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Kodersdorf wird Vorreiter im Klimaschutz

Ab Oktober gibt es einen extra Manager dafür. Damit ist die Gemeinde Taktgeber im Landkreis. Auch die Einwohner sollen davon profitieren.

Kois-Geschäftsführer Andreas Schneider zeigt einen Eimer voll mit Holzhackschnitzeln. Der Kodersdorfer Bauhof wurde damit ausgerüstet und ist jetzt klimafreundlich aufgestellt.
Kois-Geschäftsführer Andreas Schneider zeigt einen Eimer voll mit Holzhackschnitzeln. Der Kodersdorfer Bauhof wurde damit ausgerüstet und ist jetzt klimafreundlich aufgestellt. © André Schulze

Kodersdorf wird grün. Nicht parteipolitisch, denn da hat die CDU weiterhin im Gemeinderat das Sagen. Und auch Bürgermeister René Schöne ist Christdemokrat. Doch der Ort an der B 115 und der A 4 will sich in Zukunft verstärkt nachhaltiger Ressourcennutzung widmen und hat deshalb ab Oktober die Stelle eines Klimaschutzmanagers ausgeschrieben.

Damit setzt Kodersdorf neue Maßstäbe, denn andere Kommunen im Landkreis Görlitz können oder wollen sich eine solche Stelle bisher nicht leisten. Nach Angaben der Sächsischen Energieagentur (SAENA) gibt es im Freistaat mit Wurzen, Pirna, Dresden, Zwickau, Oederan, Limbach-Oberfrohna und Leipzig überhaupt nur sieben Städte, die ein derartiges Projekt angeschoben haben. Die Landkreise Leipzig und Zwickau kommen noch hinzu.

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Dass ein Klimaschutzmanager wichtig für Kodersdorf ist, davon zeigt sich René Schöne überzeugt. "Wir wollen eine alle Bereiche des Gemeindelebens umfassende Strategie zum Themenkomplex Klimaschutz und erneuerbare Energien auf den Weg bringen. Bisher war das nur Stückwerk." Schon vor Beginn des Zertifizierungsprozesses für den European Energy Award (eea) im Jahre 2014 sei die Gemeinde gut unterwegs gewesen. Als Beispiele nennt der Bürgermeister die Holzhackschnitzelheizung am Verwaltungssitz, die Gaswärmepumpen in der Oberschule und die Biomethanproduktion im Gewerbegebiet.

Klimaschutzkonzept als Fahrplan für Maßnahmen

Dies habe sich in den vergangenen Jahren noch verstärkt. Öffentliche Gebäude würden möglichst energetisch saniert, Heizungen - wie die im Bauhof - auf erneuerbare Energien umgestellt sowie die Straßenbeleuchtung und kommunale Objekte mit zertifiziertem Ökostrom betrieben. Zudem werde ein softwarebasiertes Energiemanagement umgesetzt. Und im Gewerbegebiet würden die ansässigen Firmen die Abwendung vom Kohlenstoff - die sogenannte Dekarbonisierung - vorantreiben. "Das Klimaschutzkonzept soll Verwaltung und Gemeinderäte über Jahre hinweg inspirieren, gleichzeitig aber auch Fahrplan für die Reihenfolge umzusetzender Maßnahmen sein", beschreibt Schöne die Bedeutung der neu geschaffenen Stelle.

Zentraler Punkt in der Arbeit des Klimaschutzmanagers wird neben der konzeptionellen Arbeit die Energieeffizienz bei der Versorgung mit Wärme, Licht, Strom und Wasser sein. Ein wesentlicher Punkt sind auch Fördermittel. Die passenden Programme finden und Gelder beantragen, ist eine der entscheidenden Aufgaben des Experten. Hilfe dabei soll er auch Privatpersonen leisten. Zudem ist die Gründung eines Bürgerenergievereins angedacht, der sich Nachhaltigkeit, Effizienz und Mitwirkung der Dorfgemeinschaft bei der Energiegewinnung widmet.

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