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Wie Nieskyer Pflegeschüler auf Instagram kommen

Die Ausbildung macht Spaß. Das zeigen die künftigen Pflegefachleute auf ihrem eigenen Kanal.

Von Steffen Gerhardt
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Sarah Sophie Branz fotografiert ihre Mitschülerin Luisa Krebs zusammen mit Lehrerin Kerstin Domschke (von rechts). Die Fotos berichten über die Ausbildung in der Pflegeschule Niesky auf dem eigenen Kanal bei Instagram.
Sarah Sophie Branz fotografiert ihre Mitschülerin Luisa Krebs zusammen mit Lehrerin Kerstin Domschke (von rechts). Die Fotos berichten über die Ausbildung in der Pflegeschule Niesky auf dem eigenen Kanal bei Instagram. © André Schulze

In den neuen Medien sind die Pflegeschüler schon länger mehr oder weniger intensiv unterwegs. Nun hat die Berufsfachschule für Pflegeberufe Niesky der Diakonissenanstalt Dresden auf Instagram ihren eigenen Kanal - unter "pflegeschule_niesky".

Seit Juni berichten die jungen Leute über ihre Ausbildung und zeigen auf Fotos und in kurzen Texten dazu, dass das ihnen Spaß macht. Zudem eint dieses Portal alle drei Jahrgänge in dem Bestreben, für die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann zu werben. Das gelingt am besten, wenn man aus dem Alltag erzählt. Und der ist sehr abwechslungsreich, nicht nur in Bezug auf die Schule und die Praxis, sondern auch in Zeiten der Corona-Pandemie.

Sara Sophie Branz und Luisa Krebs sind im zweiten Lehrjahr und damit in dem Jahrgang, der erstmals die generalistische Pflegeausbildung absolviert. Das heißt, die Schüler werden nicht mehr speziell für Krankenhäuser, Alters- und Pflegeheime sowie Kinderkliniken ausgebildet, sondern allumfassend, damit sie in allen drei Bereichen tätig werden können. Das lässt für die Wahl der späteren Arbeitsstelle mehr Spielraum, sagen die beiden 18-Jährigen. Zudem können die Absolventen von den Einrichtungen flexibler eingesetzt werden.

Wie die Mütter, so die Töchter

Freude an der Tätigkeit und ein großes Herz sollte man für den Beruf schon mitbringen, schätzt Sara Sophie ein. Die Nieskyerin ist durch ihre Mutter beruflich vorbelastet, ebenso geht es Luisa aus Horka. Die Mutter und ihre Tanten arbeiten im Gesundheitswesen. Beide Mütter sind bereits durch die Nieskyer Pflegeschule im Haus Plitt gegangen, ihre Töchter tun jetzt das Gleiche.

Soziale Medien sind für die Mütter der beiden Auszubildenden damals kein Thema gewesen. Umso mehr werden sie jetzt von ihrem Nachwuchs angenommen. "Dass wir uns auf Instagram zeigen, finde ich gut. Das fördert das Interesse an unserem Beruf", erzählt Sara Sophie - und: Der Meinungsaustausch ist ihr wichtig. Das merkten sie und Luisa bei ihren Einsätzen auf der Corona-Station des Nieskyer Krankenhaus und im "Abendfrieden", dem Alten- und Pflegeheim. "Das Pflegepersonal ist der einzige Bezugspunkt für die Patienten gewesen, Angehörige durften nicht in die Einrichtungen. Wir hatten Homeschooling, sahen uns als Klasse auch nicht. Da kommt schon das Bedürfnis, darüber reden zu wollen, in der Familie und mit Kolleginnen", berichtet Sara Sophie von den auch für sie nicht einfachen Wochen.

Das Schulleben geht inzwischen seinen fast gewohnten Gang, wenn auch die Hygienevorschriften bleiben. Das ist gut so für die Pflegeschüler, um damit Stoff für weitere Neuigkeiten auf Instagram zu haben.