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Neustadt: Traditionsgärtnerei baut nach Brand auf und um

Der älteste Bereich der Gärtnerei Gruschwitz in Langburkersdorf entsteht wieder, wird aber aus mehreren Gründen anders als früher.

Antje May von der Gärtnerei Gruschwitz: "Wir brauchen dringend mehr Platz."
Antje May von der Gärtnerei Gruschwitz: "Wir brauchen dringend mehr Platz." © Karl-Ludwig Oberthür

Der Rohbau an der Traditionsgärtnerei Gruschwitz in Langburkersdorf wächst und mit ihm auch die Zuversicht bei Familie May, den Inhabern. Silvester 2020 ist ihnen noch in frischer Erinnerung. Der gerade umgebaute Teil der Gärtnerei wurde wegen eines technischen Defektes ein Opfer der Flammen. Ziemlich schnell stand jedoch fest, dass dieser Teil wieder aufgebaut werden muss. Und das hat mehrere Gründe.

"Bei dem Brand wurde der älteste Teil, den meine Großeltern erbaut haben, zerstört. Schon das ist ein Grund, den wieder neu, wenn auch in anderer Form zu errichten. Und dann brauchen wir dringend mehr Platz", sagt Antje May. Bei den Untersuchungen nach der Brandkatastrophe stellte sich heraus, dass von der übrig gebliebenen Bausubstanz nicht mehr viel genutzt werden kann. Viele Wände waren nicht mehr tragfähig. Deshalb war das bautechnisch auch nicht anders zu lösen. Zunächst mussten die Brandreste beseitigt werden.

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Schon bald machten sich die Planer dann über den Neu- und Umbau. Zum Glück habe man dann in dieser Zeit vor Ort gute Partner gefunden, die den Wiederaufbau und den Umbau begleiten und ihn ausführen. Immer im Hinterkopf, dass der Betrieb so schnell wie möglich wieder wie gewohnt ablaufen kann. "Wir sind froh und dankbar, solche Partner hier zu haben", sagt Antje May.

Bei dem Brand wurde der älteste Teil der Gärtnerei zerstört. Hier wird nun wieder auf- und umgebaut.
Bei dem Brand wurde der älteste Teil der Gärtnerei zerstört. Hier wird nun wieder auf- und umgebaut. © Karl-Ludwig Oberthür

Denn nicht nur für ihre Familie hatte der Brand Folgen. Auch für die Mitarbeiter und die Kunden. Erstere müssen nun schon im zweiten Jahr mit weniger Platz auskommen. Es fehlen Lagerkapazitäten, die Sozialräume für die Mitarbeiter. Alles geht ziemlich beengt zu, sodass man auch viel improvisieren muss. "Die Mitarbeiter haben gut mitgezogen und jeder hat die Notwendigkeit der anderen Gewerke gesehen. Das heißt natürlich auch, viel miteinander zu reden. Und das hat funktioniert", sagt Antje May.

Adventsausstellung soll stattfinden

In Originalform wird das Gebäude aber nicht wieder errichtet. Zu DDR-Zeiten habe man es immer wieder stückweise erweitert. Jetzt soll der Gesamtbau so gestaltet werden, dass die Arbeitsabläufe besser koordiniert werden können. So entsteht zum Beispiel eine Anlieferhalle mit direktem Zugang zum Hof. Ein Lagerraum sowie ein heller Arbeitsraum sind ebenfalls geplant. Eine Kühlzelle mit zwei Eingängen für diese beiden Räume ist vorgesehen.

Der Ausstellungsraum soll bis zur Adventsausstellung fertig sein. Die soll in diesem Jahr auf jeden Fall wieder stattfinden. "Wir hoffen, dass wir auch ein bissel Kultur mit anbieten können", sagt Antje May. Man wolle jetzt die guten Ideen vom letzten Jahr umsetzen. Damals musste die Adventsschau coronabedingt ausfallen. Das Motto steht bereits fest. "Für freche Frauen" heißt es, sozusagen als Nachfolger für "Die echten Kerle" im Jahr 2019.

In der Gärtnerei ist man froh, in jetzigen Zeiten gute Partner gefunden zu haben, die die Pläne umsetzen.
In der Gärtnerei ist man froh, in jetzigen Zeiten gute Partner gefunden zu haben, die die Pläne umsetzen. © Karl-Ludwig Oberthür

Mit dem Wiederauf- und Umbau wird zugleich die Chance genutzt, einiges energetisch zu verbessern. So wird das Dach ordentlich gedämmt. Außerdem kommt eine Solaranlage obendrauf.

Wann die Arbeiten komplett abgeschlossen sind, darüber will Antje May keine Prognosen anstellen. Auf jeden Fall ist man in der Gärtnerei froh, den Beschäftigten bessere Arbeitsbedingungen bieten zu können und den Kunden wieder umfangreichere Verkaufs- und Ausstellungsflächen. "Unsere Kunden haben das alles gut mitgetragen, auch das eingeschränkte Platzangebot in Kauf genommen", sagt sie. Und immer wieder habe sie das Interesse der Kundschaft auch an den Bauarbeiten bemerken können. Auch das stimmt sie zuversichtlich.

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