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Hofputz im Wiesaer Gut

In zwei Abschnitten will Kodersdorf das Gelände am Schloss neu gestalten. Die Eigentümer dürfen sich daran beteiligen.

Der Hof im Gut Wiesa gehört der Gemeinde Kodersdorf. Sie will das Gelände in zwei Bauabschnitten umgestalten.
Der Hof im Gut Wiesa gehört der Gemeinde Kodersdorf. Sie will das Gelände in zwei Bauabschnitten umgestalten. © André Schulze

Die Fahrt auf den Hof des Gutes Wiesa hat noch das Flair einer Ankunft auf einem Hof einer früheren LPG. Eine monströse Verladerampe aus Beton mitten auf dem Hof, flankiert von den Wertstoffcontainern für den Kodersdorfer Ortsteil. Dazu kommt mancher baulicher Mangel, der sich erst zeigt, wenn es kräftig regnet. Dann steht das Niederschlagswasser und sucht sich seinen Weg. Aber das soll bald der Vergangenheit angehören, denn die Gemeinde hat große Pläne mit dem Hofgelände.

Diese werden jetzt in einer Ausführungsplanung zu Papier gebracht. Der Gemeinderat stimmte der Vergabe einer weiterführenden Planung in seiner jüngsten Sitzung zu. Mit ihr wird festgeschrieben, wie sich der Gutshof künftig zeigen wird. Ein wichtiger Punkt ist dabei, das Problem mit dem Oberflächenwasser in den Griff zu bekommen. Dazu muss eine Regenentwässerung verlegt werden. Nicht nur Kanalrohre kommen in die Erde, auch Bäume und Sträucher. Dazu sollen Bänke aufgestellt werden. Ergänzend fügt Bürgermeister René Schöne hinzu, dass man sich auch Gedanken um den Standplatz für die Container macht. Auch dieser wird einer Neugestaltung unterzogen.

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Förderung reicht nicht ganz

Dass mit dem Hof des Gutes etwas passieren muss, daran ist die Gemeinde schon seit Längerem dran. Vergangenes Jahr klappte es mit der Förderung aus dem Leader-Programm. Auch wenn die Fördersumme geringer als erwartet ausfiel, soll doch in einem ersten Bauabschnitt das Genannte umgesetzt werden. Der Bürgermeister spricht von diesem Sommer. Vorgestellt wurde das Gesamtvorhaben, das einen Wertumfang von 230.000 Euro hat, den Wiesaern bereits. Sie waren aufgerufen, ihre Vorschläge und Hinweise einzubringen. Das gleiche gilt für die privaten Eigentümer von Schloss, Inspektorenhaus und Brennerei, die sich an der Umgestaltung beteiligen können. Denn das, was die Gemeinde vor hat, ist nur für die Flächen vorgesehen, die der Kommune gehören. An den Häusern und Grundstücken der Privaten macht sie sich nicht zu schaffen.

Am Ende soll ein attraktiver Gutshof für die Wiesaer und ihre Gäste herauskommen, der seiner Geschichte als Schloss Wiesa gerecht wird. Erstmals wurde 1398 ein Herrensitz in Wiesa erwähnt. Dieser kam 1577 an die Familie von Nostitz. Das Adelsgeschlecht bewohnte bis zu seiner Enteignung 1945 das Areal, das neben Schloss und weiteren Häusern auch große Ländereien bot. Den Wiesaern wird mehr das in Erinnerung sein, was zu DDR-Zeiten aus dem Gut wurde: Die Gebäude sind als Kindergarten, Schule und für Wohnungen genutzt worden. Die Ländereien bewirtschaftete die LPG. Laut dem Info-Portal “Sachsens Schlösser” kam in der Nachwendezeit der Sohn des letzten Besitzers nach Wiesa zurück und erwarb zunächst Feld- und Waldflächen aus dem früheren väterlichen Besitz zurück. Nach seinem Tod kaufte seine Witwe Teile des Rittergutshofes wie das Inspektorhaus. Dieses wurde saniert und zum Wohnhaus für die Familie. Das Schloss sowie das restliche Rittergut wurden 2002 an privat verkauft.

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