merken
PLUS Niesky

Neue Mensa macht Appetit auf mehr

Der erste Abschnitt der Hochschulerweiterung in Rothenburg ist abgeschlossen. Dafür hat der Freistaat Millionen investiert.

Seit Anfang März wird in der neuen Mensa der Polizeihochschule in Rothenburg Essen ausgegeben. Bis zu 500 Portionen können hier täglich zubereitet werden.
Seit Anfang März wird in der neuen Mensa der Polizeihochschule in Rothenburg Essen ausgegeben. Bis zu 500 Portionen können hier täglich zubereitet werden. © André Schulze

Eigentlich wird Provisorien ja eine lange Lebensdauer vorausgesagt. Doch an die Containerlösung mussten sich die Kommissar-Anwärter und Oberschüler nicht erst gewöhnen, um ihr Mittagsmahl oder einen Snack zwischendurch einzunehmen. Seit Anfang März können sie nun in der runderneuerten und erweiterten Mensa speisen.

Udo Lehmann ist glücklich über das, was die zu Dreiviertel aus Sachsen stammenden Handwerker in den zurückliegenden Monaten geleistet haben. "Vorher und nachher kann man eigentlich gar nicht vergleichen", sagt der Geschäftsbereichsleiter Hochschulgastronomie des Studentenwerkes Dresden, das für schmackhafte Essensversorgung im Objekt an der Rothenburger Friedensstraße zuständig ist. "Die bisherige Mensa war ja mit einer Verteilküche konzipiert. Im Laufe der Zeit kam dann ein bisschen Technik dazu. Aber grundsätzlich hat sich nichts geändert."

Augusto
Leben und Genuss
Leben und Genuss

Für Genießer genau das Richtige! Leckere Ideen, Lebensart, Tradition und Trends gibt es in der Themenwelt Augusto.

Das sieht nun völlig anders aus. Umbau und Erweiterung der Mensa war das erste große Bauvorhaben, mit dem der Freistaat seine Polizeihochschule aufpeppt. Das Wohlergehen seiner künftigen Kommissare hat sich das Land ordentlich etwas kosten lassen: 6,85 Millionen Euro wurden seit Herbst 2019 investiert. Die Nutzfläche beträgt nun rund 500 Quadratmeter, bis zu 260 Personen finden Platz. Und: "Wir haben jetzt eine voll ausgestattete Produktionsküche - mit der ganzen Technik, die man heutzutage dazu braucht", ist Udo Lehmann froh über den "Quantensprung". Sogar eine automatische Geschirrrückführung wurde mit installiert. Ganz wichtig außerdem: Speisenherstellung und Ausgabe sind getrennt.

Täglich sind bis 500 Mittagsportionen möglich

Mit seinen acht Mitarbeitern kann das Studentenwerk ab sofort täglich bis zu 500 Mittagsportionen zubereiten. "Aktuell sind wir natürlich mit angezogener Handbremse unterwegs, stellen vielleicht 160 bis 170 Portionen her", erklärt Lehmann. Studenten, aber auch die Schüler der benachbarten Oberschule sowie das Lehrpersonal beider Einrichtungen sind derzeit wegen der Corona-Bedingungen nur eingeschränkt vor Ort. Trotzdem gibt es drei verschiedene Mittagsmenüs, eins davon ist vegetarisch oder vegan. Außerdem wird noch die Cafeteria betrieben, in der sich alle Hungrigen und Durstigen von früh bis abends mit Snacks und Getränken versorgen können.

Für ein Mittagessen werden je nach Zusammenstellung zwischen 4,50 und 5,50 Euro fällig. Personal und Lehrkräfte bezahlen diesen Bruttopreis, für Schüler und Studenten wird die Mahlzeit steuerfrei - und damit billiger - über die Theke gereicht.

In Zeiten von Corona ist auch in der Mensa Abstand halten das Maß aller Dinge. So können je Tisch momentan nur zwei Personen ihr Essen einnehmen.
In Zeiten von Corona ist auch in der Mensa Abstand halten das Maß aller Dinge. So können je Tisch momentan nur zwei Personen ihr Essen einnehmen. © André Schulze

Baulich verfügt der moderne Gebäudekomplex über zwei großzügige Speisesäle und eine lichtdurchflutete Cafeteria. Ausgestattet sind diese drei Komponenten mit ringförmigen Deckenleuchten und gemütlichen Sitzecken, die unter Corona-Bedingungen allerdings noch nicht nutzbar sind. Damit die Räume universell verwendet werden können, bekommen sie in den nächsten Wochen noch große Monitore an die Wände. Damit soll die Wissensvermittlung erleichtert werden. Demnächst, kündigt Hochschulsprecher Thomas Knaup an, wird auch das Campus-WLAN hier verfügbar sein.

Mensa soll ein Ort des Austausches werden

Rektor Carsten Kaempf ist begeistert von dem neuen Schmuckstück: "Das ist nicht irgendein Speisesaal. Hier soll vielmehr ein Ort des Austausches für Studierende und Lehrende entstehen, der von allen gern genutzt wird."

Zufrieden zeigt sich auch der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), unter dessen Regie das Objekt entstanden ist. Sprecher Alwin-Rainer Zipfl: "Die funktionalen und städtebaulichen Grundsätze der vorhandenen Mensa wurden mit dem Erweiterungsbau beibehalten." Insbesondere sei die bandartige Glasfassade mit großzügigem Ausblick ins Freie fortgesetzt worden. Zudem habe man sich in den Räumen an den vorhandenen Oberflächen und Materialien orientiert. "Der bestehende Zugang blieb erhalten, das Foyer wurde jedoch großzügig aufgewertet", beschreibt der Fachmann die Besonderheiten des Bauprojektes. Insgesamt habe man sehr eng mit den Architekten und Ingenieuren der Ursprungsmensa zusammengearbeitet, die 2011 in Betrieb gegangen war.

Die freigewordenen Container der Interimsmensa, die insgesamt 25 Monate in Betrieb war, gehören dem SIB. Der Staatsbetrieb hat den niederländischen Lieferanten bereits mit dem Abbau beauftragt. Wann dies geschieht, ist jedoch noch ungewiss.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Niesky