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"Wir haben sehnsüchtig darauf gewartet"

Die Baumärkte in Niesky erleben am ersten Tag ihrer Wiedereröffnung keinen Ansturm, aber viele glückliche Kunden - und Mitarbeiter.

Annett Sjöberg und Jens Mikowski lassen sich von Marktleiterin Grit Schröter (rechts) bei Werkers Welt in Niesky beraten.
Sie kauften Erde, Frühblüher und Saatgut für den Garten und das Gewächshaus.
Annett Sjöberg und Jens Mikowski lassen sich von Marktleiterin Grit Schröter (rechts) bei Werkers Welt in Niesky beraten. Sie kauften Erde, Frühblüher und Saatgut für den Garten und das Gewächshaus. © André Schulze

Die Stadt Niesky erwacht am Montagmorgen unter einer weißen Schneedecke. Kehrt der Winter zurück? Hoffentlich nicht, denn die Niesyker sind auf Frühling eingestellt. Zumindest zeigen sich die ersten Frühlingsgefühle beim Gang in die Bau- und Gärtenmärkte. Sie dürfen seit Montag wieder offen sein.

Werkers Welt in Niesky, also die frühere BHG, öffnet bereits 7 Uhr. "Als wir die Tür öffneten, standen schon die ersten Kunden davor", erzählt Marktleiterin Grit Schröter. Obwohl hinter der Maske nicht viel Gesicht zu sehen ist, ist die Freude den meisten Kunden anzusehen. "Sie sind froh, dass wir wieder offen haben, das war ganz klar zu merken. Natürlich freuen wir uns genauso, für unsere Kunden wieder da zu sein, berichtet die Marktleiterin. Der große Ansturm bleibt aber aus, damit bildete sich auch keine Schlange vor der Markttür. Nur 42 Kunden dürfen zur selben Zeit im Markt sein.

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Frühblüher für den Garten

Nicht unter den ersten Kunden, sondern erst am Nachmittag schieben Annett Sjöberg und Jens Mikowski ihren Einkaufswagen in den Baumarkt am Bahnhof. Sie lassen sich von Marktleiterin Grit Schröter beraten, denn das Paar sucht die Zutaten für Garten und Gewächshaus. Erde, Frühblüher und Saatgut findet sich in ihrem Einkaufswagen wieder, als sie an der Kasse stehen. "Wir haben schon sehnsüchtig darauf gewartet, dass die Märkte wieder öffnen", sagt Annett Sjöberg. Schließlich soll es in ihrem Garten jetzt vorwärts gehen. Zwar haben beide in letzter Zeit das Angebot von "Click & Collect" genutzt. "Aber selber durchgehen, das ist doch schöner", sind beide einer Meinung.

Grit Schröter freut sich nicht nur, dass sie die Kunden jetzt wieder von Angesicht zu Angesicht bedienen kann, sondern, dass ihre Mitarbeiter alle wieder Beschäftigung im Markt haben. "In der Zeit von Click & Collect hatten wir nur eine Besetzung von drei Personen und verkürzte Öffnungszeiten. Der Großteil befand sich in Kurzarbeit", berichtet sie. Das "Bestellen und Abholen" wurde von zahlreichen Kunden angenommen, zudem durften Tiernahrung und Brennstoffe als "systemrelevante Ware" verkauft werden. "Außerdem haben wir unsere Firmenkunden, die auch in dieser Zeit Baustoffe kaufen und abholen durften", ergänzt die Marktleiterin.

Schlange in Rothenburg

Ein Aufatmen ist am Montag auch in der BHG in Rothenburg zu spüren. Sie gehört zur Raiffeisen-Handelsgenossenschaft Kamenz. Marktleiter Holger Stoppek sagt: "Wir haben uns über jeden Kunden gefreut, der am Montag zu uns gekommen ist. Und wir freuen uns weiter über unsere Kundschaft." Denn wie in Niesky ist auch in Rothenburg die Freude und das Erlöstsein beiderseits. In Rothenburg dürfen nur 20 Kunden in das Geschäft. So viele Einkaufswagen stehen auch vor der Tür. "Teilweise mussten die Leute warten, aber einen Ansturm erlebten wir nicht", fasst Stoppek den ersten Tag zusammen. Gekauft wurde so ziemlich alles aus dem Sortiment: Pflanzen, Saatgut, Werkzeuge, Gartenbedarf und was so im Haushalt gebraucht wird.

