehungsweise unternehmerische Initiativen mit inhaltlicher und finanzieller Unterstützung des Projektes umgesetzt werden. Ansprechpartner ist Sebastian Wünsch vom Elbe-Röder-Dreieck oder Jana Lippert und Jörg Lantzsch vom Landschaftsarchitekturbüro Ateliergrün.

  • Die Veranstaltungsreihe wird am 3. November 2021 mit einer Tagung zum Thema Dach- und Fassadenbegrünung sowie insektenfreundliche Beleuchtung fortgesetzt. Eine Einladung mit detailliertem Programm folgt demnächst auf der Internetseite des Elbe-Röder-Dreiecks.

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