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Rothenburger verliebt in eine alte Lore

Der Kleinbahnverein hat das historische Stück in Königshain entdeckt. Nun soll es den Ort wechseln. Doch das kostet Geld.

Philipp Eichler vom Kleinbahnverein Rothenburg hofft, dass der historische Schotterwagen aus Königshain bald in die Neißestadt transportiert werden kann.
Philipp Eichler vom Kleinbahnverein Rothenburg hofft, dass der historische Schotterwagen aus Königshain bald in die Neißestadt transportiert werden kann. © André Schulze

Mit "Deutsche Reichsbahn Talbot Schotterwagen" ist die Bezeichnung zwar etwas sperrig. Und auch der Zustand ist nicht der beste. Doch der Anziehungskraft für die Mitglieder des Rothenburger Kleinbahnvereins tut das keinen Abbruch. Sie wollen das altertümliche Metallmonster in ihren Museumsbahnhof transportieren und dort aufarbeiten.

Darauf aufmerksam geworden sind die Rothenburger eher durch Zufall. "Wir waren irgendwann in den Königshainer Bergen wandern. Da sahen wir die historische Lore am Bahnhof stehen", erzählt Philipp Eichler. Daraufhin habe er nähere Erkundigungen eingeholt und erfahren, dass der bisherige Eigentümer - der Kreisbahnverein - das vor sich hinrostende Schienenfahrzeug abgeben würde. "Zum einen ist es ein Sicherheitsrisiko, wenn es dort weiter steht. Zum anderen bleibt es in der Region und kann weiter besichtigt werden, wenn wir es übernehmen."

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Beim Kleinbahnverein wäre die Lore der fünfte Waggon

Gebaut wurde der Schotterwagen in den 1950er- oder 60er-Jahren. Wann genau, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Auch wie und wo er zuletzt im Einsatz war, können die Mitglieder des Rothenburger Kleinbahnvereins nur vermuten. "Möglicherweise wurde er benutzt, um Granit aus den Königshainer Steinbrüchen zu holen", sagt Eichler. Er könne aber auch Kies und Schotter transportiert haben. "Weil er eine seitliche Schüttvorrichtung hat, ist er gut für die Beschotterung von Gleisanlagen geeignet", nennt er eine weitere Eigenschaft.

Der Talbot Schotterwagen würde gut ins Portfolio des Vereins passen, der in Rothenburg im Lokschuppen und auf den davor befindlichen Gleisanlagen verschiedene Loks und vier historische Waggons versammelt hat. Neben einem preußischen Personenwagen, einem Mitropa-Waggon, einem gedeckten Güterwagen aus Frankreich und einem Aufenthaltswaggon wäre es der erste offene Güterwagen.

Spenden gesucht für Transport und Sanierung

Entscheidende Schwierigkeit dabei: "Natürlich müssen wir ihn zuerst von Königshain nach Rothenburg überführen. Das wollen wir mit einem Schwerlasttransport machen. Zum Auf- und Abheben wird auch ein Kran benötigt", erläutert Philipp Eichler das Prozedere. Zusammen kostet das laut dem günstigsten eingeholten Angebot rund 800 Euro. "Das können wir 13 Mitglieder natürlich nicht stemmen. Deshalb hoffen wir auf die Spendenbereitschaft möglichst vieler technikbegeisterter Menschen in der Region."

In Rothenburg angekommen, soll der Wagen natürlich auch restauriert werden. Für notwendige Schweißarbeiten, das Entrosten, Grundieren und Lackieren veranschlagt der Verein weitere 500 Euro. Gebraucht werden dazu auch fleißige Hände. Wer sich an der Aufarbeitung historischer Eisenbahntechnik beteiligen möchte, ist jeweils montags ab 18.30 Uhr am Lokschuppen in Rothenburg willkommen.

Spenden können auf folgende Bankverbindung eingezahlt werden: DE36 8505 0100 0003 2115 17; BIC: WELADED 1 GRL; Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien; Verwendungszweck: Schotterwagen.

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