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Niesky rollt seinen neuen Kunstrasen aus

Fußballer und Hockeyspieler fiebern dem neuen Platz entgegen. Denn er bringt viele Verbesserungen. Und vielleicht auch einen neuen Mitgliederboom.

Stephan Lehmann hat mit seinem Ingenieurbüro die Erneuerung des Nieskyer Kunstrasenplatzes geplant. Jetzt ist er dabei, wenn der Belag verlegt wird.
Stephan Lehmann hat mit seinem Ingenieurbüro die Erneuerung des Nieskyer Kunstrasenplatzes geplant. Jetzt ist er dabei, wenn der Belag verlegt wird. © André Schulze

Die kommenden vier Wochen werden die entscheidenden sein. So lange dauert es wahrscheinlich noch, bis der Kunstrasenplatz an der Nieskyer Jahnsportstätte wieder nutzbar ist. Dann aber gibt es hier für den FV Eintracht und den Hockeyclub 1920 eine Qualität, die in der Region ihresgleichen sucht.

Eigentlich sollte am 31. Oktober schon alles fertig sein. Doch auch mit ein paar Tagen Verspätung kann Steffen Mitschke leben. "Nun hat es so lange gedauert, da kommt es darauf auch nicht mehr an. Entscheidend ist doch das Ergebnis", sagt der Mann vom Nieskyer Hockeyverein, der die Arbeiten in den vergangenen Wochen von Vereinsseite maßgeblich mit begleitet hat. Das Ergebnis jedenfalls - und da legt sich ein Lächeln über sein Gesicht - wird mit dem früheren Zustand der Anlage überhaupt nicht mehr vergleichbar sein.

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Dies sieht auch Stephan Lehmann so. Er hat mit seinem Ingenieurbüro die Planungsleistungen durchgeführt und beaufsichtigt den Bau. Nicht nur jetzt, sondern auch schon vor zwölf Jahren, als der Kunstrasenplatz in seiner ersten Ausführung entstand. Der Fachmann weiß deshalb, dass es ein regelrechter Quantensprung ist, mit dem die Nieskyer Sportler in Sachen Qualitätsverbesserung rechnen können.

Seit August wird auf dem Areal im Nieskyer Osten gebaut. "Zuerst musste die oberste Schicht mit ihrer Sand-/Pulverfüllung abgetragen werden", erklärt Lehmann. Anschließend sei die darunterliegende Elastikschicht ertüchtigt worden. Das heißt: Nur dort, wo die Abnutzung besonders stark war - zum Beispiel im Torraum und im Mittelkreis - wurden die entsprechenden Stellen erneuert. "Das hat enorm Kosten gespart", meint der Planer. Seit vergangenem Mittwoch sei man damit fertig.

Neuer Kunstrasen für noch schnelleres Spiel

In dieser Woche folgt nun der entscheidende Arbeitsschritt: Der neue Kunstrasen wird verlegt. Seit Montag liegen die großen Rollen an der Jahnsportstätte, verarbeitet werden sie voraussichtlich bis Mitte November. Dabei ist Manches anders als das die Nieskyer vom Vorläuferplatz kannten. Wurde der alte Kunstrasen noch in sogenannter schwimmender Verlegung ausgeführt, ist der neue ein Voll-Kunstrasen. Der ist wesentlich leichter und kommt mit seinen Eigenschaften mehr dem Hockeysport entgegen. Wobei auch die Fußballer damit leben können. Das Besondere daran: Der Rasen verfügt bereits über eine komplette Grundlinierung. Nur die Linien fürs Kleinfeld müssen noch im Nachhinein eingesetzt werden. Dafür wird der Belag zerschnitten und neu zusammengenäht, dann aufgedübelt. "Das ist eine Sisyphusarbeit, bei der auch das Wetter eine Rolle spielt", erklärt Stephan Lehmann. Tagsüber braucht es mindestens fünf Grad.

