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Tetis: Bürgermeisterkandidat ist dagegen

Patrick Schultze spricht sich nun auch gegen eine Teststrecke für Eisenbahnen in Hähnichen aus. Er sieht woanders eine bessere Möglichkeit.

Bürgermeisterkandidat Patrick Schultze hat sich jetzt gegen das Eisenbahnprojekt Tetis ausgesprochen.
Bürgermeisterkandidat Patrick Schultze hat sich jetzt gegen das Eisenbahnprojekt Tetis ausgesprochen. © André Schulze

Eine klare Position zu der beabsichtigten Teststrecke für Schienenfahrzeuge hat am Mittwoch Patrick Schultze bezogen. Der Rietschener ist einer von drei Kandidaten um das Amt des Bürgermeisters in der Gemeinde Hähnichen. Bisher wollte sich Schultze weder mit einem Ja für beziehungsweise mit einem Nein gegen diese Teststrecke festlegen. Er plädierte für Transparenz und einen Meinungsaustausch. "Ich werde die Entscheidungen der Bürger und des Gemeinderates mittragen", sagte er zur SZ.

Eine Teststrecke auf dem Gemeindegebiet von Hähnichen lehnt Schultze jetzt ab. Er plädiert stattdessen für eine sinnvolle Flächenverlagerung auf ein geeignetes Gebiet westlich des Truppenübungsplatzes. „Das Areal östlich der B 115 kann ein geeigneter Standort für den zu schaffenden Testring sein. Das Gebiet darf seit Jahren ohnehin nicht betreten werden und ist zudem unbewohnt. Konflikte mit Anwohnern sind somit ausgeschlossen“, so der Bürgermeisterkandidat. Mit diesem Vorschlag habe er sich an das Landratsamt und das Landeswirtschaftsministerium gewandt.

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Hähnichen muss sich Gehör verschaffen

Patrick Schultze ist überzeugt, dass ein Testring für die Erprobung von Schienenfahrzeugen in der Region die regionale Wirtschaft belebt und Arbeitsplätze schafft. "Allerdings dürfen die Interessen von Tetis nicht an den berechtigten Sorgen der Bevölkerung von Hähnichen, Quolsdorf, Spree und Trebus vorbeigehen. Gerade jetzt, im Vorfeld von etwaigen Planungen der Strecke, müssen wir uns bei den zuständigen Stellen in Bund und Land Gehör verschaffen.”

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hatten Ende März eine Vereinbarung zur Stationierung eines Bataillons in der Oberlausitz unterzeichnet. Für Schultze ist klar, dass in diesem Zusammenhang auch ein geeigneter Standort für die umstrittene Tetis-Strecke gefunden werden muss.

Damit positioniert sich Patrick Schultze (parteilos) nun wie sein Gegenkandidat Heiko Titze (AfD) gegen das beabsichtigte Projekt, nördlich von Niesky ein Testzentrum für Eisenbahntechnik in Sachsen (Tetis) bauen zu wollen. Vorgesehen ist, einen 20 Kilometer langen Testring zu errichten, der auch das Gebiet der Gemeinde Hähnichen berühren würde. Der dritte Bürgermeisterkandidat, Matthias Zscheile (parteilos), gehört der Bürgerinitiative "Stopp Tetis" an. Er plädiert dafür, gemeinsam einen vernünftigen Weg zu finden, um mit diesen Vorhaben umzugehen. Das heißt für ihn, auch mit Kompromissen leben zu müssen.

Drei Kandidaten stehen Tetis kritisch gegenüber

Am Sonntag fand der erste Wahlgang in Hähnichen statt. Dabei kam der mit CDU-Mandat angetretene Patrick Schultze mit einem Stimmanteil von 31,5 Prozent auf den zweiten Platz. Vor ihm landete Matthias Zscheile mit 39,9 Prozent und auf dritter Position Heiko Titze mit 28,6 Prozent. Da keiner der drei Bewerber die absolute Mehrheit auf sich vereinen konnte, findet am 9. Mai ein zweiter Wahlgang statt. Hier genügt die einfache Mehrheit an Stimmen, um neuer Bürgermeister in Hähnichen zu werden.

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