Im Nieskyer Obi-Markt sind am Montag ebenfalls glückliche Menschen beiderseits der Kasse zu sehen. "Wieder einzukaufen, dass ist gut angenommen worden, wir sind zufrieden mit dem ersten Tag", sagt Marktleiter Toni Mambk. Wie in den anderen Märkten wird auch bei Obi im Nieskyer Gewerbegebiet Süd auf das Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln geachtet. Zu eng wird es in diesem Baumarkt nicht, er bietet 160 Leuten Platz zum gleichzeitigen Einkaufen. "Diese Zahl haben wir in normalen Zeiten schon nicht erreicht, deshalb brauchen die Kunden keine Bedenken zu haben, vor der Tür warten zu müssen", schätzt Mambk die Situation in seinem Markt ein. Pflanzen für Balkon und Garten sowie Artikel für den Wohnbereich sind am Montag die begehrten Waren bei Obi.

Die in orange gehaltene Baumarktkette hat "Click & Collect" ebenfalls angeboten. Toni Mambk stellt fest, dass sich diese Verkaufsvariante unter dem Strich für ihn nicht gerechnet hat. "Uns war wichtig, für die Kunden weiter da zu sein. Das hat sich erfüllt, wir hatten eine sehr gute Resonanz in Niesky", bilanziert der Marktleiter.

Erst nach Anruf einkaufen

Gelockert hat sich das Einkaufen auch in den Geschäften anderer Branchen. Nach Anruf ins Geschäft heißt es beim Fachgeschäft Sport-Vetter in Niesky auf der Görlitzer Straße. Ladeninhaber Andreas Vetter muss aber richtigstellen, dass die Sportgeschäfte noch nicht völlig frei öffnen dürfen. Denn am Montag stand mancher hoffnungsvolle Kunde vor der Ladentür und wollte shoppen. "Bei uns gilt weiterhin die Regel, Termin vereinbaren und dann einkaufen kommen", sagt Andreas Vetter. Die ersten Terminkunden nutzten das bereits am Montag zur Anprobe im Geschäft und dem Kauf ihrer ausgesuchten Ware. Die Termine werden im halbstündlichen Takt vergeben, aber immer nur an eine Person. "Damit wollen wir vermeiden, dass sich zwei am Regal ihre Sportschuhe aussuchen", ergänzt Vetter.

Nur einen Kunden lässt Heidrun Schubert in ihr Modegeschäft am Zinzendorfplatz. Für mehr ist laut Verordnung auch nicht Platz, gerechnet auf die Verkaufsfläche. "Ich freue mich auf den direkten Kontakt zu meinen Kunden wieder", sagt die Nieskyer Geschäftsfrau. Von 10 bis 13 Uhr bietet sie nach telefonischer Anmeldung Termine zum Einkauf an. Wer erst später kommen kann, wird nicht abgewiesen. "Ich bin ja froh, dass es wieder losgehen kann, wenn auch nur mit kleinen Schritten", so Frau Schubert. Denn auf ihren Ständern hängt noch immer die nicht verkaufte Winterware. Sie muss jetzt zu Spottpreisen heraus, um Platz für die Mode im Frühling zu machen. "Einlagern kann ich sie nicht, dafür habe ich keinen Platz, und wer weiß, ob sie nächstes Jahr noch aktuell ist", sagt sie. So gesehen war es gut, dass Niesky am Montag vom Schnee eingehüllt war. Da hat sich sicherlich der eine oder andere darauf besonnen, dass der Winter vielleicht doch noch nicht vorbei ist.

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