Beim Verlegen muss der Belag teilweise nochmal zerschnitten werden, damit Kleinfeldmarkierungen eingenäht werden können.
Beim Verlegen muss der Belag teilweise nochmal zerschnitten werden, damit Kleinfeldmarkierungen eingenäht werden können. © André Schulze

Damit der neue Kunstrasen seine qualitativ herausragenden Eigenschaften entfalten kann, muss er vor Gebrauch gewässert werden. Dazu haben die Eintracht und der Hockeyverein in Eigenleistung eine Beregnungsanlage zu großen Teilen selbst aufgebaut. Durch das Wasser wird der Platz schneller, was vor allem dem Hockeyspiel zugute kommt. "Dadurch können wir uns bei der Ausbildung des Nachwuchses an Techniken wagen, die bei dem stumpfen Geläuf bisher überhaupt nicht möglich waren", freut sich Steffen Mitschke. Das honoriert offenbar auch der Verband. Von dort hat er jüngst erst das Signal bekommen, dass in Niesky künftig auch Jugendländerspiele durchführbar seien.

In seiner Größe von 7.300 Quadratmetern bleibt der Nieskyer Kunstrasenplatz erhalten. Jedoch verlangt die Pflege noch ein Stück mehr Aufmerksamkeit. So ist in regelmäßigen Abständen eine Grundreinigung nötig, die von einer Fachfirma durchgeführt werden muss. Immerhin ist der Feinstaubeintrag bei ständiger Nutzung recht erheblich. Zudem besteht in weniger bespielten Bereichen die Gefahr, dass sich Moos bildet.

Vereine setzen auf Kredit und Beitragserhöhung

Trotz aller technischen und nutzerspezifischen Feinheiten bleibt es aller Voraussicht nach beim ursprünglich aufgestellten Kostenplan. Mit 430.000 Euro ist das Projekt kalkuliert. Davon kommen 194.000 Euro über die Sächsische Aufbaubank aus einem Sportförderprogramm des Freistaates Sachsen, weitere 125.000 Euro schießt die Stadt zu. Den Rest müssen die Nutzer - also der FV Eintracht und der Hockeyclub - tragen. Neben erheblicher Eigenleistung bleibt noch ein gewisser Restbetrag bei den Vereinen hängen. Beim Hockey wurde deshalb der Mitgliedsbeitrag erhöht. Außerdem hat man eine Bankfinanzierung aufgenommen. Genauso wird dies bei den Fußballern praktiziert. Paul Neumann: "Unter den Mitgliedern gab es eine breite Zustimmung", so der sportliche Leiter der Eintracht.

Steffen Mitschke und Christian Buhse vom Hockeyclub Niesky sind froh, dass es nur noch ein paar Tage dauert, bis die Sportler des Vereins den neuen Kunstrasenplatz benutzen können.
Steffen Mitschke und Christian Buhse vom Hockeyclub Niesky sind froh, dass es nur noch ein paar Tage dauert, bis die Sportler des Vereins den neuen Kunstrasenplatz benutzen können. © André Schulze

Allerdings setzen beide Sportarten auf einen positiven Effekt. "Als der Kunstrasenplatz vor zwölf Jahren neu angelegt wurde, gab es bei uns einen regelrechten Boom", erinnert sich Steffen Mitschke. Das, so hofft er, soll sich wiederholen. Auch der FV Eintracht hätte nichts dagegen. "Mit dem neuen Platz bekommt natürlich auch der Nachwuchs beste Bedingungen", hebt Neumann hervor.

Mit der nun kurz bevorstehenden Fertigstellung des Kunstrasenplatzes geht ein gemeinschaftliches Projekt dreier Partner zu Ende. Der FV Eintracht Niesky hatte als Pächter des Areals die Erneuerung schon seit längerer Zeit angemahnt, war aber bisher an der fehlenden Förderung gescheitert. Nun passt das Konstrukt in Zusammenarbeit mit Stadt und Hockeyverein. Laut Förderbedingungen muss das Projekt bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

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