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Grünes Licht für Sachsens Berufsschulplan

Der Kreis Görlitz zählt sich zu den Gewinnern. Deswegen stimmt der Kreistag am Donnerstag dafür. Aber mit Bautzen gibt es Streit.

Friseurlehrlinge - wie hier Josi Schünemann im Salon Martina der Figaro Görlitz GmbH auf der Reichertstraße - können ihre theoretische Ausbildung weiterhin in Görlitz machen.
Friseurlehrlinge - wie hier Josi Schünemann im Salon Martina der Figaro Görlitz GmbH auf der Reichertstraße - können ihre theoretische Ausbildung weiterhin in Görlitz machen. ©  Archiv/Nikolai Schmidt

Mit 40 Ja- und 16 Nein-Stimmen haben die Kreisräte dem vom Freistaat vorgelegten Teilschulnetzplan für berufsbildende Schulen recht eindeutig das Einvernehmen erteilt.

Und damit ein völlig anderes Votum abgegeben als ihre Bautzener Kollegen. Denn in der Spreestadt wurde das 464 Seiten starke Papier mehrheitlich abgelehnt. Damit ist der Nachbarkreis einer von drei Landkreisen, die sich gegen die Vorstellungen des Landes gestellt haben.

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Konflikt zwischen Görlitz und Bautzen schwelt weiter

Grund für die unterschiedlichen Ansichten in den beiden Oberlausitzer Kreisen ist vor allem die Verlagerung der Bäcker-Ausbildung, die ab dem nächsten Berufsschuljahr nicht mehr in Bautzen, sondern in Görlitz stattfinden wird. Nach Informationen von Landrat Bernd Lange ist der Konflikt noch immer nicht ausgeräumt. Ein öffentlich vom Landkreis Bautzen dazu ins Spiel gebrachtes Gespräch habe nicht stattgefunden. "Wir haben zuletzt vor der Entscheidung im Bautzener Kreistag darüber gesprochen. Bei den Bäckern gibt es aber nur: entweder - oder." Der Entwurf der Landesregierung spreche sich nun einmal klar für Görlitz aus. "Einen Mittelweg sehe ich hier nicht."

Dies bedeutet, dass mit dem Inkrafttreten des Teilschulnetzplanes einige Änderungen auf die vier Berufsschulen in Görlitz, Weißwasser, Löbau und Zittau zukommen werden. Das betrifft nicht nur die Bäckerausbildung. Hotel- und Restaurantfachleute aus der Oberlausitz lernen künftig alle in Zittau. Friseure werden wegen des starken Bewerberrückgangs sachsenweit nicht mehr in sieben Beruflichen Schulzentren ausgebildet, sondern nur noch in fünf. Eins davon ist Görlitz, Bautzen gehört künftig nicht mehr dazu.

Landkreis profitiert vom Berufe-"Wechselspiel"

Auch zahlreiche Ausbildungsberufe in der Metallbranche werden - aus Zittau kommend - in Görlitz zentralisiert. Dafür gewinnt die Stadt im Dreiländereck die Ausbildung der Kaufleute für Büromanagement und der Raumgestalter hinzu. Fachinformatiker drücken die Schulbank künftig in Weißwasser, dafür gehen die Mechatroniker von dort nach Bautzen. In Löbau werden die grünen Berufe wie Land- und Tierwirt zusammengezogen. Auch der Bauausbau schickt seinen Nachwuchs ab Herbst dorthin. Dafür verliert Löbau die Maurer, Hochbaufacharbeiter, Straßenbauer und Tiefbaufacharbeiter. Sie verlassen die Region, wechseln nach Pirna und Dresden. In umgekehrter Richtung geht es für die Elektrotechniker. Ab dem Ausbildungsjahr 2021/22 wird ihnen das Wissen nicht mehr in Dresden sondern in Bautzen vermittelt, ebenso den Elektronikern in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik.

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