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Psychologin vergrößert ihre Praxis in Nieder Seifersdorf

Waldhufen hat dazu die frühere Ortsschule saniert. Damit haben die Görlitzerin Beate Krüger und ihre Kollegin mehr Platz.

Psychologin Beate Krüger sitzt in einem ihrer neuen Praxisräume in Nieder Seifersdorf. Dass alle Wände grau gestrichen sind, hat nichts mit Psychologie zu tun. "Mir gefällt die Farbe grau, sie ist neutral", sagt die 43-Jährige zur Farbauswahl.
Psychologin Beate Krüger sitzt in einem ihrer neuen Praxisräume in Nieder Seifersdorf. Dass alle Wände grau gestrichen sind, hat nichts mit Psychologie zu tun. "Mir gefällt die Farbe grau, sie ist neutral", sagt die 43-Jährige zur Farbauswahl. © André Schulze

Ihre neuen Räume sind nicht nur vor-, sondern schon eingerichtet. Beate Krüger freut sich, dass sie nun mehr Platz für ihre Praxis in der ehemaligen Ortsschule im Nieder Seifersdorfer "Städt'l" hat.

Seit drei Jahren führt die Psychotherapeutin ihre Praxis in Nieder Seifersdorf. Bisher nur in den Räumen der ehemaligen Zweigstelle der Sparkasse. Nun kann sie eine der beiden seit Jahren leerstehenden Wohnungen im Obergeschoss für sich und ihre Patienten nutzen. Einige handwerkliche Arbeiten sind zuvor im Obergeschoss notwendig geworden, denn die Räume entsprachen nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Die Gemeinde Waldhufen als Hauseigentümerin übernahm das.

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Neue Fenster, Heizung und Elektrik

"Es war doch mehr zu tun, als ich anfangs glaubte", sagt Beate Krüger. Neue Fenster und Heizkörper wurden eingesetzt beziehungsweise installiert, die Elektrik und der Fußboden erneuert, um die aufwändigsten Arbeiten zu nennen. "Nun sieht es innen schöner aus als außen", meint Beate Krüger mit Blick auf die Außenfassade. Das bestätigen ihr auch die Patienten: "So schön bei Ihnen habe ich mir das gar nicht vorgestellt", bekommt die 43-Jährige öfter zu hören. Wo die Handwerker noch ran müssen sind der Treppenaufgang und der Flur, aber das soll in den nächsten Wochen passieren.

Eine eigene Praxis zu führen, das ist schon lange der Wunsch von Beate Krüger gewesen. Bisher arbeitete sie in einer Praxis für Psychotherapie in Dresden, war dort angestellt. In Nieder Seifersdorf ist sie nicht nur selbst ihre Chefin, sondern auch für eine Kollegin. Cornelia Wolf-Schellenberg ist die zweite Psychotherapeutin in dem Haus. Beide Frauen kennen sich aus ihrer beruflichen Tätigkeit in Dresden. Beate Krüger ist gelernte Krankenschwester und hat Psychologie studiert, "weil mich dieses Fachgebiet schon immer interessiert hat".

An ihrer Praxistür steht die Bezeichnung "Psychologische Psychotherapeutin". Diese Berufsbezeichnung berechtigt zum eigenständigen Durchführen von Psychotherapie, also der Behandlung der Seele. Das macht den Unterschied zum Psychiater. "Er darf zur Behandlung auch Medikamente verschreiben, während ich als Psychotherapeutin nur therapeutische Gespräche führe", erklärt Beate Krüger.

In Görlitz zur Schule gegangen

Beate Krüger konnte in Nieder Seifersdorf die Praxis einer Vorgängerin übernehmen. Das war für sie ein Glücksfall. In und um Dresden hatte sie dazu keine Möglichkeit. Denn so wie die Haus- und Zahnärzte werden auch Psychologen nach einem Stellenschlüssel auf die Praxen im Land Sachsen "verteilt". Beate Krüger ist damit wieder näher an ihrer Heimatstadt. Sie ist in Görlitz aufgewachsen und zur Schule gegangen. Hat dort ihren Ehemann kennengelernt. Seine und ihre Eltern wohnen in der Neißestadt.

Die Familie selbst, zu der drei Töchter zwischen sieben und 16 Jahren gehören, lebt in Dresden - und das soll so bleiben. Die Töchter gehen dort zur Schule und ihr Mann hat seine Arbeit als Kartograf. An drei Tagen in der Woche arbeitet Beate Krüger in Nieder Seifersdorf. Sie bietet auch Telefonsprechzeiten an. Die Fahrt auf der Autobahn nimmt sie mit gemischten Gefühlen in Kauf. Frau Krüger ist jedes mal froh, wenn sie ohne Stau an ihrem Ziel ankommt. Dass Nieder Seifersdorf gleich an der Autobahn liegt, ist für sie von Vorteil. Denn zu den Patienten aus dem vorwiegend südlichen Landkreis kommen auch einige Bautzener zu ihr.

Depressionen und Angststörungen

Was ihre Arbeit mit den Patienten betrifft, sagt Beate Krüger, sind es vorwiegend Depressionen und Angstzustände, die sie behandelt. Die andauernde Corona-Pandemie hat das noch verstärkt. Das zieht sich durch alle Altersgruppen: vom Schüler bis zum Rentner. "Die letzten Jahre zeigen, dass zunehmend junge Leute mir gegenüber sitzen mit eben diesen Symptomen", spricht sie aus Erfahrung. Neben Einzelcoaching bieten die beiden Psychotherapeutinnen seit Mai auch die Gruppentherapie an. Dafür wird jetzt der große Raum genutzt, der bisher Beate Krügers Praxis war. Mehr Platz gibt den beiden Frauen auch mehr Möglichkeiten, sich individueller um ihre Patienten zu kümmern.

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