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Wo steht Niesky in seiner Stadtentwicklung?

Die "Neue Mitte Niesky" wurde zum Fördergebiet erklärt. Handel und Gastronomie sollen gestärkt und das Zentrum barrierefrei werden.

Von Steffen Gerhardt
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Die beiden Kreuzungen am Zinzendorfplatz sind mit Hilfsmarkierungen für Blinde und Sehschwache ausgestattet. Ein Schritt zur Barrierefreiheit in der Stadt Niesky.
Die beiden Kreuzungen am Zinzendorfplatz sind mit Hilfsmarkierungen für Blinde und Sehschwache ausgestattet. Ein Schritt zur Barrierefreiheit in der Stadt Niesky. © André Schulze

Zum Jahresanfang hat Niesky seine "Neue Mitte" zum Fördergebiet ausgerufen. Mit dem Ziel, das Zentrum aufzuwerten, attraktiver zu machen und zu beleben, hat die Stadt einen Verfügungsfond eingerichtet. Aus diesem stehen für fünf Jahre, also bis 2026, ein jährliches Budget von maximal 20.000 Euro zur Verfügung.

Was ist im ersten Jahr geworden? Wo sind noch Reserven? Womit tut sich die Stadt schwer? Fragen, die die Nieskyer Stadträte beschäftigen und auf die es jetzt von der Verwaltung Antworten gab. Mit den Fördergeldern hat sich die Stadt zum Ziel gesetzt, Maßnahmen zu unterstützen, die das Stadtbild aufwerten, den Einzelhandel beleben, zur Imagebildung beitragen und Aktionen und Feste in dem Fördergebiet vorantreiben.

Hofkino und Bürgerball

Einer der Handlungsschwerpunkte ist das Marketing, verbunden mit einem guten Image für die Stadt. Sylke Seidel von der Bauverwaltung bezieht sich in ihrer Zwischenbilanz auch auf die Angebote für die Nieskyer. Trotz schwieriger Corona-Zeit konnte in diesem Jahr endlich der Bürgerball stattfinden und ein Hofkino unter freiem Himmel wurde mit privater Unterstützung zum Erlebnis. Mehr war nicht möglich, denn das für Mai geplante "Frühlingserwachen" mit dem MDR und das Herbstfest fielen den Corona-Einschränkungen zum Opfer.

Niesky weiter zu einer Stadt des Wohnens und der Arbeit zu machen, konnte mit zwei städtischen Maßnahmen bisher umgesetztr werden. Der Stadtrat beschloss das Aufstellen eines Bebauungsplanes für das Gewerbegebiet Nord. Mit dem Plan wird die Grundlage geschaffen, um weiteres Gewerbe im Nieskyer Norden ansiedeln zu können. Knapp in der Stadt ist kommunales Bauland geworden. Nach der planerischen Erschließung des Dreieckes Martinstraße/Sachsenweg kommt ein zweiter Standort für Eigenheime dazu: an der Unmackstraße. Dafür wird die Planung jetzt auf den Weg gebracht.

Entwicklungen auch in den Ortsteilen

Auch wenn das städtebauliche Entwicklungskonzept nur auf das Stadtzentrum zugeschnitten ist, bleiben die Ortsteile nicht außen vor. Hier greift das Förderprogramm "Ortschafft(s)leben 2.0". Damit die Dörfer ihre Zukunft selbst gestalten können, stehen 200.000 Euro für Vorhaben bereit, ohne dass die Stadt etwas dazu zahlen muss. Ideen gibt es in den Dörfern, einige konnten bereits umgesetzt werden wie der Spielplatz für Generationen in Stannewisch.

Niesky ist auch eine Stadt der Senioren und Menschen mit Behinderungen. Die Barrierefreiheit spielt dabei eine große Rolle. Mit dem Straßenbau auf dem Zinzendorfplatz wurden auch die Fußgängerüberwege an den beiden Kreuzungen dem aktuellen Standard angepasst. Die Stadt hatte baulich damit wenig zu tun, aber es bringt ihr Pluspunkte im barrierefreien Stadtbild. Baustellen gibt es aber noch genug. Sei es das Erreichen öffentlicher Gebäude oder der Geschäfte und Einrichtungen in der Stadt. Bauliche Hürden bremsen da manchen guten Willen der Einzelhändler aus.

Wieder eine öffentliche Toilette

Einem menschlichen Bedürfnis hängt die Stadt seit Umgestaltung des Zinzendorfplatzes Mitte der 1990er Jahre weiter nach: eine öffentliche Toilette vorzuhalten. Dort, wo einst die berühmte "U-Bahn" war, können heute zwar Elektroautos mit Strom geladen werden, aber keinem dringenden Bedürfnis mehr nachgegangen werden. Das zu ermöglichen, bleibt weiter auf der Agenda der Stadt.

Niesky bezeichnet sich gern als eine Stadt des Sports. Die Vielzahl der Vereine bestätigen das. Aber sie brauchen ordentliche Bedingungen, um ihre sportlichen Aktivitäten ausüben zu können. Seit zwei Jahren hat das Rathaus eine Sportstättenbilanz von einem Dresdner Ingenieurbüro vorliegen. Die Sporthalle am Rosensportpark ist die mit dem schlechtesten Zustand und ein Ersatzneubau wurde dringend empfohlen. Inzwischen liegt der Stadt eine 90-prozentige Förderung für den 3,6 Millionen teuren Bau vor. Damit losgehen soll es im Frühjahr nächsten Jahres. Nicht mit dem Bau, sondern mit der Planung.