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Zwei weitere Investoren zieht es nach Kodersdorf

Noch hält Bürgermeister René Schöne Details unter Verschluss. Aber Kodersdorf beginnt schon mal, alles für die Unternehmen vorzubereiten.

Die Gewerbeflächen zwischen A4 und B115 in Kodersdorf sind sehr begehrt. Immer wieder siedeln sich hier neue Firmen an.
Die Gewerbeflächen zwischen A4 und B115 in Kodersdorf sind sehr begehrt. Immer wieder siedeln sich hier neue Firmen an. © Archiv/André Schulze

Die Zahl der Gewerbeansiedlungen in Kodersdorf nimmt weiter zu. Laut Bürgermeister René Schöne gibt es zwei Interessenten, die im Gewerbegebiet "An der Industriestraße" investieren wollen. Um wen es sich dabei handelt, ist derzeit noch nicht bekannt.

In den vergangenen Jahren hat sich das Areal zwischen A4 und B115 auf der Gemarkung Kodersdorf zu einem wirtschaftlichen Hotspot entwickelt. Längst haben sich hier renommierte Firmen angesiedelt. Zum Beispiel Sachsens größtes Sägewerk HS Timber Productions, das sich immer mehr erweitert. Aber auch Borbet, das in seinem Kodersdorfer Werk jährlich rund 2,5 Millionen Leichtmetallräder herstellen kann. Nicht zu vergessen CCI Assembly und Acosa, die beiden Tochterunternehmen der Elbe Flugzeugwerke Dresden. Zusammen arbeiten hier etwa 1.500 Beschäftigte.

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Doch der Boom ist ungebrochen. Deshalb hat jetzt der Gemeinderat die planerischen Vorbereitungen für einen weiteren Standort in unmittelbarer Nähe auf den Weg gebracht. Die Räte billigten den Entwurf des Bebauungsplanes, zu dem auch ein Umweltbericht gehört. Vom 15. November bis 16. Dezember werden die Unterlagen im Gemeindeamt öffentlich ausgelegt und zudem auf der Internetseite des Zentralen Landesportals Sachsen eingestellt.

Bauliche Einschränkungen wegen 110 kV-Leitung

Die Arbeiten an dem Bebauungsplan dauern schon seit Mai 2018 an. Damals hatte der Gemeinderat die Aufstellung beschlossen - mit dem Ziel, die Voraussetzungen zur Ansiedlung von Unternehmen zu schaffen. Direkt neben dem 7,3 Hektar großen Areal gibt es eine weitere Erweiterungsperspektive. Dort befindet sich bereits seit Jahren eine großflächige Fotovoltaik-Anlage. Als Reaktion auf die frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange hat die Landesdirektion jetzt empfohlen, diese Fläche nach dem Auslaufen des Pachtvertrages in einigen Jahren künftig ebenfalls für Gewerbeansiedlungen zu nutzen.

Direkt vor Borbet Sachsen befindet sich das neue Gewerbegebiet "An der Industriestraße" in Kodersdorf. Hier wollen zwei Interessenten investieren.
Direkt vor Borbet Sachsen befindet sich das neue Gewerbegebiet "An der Industriestraße" in Kodersdorf. Hier wollen zwei Interessenten investieren. © Archiv SZ/Steffen Gerhardt

Ehe die beiden Investoren aktiv werden können, müssen noch Erschließungsarbeiten stattfinden. Zudem wird ein neues Regenrückhaltebecken gebraucht, das in seiner Lage direkt neben der B115 nicht mit dem für die geplante Umgehungsstraße vorgesehenen Kreisverkehr kollidieren darf. Außerdem machen die über das Gebiet führende 110 kV-Leitung und die Richtfunkstrecke Bärwalde - Kunnersdorf bauliche Einschränkungen erforderlich.

Feldlerche wird beim Umsiedeln unterstützt

Wegen der "Vermeidung von Beeinträchtigungen der Avifauna", wie es im Begleittext des Bebauungsplanes heißt, darf das Baufeld nur zwischen Anfang Oktober und Ende Februar des jeweiligen Jahres freigemacht werden. Andere Zeiträume bedürften der Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde, heißt es.

Dass das Areal durchaus artenschutzrechtlich sensibel ist, beweist das Vorkommen der Feldlerche. Deshalb müssen für den Vogel außerhalb des Plangebietes sogenannte produktionsintegrierte Maßnahmen umgesetzt werden. Damit ist zum Beispiel weitreihige Saat gemeint. Um die zu schaffen, muss mit Landwirten verhandelt werden, die das auf etwa 15 Hektar Ackerfläche umsetzen sollen. Wobei sich der Umfang der Maßnahmen nach der Anzahl der direkt betroffenen Brutpaare richtet.

Der B-Plan für das Gewerbegebiet "An der Industriestraße" ist zwischen dem 15. November und 16. Dezember im Internet auf https://buergerbeteiligung.sachsen.de zu finden.

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